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Oschatz Nordsachsen ehrt seine Feuerwehrkameraden
Region Oschatz Nordsachsen ehrt seine Feuerwehrkameraden
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06:00 29.10.2018
Ein Blaulicht für die Blauröcke: Kai Emanue, Bernd Merbitz und Günther Schneider (von links) ehren Feuerwehr-Kameraden und Katastrophen-Schützer. Quelle: Foto: Wolfgang Sens
Bad Düben

Blaulichter für Blauröcke: Mit blinkenden Kugelschreibern sorgte Polizeipräsident Bernd Merbitz für einen Lichtblick eher ungeahnten Ausmaßes zur Ehrung für die nordsächischen Feuerwehren am Freitagabend im Heide Spa in Bad Düben. Weil er zu wenige dabei hatte, die Nachfrage aber groß war, gab es vor dem Buffet mit Dreiheider Roastbeef, Rotbarsch und Wildschwein das Ehrenwort an die Kameraden: An die einzelnen Wehren gehen Pakete mit den Leucht-Kugelschreibern auf Reisen.

Landrat Kai Emanuel und Polizeipräsident Bernd Merbitz ehren Feuerwehr-Kameraden und Katastrophen-Schützer Quelle: Wolfgang Sens

Eine kleine Geste fürs Ehrenamt, das Merbitz als oberster Polizist für Leipzig und die Landkreise Nordsachsen und Leipzig-Land auch so zu schätzen weiß: Es werde zwar als Normalität empfunden, „dass Sie das alles in ihrer Freizeit, im Ehrenamt machen. Aber wo gibt es noch so etwas, dass Menschen sich bereit erklären, sich stunden-, tag-, oft wochenlang einer Ausbildung unterziehen und im Einsatz sind. Wenn es Sie nicht gäbe, die Verletzte aus Fahrzeugen befreien, oder Sie als Notärzte, die um das Leben der Menschen ringen – Sie sind die Profis im Ehrenamt, meine Hochachtung Ihnen allen.“ Umso unverständlicher sei, wenn Kameraden, aber auch Rettungskräfte und Polizisten verbal und tätlich angegriffen und in der Ausübung ihrer Tätigkeit behindert werden. Merbitz reagierte darauf mit einer klaren Ansage an die Rechtssprechung. Es könne nicht sein, dass Einsatzkräfte, egal, ob von Berufs wegen oder im Ehrenamt „angegriffen und vollgepöbelt werden. Woher nehmen sich diese Leute das Recht, dies zu tun? Ich erwarte, dass die Justiz hart und schnell reagiert.“

Ehrungen für 25 und 40 Jahre Aktivsein

Über 90 Feuerwehrleute wurden stellvertretend für 3600 Kameraden der Landkreis-Feuerwehren geehrt, weitere für den Einsatz im Katastrophenschutz oder Kriseninterventionsteam, als Notfall-, Rettungssanitäter oder -assistent. Die Ehrungen sind das eine. Was vor allem zählt, ist Geld, damit Technik und Ausstattung auf einem guten Stand sind. Umso besser, wenn mehr Geld als gedacht da ist: „2018 hatten wir mit einem Budget von 1,8 Millionen Euro kalkuliert. Unsere Prioritätenliste durften wir erheblich verlängern, als stattdessen 3,5 Millionen Euro zur Verfügung standen“, so Landrat Kai Emanuel (parteilos). 133 Maßnahmen konnten oder können mit Förderungen realisiert werden, so Gerätehauser in Bornitz, Hohenroda und Priester, Fahrzeuge für Blumberg, Eilenburg, Oschatz, Delitzsch, Torgau und Taucha. Mit Blick auf die personelle Basis dürfe man sich zudem keine Denkverbote leisten: „Natürlich dürfen sich Kameraden Gedanken über die Zusatzrente machen. Und es ist auch darüber zu sprechen, inwieweit ein bestimmer Personenkreis zur ehrenamtlichen Tätigkeit in der Feuerwehr verpflichtet werden kann.“

Scheck für die Jugendfeuerwehren

Genauso wichtig – die Nachwuchsarbeit. Stellvertretend für die über 1000 Mitglieder der 75 nordsächsischen Jugend-Feuerwehren konnten Holm Grüttner vom Kreisfeuerwehrverband Delitzsch und Frank Dörschmann vom Kreisfeuerwehrverband Torgau-Oschatz einen symbolischen Scheck über 20 840 Euro entgegen nehmen. Der Landkreis verdoppelt damit jenen Betrag, den der Freistaat als Zeichen für die Wichtigkeit der Nachwuchsgewinnung als pauschale 20-Euro-Förderung für jedes Feuerwehr-Mitglied bereitstellt. „Aus dem uns zur Verfügung stehenden Ehrenamtsbudget stellt der Landkreis weitere 20 Euro pro Mitglied zur Verfügung“, so Kai Emanuel.

Sachsen steuert in puncto Finanzen nach

Aufmerksam vernommen wurden zudem die Worte von Günter Schneider., Als der einstige MdL vor einem Jahr seinen Posten als Staatssekretär im Sächsischen Innenministerium antrat, gab es im Bereich der Feuerwehren einen erheblichen Investitionsstau zu verzeichnen. „Wir wollten Signale setzen, die nachhaltige Wirkung haben und das Ehrenamt ehren“, so Schneider. Was heißt: „Wir haben die Feuerwehr-Pauschale von 50 Euro/Jahr pro aktivem FFw-Mitglied eingeführt, ebenso wie den Förderfestbetrag bei Sammelbestellungen von Fahrzeugen. Zudem wird nun auch die 50-jährige Mitgliedschaft bei der Feuerwehr geehrt.“ Auch in pucnto Investitionsstau soll sich etwas tun. Im aktuellen Doppel-Etat wurden die vorgesehenen 21 auf 40 Millionen Euro für die Wehren aufgestockt und festgelegt, dass in den nächsten fünf Jahren einschließlich 2018 rund fünf Millionen Euro investiert werden.

Von Kathrin Kabelitz

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