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Nordsachsens Landrat: Erhalt der Oschatzer Geburtenstation wäre zu großes Risiko

Collm-Klinik Nordsachsens Landrat: Erhalt der Oschatzer Geburtenstation wäre zu großes Risiko

Die geplante Schließung der Geburtenstation an der Collm-Klinik stößt in der Region Oschatz auf Widerstand. Rund 1600 Menschen haben bisher eine Online-Petition für den Erhalt der Abteilung unterschrieben. Dazu äußert sich der 47-jährige Kai Emanuel (parteilos), Landrat von Nordsachsen und Aufsichtsratsvorsitzender der Collm-Klinik, im Interview.

Zur geplanten Schließung der Geburtenstation an der Collm-Klinik äußert sich der 47-jährige Kai Emanuel (parteilos), Landrat von Nordsachsen und Aufsichtsratsvorsitzender der Collm-Klinik, im Interview.

Quelle: Archiv

Oschatz. Die Collm-Klinik gehört zu 75 Prozent dem Landkreis und zu 25 Prozent dem privaten Klinikbetreiber Asklepios.

Ist die Geburtenstation noch zu retten?

Nein, eine andere Entscheidung ist nicht möglich. Wir haben im Aufsichtsrat stundenlang diskutiert und diese Entscheidung gründlich abgewogen. Doch die Sicherheitsbedenken der Geschäftsführung sprechen gegen den Erhalt der Geburtenstation. Als Aufsichtsrat tragen wir das volle Risiko. Die Qualitäts-Anforderungen können mit dem vorhandenen Personal nicht mehr erfüllt werden. Das größte Manko ist die fehlende Kinderabteilung in Oschatz.

Mit der Schließung der Geburten-Station wird das relativ kleine Krankenhaus in Oschatz noch kleiner. Ist das Aus für die Geburten-Station der Anfang vom Ende für den Klinik-Standort Oschatz?

Wir haben einen Krankenhausplan in Sachsen, nach dem die Grund- und Regelversorgung abgesichert ist. Und in diesem Plan ist die Collm-Klinik mit drin.

Verschiedene Studien gehen davon aus, dass deutschlandweit in den nächsten Jahren etwa 200 Krankenhäuser von der Schließung bedroht sind. Wird es die Collm-Klinik in zehn Jahren noch geben?

Unser Haus ist nicht von einer Schließung bedroht. Die Grund- und Regelversorgung der Bevölkerung muss auch in der Zukunft gewährleistet werden. Bei Patientenbefragungen zur Qualität gehört Oschatz sachsenweit mit zu den besten Krankenhäusern. Und ich sehe auch nicht, dass die Krankenkassen bestrebt sind, kleinere Kliniken dicht zu machen.

Wie beurteilen Sie die aktuelle wirtschaftliche Situation der Collm-Klinik?

Die wirtschaftliche Lage ist gut, das Ergebnis in Ordnung. Unsere Investitionen erwirtschaften wir aus eigenen Mitteln.

Die orthopädische Abteilung ist der Umsatzbringer an der Collm-Klinik, die zu 25 Prozent der Asklepios-Gruppe gehört. Im Landkreis Nordsachsen gibt es in Bad Düben eine Spezialklinik für Orthopädie, in der Asklepios das Sagen hat. Besteht aus Ihrer Sicht die Gefahr, dass Asklepios die Orthopädie in Oschatz für Bad Düben opfert?

Es würde keinen Sinn machen, die Leute, die sich in Oschatz operieren lassen, nach Bad Düben zu transferieren. Von Asklepios habe ich noch nie einen Ton gehört, dass die Orthopädie in Oschatz zurück gebaut werden soll.

Ihr Amtsvorgänger Michael Czupalla hat sich gegen eine weitere Privatisierung der Collm-Klinik ausgesprochen. Welche Pläne verfolgen Sie?

Die Krankenhaus-Landschaft im Kreis Nordsachsen ist sehr heterogen. Es gibt rein kommunale, private und Krankenhäuser mit kommunaler und privater Beteiligung. Ich sehe keinen Grund dafür, etwas an dieser Grundstruktur zu ändern. In Oschatz ist die Zusammenarbeit mit Asklepios gut, wir haben damit einen starken strategischen Partner. Und es gibt auch kein Kaufangebot von Asklepios für die Collm-Klinik.

Interview: Frank Hörügel

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