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Oschatz Nordsachsen in Not: Im Landkreis fehlen Unterkünfte für Flüchtlinge
Region Oschatz Nordsachsen in Not: Im Landkreis fehlen Unterkünfte für Flüchtlinge
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15:44 30.09.2014

Der Landkreis Nordsachsen beherbergt derzeit 775 Frauen und Männer, die aus Syrien, Pakistan, Indien, Libyen, Tunesien und in letzter Zeit auch aus den afrikanischen Staaten Eritrea und Tunesien geflohen sind.

"Bis zum Jahresende erwarten wir in unserem Landkreis noch mindestens 220 weitere Flüchtlinge", sagt Sven Keysel, Leiter des Ordnungsamtes der Kreisbehörde. Und diese Menschen brauchen ein Dach über dem Kopf. Keysel: "Auf Grund der stetig steigenden Zahl an hilfesuchenden Menschen sucht der Landkreis geeignete Unterkünfte. Hierbei kommen sowohl Wohnungen als auch bereits als Beherbergungseinrichtung genutzte Objekte in Frage.".

Nach Angaben des Amtsleiters werden in diesem Jahr mindestens 50 zusätzliche Plätze in Unterkünften für Flüchtlinge benötigt - sowohl für Familien als auch für einzelne Personen. Am liebsten wären der Behörde Angebote von Eigentümern fertig eingerichteter Zimmer oder Wohnungen - zum Beispiel in Pensionen. "Die Objekte sollten innerhalb kürzester Zeit verfügbar sein und über entsprechende Sanitäreinrichtungen sowie kleine Kochmöglichkeiten verfügen", sagt der Amtsleiter. Zudem sollte eine gewisse Infrastruktur mit Einkaufsmöglichkeiten, Busverbindungen, Schulen oder Kindereinrichtungen vorhanden sein. "Es sollte gewährleistet werden, dass die Flüchtlinge auch integriert werden können", wünscht sich Keyselt.

Mieter der Unterkünfte - und damit Vertragspartner der Vermieter - sind nicht die Flüchtlinge selbst, sondern der Landkreis. Bei der Höhe des Mietpreises orientiert sich die Kreisbehörde nach Angaben von Amtsleiter Keyselt an den Sätzen, die der Kreistag für Hartz-IV-Empfänger beschlossen hat.

Die Oberhäupter der Städte und Gemeinden in Nordsachsen hat bereits in der vergangenen Woche der Hilferuf des Landkreises erreicht. "Wir Bürgermeister sind uns einig, dass wir auch weiterhin Anstrengungen unternehmen werden, um den Menschen zu helfen, die vor Krieg und Gewalt zu uns fliehen", sagt der Oschatzer Oberbürgermeister Andreas Kretschmar (parteilos). Die Stadt Oschatz habe mit den 60 Plätzen in der Gemeinschaftsunterkunft bereits Erhebliches geleistet, betonte Kretschmar. Seit August leben in Oschatz Kriegsflüchtlinge in einem ehemaligen Obdachlosenheim.

Angebote nimmt das Ordnungsamt des Landkreises Nordsachsen in 04855 Torgau entgegen, E-Mail: sven.keyselt@lra-nordsachsen.de

Frank Hörügel

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