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Oschatz Niedrigpreise im Altkreis Oschatz belasten die Bauern
Region Oschatz Niedrigpreise im Altkreis Oschatz belasten die Bauern
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10:21 07.04.2016
Mit 120 Traktoren und Zugmaschinen protestierten die Bauern im März in Leipzig gegen die Niedrigpreise in der Landwirtschaft. Quelle: Frank Schmidt
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Naundorf/Raitzen/Nasenberg

Die Landwirte der Region haben jetzt Hochkonjunktur und nutzen das günstige Wetter für die anstehenden Arbeiten auf den Feldern. „Wir sind dabei, vor der Maisaussaat Gülle zu fahren, bringen die Stickstoffdüngung im Getreide aus und nehmen organische Düngung zur Erhaltung der Bodenfruchtbarkeit vor“, informiert Roland Paul, Vorstandsvorsitzender der Agrargenossenschaft Naundorf/Niedergoseln. Auch der Pflanzenschutz beim Raps und Getreide gehöre zu den derzeitigen Aufgaben. „Wir müssen die paar Tage gutes Wetter nutzen und haben Schichtarbeit organisiert, damit wir mehr schaffen und die Maschinen auslasten“, so Paul. Zwölf Mitarbeiter des Unternehmens seien derzeit im Einsatz.

Düngung und Pflanzenschutz sei auch bei Landwirt Hartwig Kübler aus Raitzen das Hauptthema. „Wir sind bei der Vorbereitung der Rüben- und Maisaussaat. Das Problem ist, dass der Boden nach dem hohen Niederschlag am vergangenen Freitag noch zu nass ist“, so Kübler. An diesem Tag fielen nach seinen Angaben 22 Millimeter Regen in der Region. Beim Mais sei noch Zeit und nichts verpasst, doch bei den Rüben müsse mit jedem Tag zu spät mit Verlusten gerechnet werden. „Das Wetter sieht noch nicht so aus, als ob die Felder stark trocknen“, befürchtet Kübler. Was den Raps und das Getreide betrifft, sei alles im grünen Bereich. „Der Krankheitsdruck im Getreide ist allerdings höher und es gibt Pilzkrankheiten in den Beständen. Deshalb ist Pflanzenschutz notwendig.“

Kübler spricht von einer unbefriedigenden Preissituation bei den landwirtschaftllchen Produkten und sagt: „Das geht uns allen so, die Getreidepreise sind nach wie vor niedrig. Sollte die nächste Ernte wieder gut ausfallen, wird wahrscheinlich nochmals an der Preisschraube nach unten gedreht werden.“ Das betreffe alle gleichermaßen. So hätten beispielsweise auch die Milchbauern ein Riesenproblem, genauso wie die Schweinemäster. Die Ackerbauern werde es ebenso treffen, befürchtet der Landwirt. Dem stimmt auch Landwirtin Andrea Reinhardt aus Nasenberg voll und ganz zu und sagt: „Die Preise sind nach wie vor im Keller, für das, was wir mit hohem Niveau erzeugt haben. Auf ihren landwirtschaftlichen Flächen baut sie vorwiegend Getreide, Zuckerrüben, Kartoffeln und Raps an. Derzeit habe die Düngung und der Pflanzenschutz Priorität. „Bei der Wärme wächst alles wie verrückt.“ Beim Wetter wünscht sie sich für die nächsten Wochen: „Abwechselnd Sonnenschein und Regen. Was wir nicht mehr brauchen ist Schnee und Kälte.“

Der milde Winter habe unterdessen dazu geführt, dass die Mäusepopulation überlebte und die Plagegeister noch immer aktiv seien. „Das müssen wir im Auge behalten und gegebenenfalls Einzelbekämpfung vornehmen“, kündigt Reinhardt an.

Von Heinz Großnick

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