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Oschatz Nordsachsen: Teufelsdroge Crystal zerstört Familien
Region Oschatz Nordsachsen: Teufelsdroge Crystal zerstört Familien
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16:48 23.09.2014
Kinder sind die Leidtragenden: Drogensüchtige Eltern lassen ihre Aggressionen an ihrem wehrlosen Nachwuchs aus. Quelle: Sven Bartsch

Weil drogensüchtige Eltern ihre Kinder schlagen und missbrauchen, muss das Kreisjugendamt die betroffenen Mädchen und Jungen in Obhut nehmen. Bis Ende August waren davon bereits so viele Minderjährige betroffen wie im gesamten Vorjahr. Im Landratsamt Nordsachsen läuten deshalb die Alarmglocken. Die Behörde lädt vor diesem Hintergrund heute mehr als 300 Experten zu einem Symposium zu Kindeswohl und Kindergesundheit ein (siehe Kasten).

Genau 93 Mädchen und Jungen musste das Kreisjugendamt Nordsachsen im vergangenen Jahr in Obhut nehmen, also von ihren Familien trennen. Im laufenden Jahr war diese Zahl bereits Ende August erreicht, dürfte also bis zum Jahresende dreistellig werden. Gibt es einen Zusammenhang zwischen dieser Entwicklung und dem steigenden Crystal-Konsum von Eltern? "Ja, diesen Zusammenhang gibt es", sagt Sigrid Moschek, Leiterin des Kreisjugendamtes. Und sie kennt auch die Ursachen. "Orientierungsverlust, Aggressivität und Beschaffungskriminalität sind Begleiterscheinungen des Drogenkonsums. Zu beobachten ist, dass vermehrt Eltern Drogen wie Crystal konsumieren und dadurch in ihrer Erziehungsfähigkeit deutlich und schwerwiegend eingeschränkt sind", sagt die Amtsleiterin.

Laut Kriminalstatistik 2013 der Polizei in Sachsen wächst die Zahl der Rauschgiftdelikte scheinbar unaufhaltsam. Wurden im Jahr 2008 noch 6781 Drogendelikte registriert, so waren es 2013 bereits 9408 - also ein knappes Drittel mehr. Und immer öfter geht es um die Teufelsdroge Crystal. Während im Jahr 2009 nur etwa 30 Prozent der Rauschgiftdelikte im Zusammenhang mit Crystal standen, so war es im vergangenen Jahr bereits jeder zweite Verstoß gegen das Betäubungsmittelgesetz.

Polizei, Gerichte und die Landkreise müssen diese Entwicklung ausbaden. Das Kreisjugendamt Nordsachsen muss dann eingreifen, wenn die Kinder oder Jugendlichen selbst darum bitten oder wenn die Crystal-Eltern eine akute Gefahr für Leib und Leben ihrer Sprösslinge darstellen. Das ist zum Beispiel bei Misshandlungen und Missbrauch der Kinder durch ihre Mütter oder Väter der Fall. Die jungen Opfer kommen dann zu ihrem Schutz meist in ein Heim. Bezahlen muss diese sogenannten Hilfen zur Erziehung der Landkreis - und er muss dafür immer mehr Geld berappen. Musste Nordsachsen im Jahr 2011 noch 9,5 Millionen Euro aufwenden, so waren es im Vorjahr bereits knapp elf Millionen Euro. Sigrid Moschek: "Die teuerste Haushaltsposition ist dabei die Heimerziehung."

© Kommentar

Frank Hörügel

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