Menü
Leipziger Volkszeitung | Ihre Zeitung aus Leipzig
Anmelden
Oschatz Neuer Pfarrerin wird in Mügeln in ihr Amt eingeführt
Region Oschatz Neuer Pfarrerin wird in Mügeln in ihr Amt eingeführt
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
17:36 17.01.2014
Die neue Bewohnerin des Pfarrhauses in Altmügeln: Judith Krautkrämer kommt aus Oberschöna bei Chemnitz in die Collm-Region. Aufgewachsen in der Leipziger Region, lernte sie schnell die Menschen auf dem Land schätzen. Ihr Amt in Mügeln ist zu drei Vierteln Gemeindearbeit, zu einem Viertel Jugendarbeit im Kirchenbezirk. Quelle: Sven Bartsch

Noch sind nicht alle Umzugskartons ausgepackt und auch die Küche im Pfarrhaus ist noch nicht eingerichtet. Dennoch fühlt sich Judith Krautkrämer wohl in ihren neuen vier Wänden in Mügeln. "Das Pfarrhaus ist hell und weit, hier ist viel Platz und die Wohnung und die Gemeinderäume sind klar voneinander getrennt. Das habe ich schon anders erlebt", sagt die in Leipzig geborene, die ab 1997 ein Theologiestudium an der Berliner Humboldt-Universität absolvierte und sich schon zuvor ehrenamtlich in der kirchlichen Jugendarbeit engagierte.

Am zurückliegenden Wochenende in Oberschöna, wo sie zuletzt Pfarrerin war, verabschiedet, lernt sie nun morgen Nachmittag beim Einführungsgottesdienst in der St. Johanniskirche ihre neue Gemeinde kennen. Ein wenig fühlt sie sich noch "zwischen den Stellen", aus Oberschöna noch nicht fort und in Mügeln noch nicht angekommen. Doch sie hofft, dass es ihr mit der Unterstützung des Kirchspielvorstandes in Mügeln gelingt, das zu ändern.

Als eine ihrer wichtigsten Aufgaben sieht sie es an, die Kinder- und Jugendarbeit in der Region Oschatz, dem nördlichen Teil des Kirchenbezirks Leisnig-Oschatz, zu neuem Schwung zu verhelfen. Unterstützt wird sie von Jugendwart Arndt Kretzschmann aus Döbeln. Erster Termin dafür ist die Konfirmanden-Rüstzeit im Februar.

In Mügeln selbst möchte die 36-Jährige die Generationen mehr zusammenbringen. "Ich bin ein Familienmensch, auch wenn ich selbst noch keine Familie gegründet habe", sagt Judith Krautkrämer. Die Tochter einer Gemeindepädagogin hat zwei ältere und zwei jüngere Geschwister und möchte den Begriff "Familie" weiter fassen. "Das Bild von Vater, Mutter und zwei Kindern ist schön, aber doch sehr traditionell", sagt sie. Wolle sich die Kirche anpassen und der Gesellschaft öffnen, müsse sie hier ansetzen.

In ihrer Kindheit sei auch mal ein Gottesdienst mangels Interesse abgesagt worden. Das zu umgehen, sei nur möglich, wenn man über den Tellerrand schaue und Menschen zusammenführe, statt auf sie in der Kirche zu warten. Frauen- und Seniorenkreise hätten in der Regel wenig Berührungspunkte mit der jungen Gemeinde. "Sie treffen sich zu verschiedenen Zeiten und sprechen über verschiedene Themen. Dennoch ist es spannend, sie zusammenzuführen", sagt die Frau, die bereits in Colditz und Limbach-Oberfrohna als Religions- und Gemeindepädagogin tätig war und in Großenhain ein Projekt für mehrere Generationen erstmals erfolgreich durchführte.

Privat greift Mügelns neue Pfarrerin gern ins Bücherregal. Dort stehen allerhand Kriminalromane, allen voran skandinavische. Henning Mankells Kommissar Wallander hat es ihr dabei besonders angetan. Doch auch die Romane des in Kanada lebenden Autors John Irving schätzt sie ob ihrer Mischung aus Humor und Tragik.

iEinführungsgottesdienst: Sonntag, 19. Januar, 14. Uhr, Stadtkirche St. Johannis

Christian Kunze

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Der Bahnübergang in der Breiten Straße sorgt bei einigen Fahrzeugführern für Sorgenfalten. Hier ist die Einsicht auf einen Zug der Döllnitzbahn eingeschränkt.

17.01.2014

Forum für Künstler. "Die Collm Klinik" Oschatz ist offen für junge und erfahrene Künstler. Regelmäßig werden im Krankenhaus und im Medizinischen Versorgungszentrum Fotografien und Malerei gezeigt.

17.01.2014

Ein bisschen "Jurassic-Park" in Oschatz. Wer den Film kennt, weiß: Das ist nichts für schwache Nerven. Kein Film, sondern eine Ausstellung mit Modellen ausgestorbener Riesenechsen ist heute und morgen im Thomas-Müntzer-Haus zu sehen.

17.01.2014
Anzeige