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Oschatz Neues Dach der Oschatzer Klosterkirche wird aus Mauerfonds finanziert
Region Oschatz Neues Dach der Oschatzer Klosterkirche wird aus Mauerfonds finanziert
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06:11 16.03.2018
Pfarrer Christof Jochem vor der Oschatzer Klosterkirche. Das Dach soll neu gedeckt werden. Quelle: Foto: Christian Neffe
Oschatz

„Lebendiges verändert sich und nur was sich verändert, bleibt auch lebendig.“ Diese Worte, die in der aktuellen Ausgabe der Oschatzer Kirchennachrichten zu lesen sind, kommen von Pfarrer Christof Jochem und machen klar: Veränderung ist der Schlüssel zur Beständigkeit. Das gilt für Menschen ebenso wie für Gebäude, in denen sie leben und wirken.

Dach seit letzter Sanierung in den 1980ern sichtlich gelitten

Gewidmet sind diese Worte den anstehenden Arbeiten in der Klosterkirche, genauer: dem Dach des Kirchenschiffs. Dessen Verfassung hat seit der letzten Sanierung in den 1980ern sichtlich gelitten: Zahlreiche Risse durchziehen das Mauerwerk unterhalb des Dachs. Einsturzgefährdet sei es zwar noch lange nicht, doch bevor es irgendwann soweit ist, muss Abhilfe geschaffen werden.

In den kommenden Tagen steht zunächst die Anlaufberatung mit den am Bau beteiligten Unternehmen an, kurz nach Ostern sollen die Arbeiten schließlich beginnen und voraussichtlich im September abgeschlossen sein. Das Vorhaben geht mit nur leichten Einschränkungen im alltäglichen Betrieb einher. „Das Gebäude wird auch weiterhin zugänglich bleiben“, versichert Jochem. Und auch Andreas Wolf vom Verein KlosterArt, der das Kirchenschiff im Wesentlichen nutzt, teilt mit: „Auswirkungen auf den Verein und die geplanten Veranstaltungen haben diese Bauarbeiten, bis auf wenige kleine Einschränkungen, nicht.“

Fördermittel aus dem Mauerfonds

Finanziert werden die Bauarbeiten, die mit einer halben Million Euro zu Buche schlagen, zu 50 Prozent durch Fördermittel aus dem bundesweiten, sogenannten Mauerfonds, der aus den Erlösen der Verwertung ehemaliger Mauer- und Grenzgrundstücke gespeist wird. „Diese Mittel kommen nur bedeutende Bauwerke zugeschrieben“, sagt Jochem ein wenig stolz. „Zu Verdanken haben wir das vor allem Frank Kupfer, der sich dafür eingesetzt hat.“ Die andere Hälfte der Summe stammt vom Freistaat, der evangelischen Landeskirche sowie aus Eigenmitteln. „Wir sind sehr, sehr froh, dass wir diese massive öffentliche Förderung erhalten. Anders wäre das Vorhaben sonst nicht möglich gewesen.“

Öffentliche Ausschreibung inzwischen abgeschlossen

Die öffentliche Ausschreibung der Aufträge ist inzwischen abgeschlossen. Besonders erfreulich: Alle sechs Unternehmen stammen aus Oschatz oder Wermsdorf und waren bereits an den kürzlich durchgeführten Arbeiten an der Apsis und der Winterkirche beteiligt, sind also bereits mit der Beschaffenheit der Klosterkirche vertraut. Die noch zu DDR-Zeiten eingedeckten Betonziegel sollen durch neue und leichtere Biberschwänze ausgetauscht werden. Denn die Betonziegel seien „viel zu schwer für die Lastenverteilung“, erklärt Jochem. Hinsichtlich des ebenfalls zu erneuernden Dachtragewerks hofft er, „dass sich die Überraschungen in Grenzen halten“, und meint damit die möglicherweise maroden Holzbalken. Auf solche sei man bei den vergangenen Bauvorhaben nämlich mehrfach gestoßen.

Optische Veränderungen möglichst gering

Dabei sollen die optischen Veränderungen – auch aus Denkmalschutzgründen – möglichst gering gehalten werden. „Die historische Gestalt wird erhalten bleiben“, versichert Jochem. Lediglich die aktuell graue Färbung des Dachs soll einer historisch korrekten roten weichen.

Doch, auch wenn die Arbeiten am Dach im Herbst abgeschlossen sein werden, wird die Klosterkirche eine Baustelle bleiben. Danach stehen Sanierung des Innenraums des Kirchenschiffs, Erneuerung der Fensteranlage sowie umfangreiche Arbeiten am Gemeinderaum an. Das soll – so die aktuellen Pläne – zum Gemeindezentrum umgebaut werden.

Von Christian Neffe

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