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Nordsachsens neue Leiterin im Migrations-Amt hat große Ziele

Flüchtlingspolitik Nordsachsens neue Leiterin im Migrations-Amt hat große Ziele

Das Amt für Migration und Ausländerrecht in Landkreis Nordsachsen hat eine neue Leiterin. Zum Amtseintritt blickt Patricia Groth auf die Lage der Flüchtlinge im Altkreis Oschatz.

Patricia Groth hat Rechtswissenschaften studiert und vor dem Wechsel ins Landratsamt unter anderem in der Widerspruchsstelle des Jobcenters gearbeitet.

Quelle: Anton zirk

Region Oschatz. Patricia Groth leitete bereits seit einigen Wochen kommissarisch das Amt für Migration und Ausländerrecht im Landkreis Nordsachsen. Nun wurde sie vom Kreistag offiziell in ihrer Position bestätigt. Die 37-Jährige hat vorher bereits für das Ordnungsdezernat gearbeitet, kennt den Fachbereich, in dem sie mit den Folgen der sogenannten Flüchtlingskrise Tag für Tag konfrontiert ist. Bei ihrem Start im erst 2015 aus der Taufe gehobenen Amt muss sie sich jedoch anderen Anforderungen stellen als ihr Vorgänger Sven Keyselt.

Wie in Gesamtdeutschland hat sich die Zahl der neu ankommenden Flüchtlinge auch in Nordsachsen deutlich verringert. Kamen 2015 noch 1620 Geflüchtete in den Landkreis, mussten 2016 nur noch 715 Menschen untergebracht werden. Bis zum 31. August dieses Jahres waren es gerade mal 266 Neuankömmlinge. Seit 2016 wurden zudem 131 Personen aus dem Landkreis in ihre Heimatländer abgeschoben. Insgesamt leben im Altkreis damit noch 270 Personen mit ungeklärtem Asylstatus.

63 Prozent Belegung

Die rückläufige Entwicklung spiegelt sich auch in den Gemeinschaftsunterkünften wider. Zur Zeit der höchsten Flüchtlingszahlen waren sie auch im Altkreis Oschatz phasenweise voll besetzt. Heute liegt die Belegung in den zentralen Unterbringungen des Landkreises, darunter zwei in Oschatz, eine in Dahlen und eine in Cavertitz, nur noch bei 63 Prozent. Dieser Rückgang führt auch bei Groths Arbeit zu einer Verschiebung der Prioritäten: „2015 konnte es in Anbetracht der personellen Ressourcen nur darum gehen, den Menschen eine Unterkunft zu bieten und die nötigen Leistungen zu erbringen. Jetzt geht es um Integration“, sagt die Amtsleiterin.

Dezentrale Unterbringung

Um dieses Ziel zu erreichen, will sie bei Geflüchteten auch in Zukunft – wenn möglich – auf dezentrale Unterbringung setzen. „Wir versuchen das beizubehalten. Das ist der sinnvollste Weg, die betroffenen Menschen zeitnah zu integrieren, weil sie so unmittelbar in der Gesellschaft verwurzelt sind und viel besser durch die Sozialarbeiter und Paten betreut werden können“, sagt Groth.

Keine Schließung geplant

Trotz dieser Strategie und sinkender Belegungszahlen sei es im Moment nicht vorgesehen, Gemeinschaftsunterkünfte im Altkreis Oschatz zu schließen. Ohnehin ist nur eine der vier vom Landkreis angemietet worden. Die Übrigen wurden entweder vom Betreiber selbst angemietet oder befinden sich in dessen Besitz. Dass die Unterkünfte nicht stärker ausgelastet sind, bewertet Groth dabei nicht als Problem: „Der aktuelle Puffer ist sinnvoll. Für den Fall, dass die Zahlen wieder steigen würden, haben wir zudem Stand-by-Verträge mit den Betreibern unterschrieben, damit die Auslastung auch jederzeit hochgefahren werden könnte“, erklärt Groth.

Diese Vorsorge resultiere aus der Erfahrung, dass sich künftige Flüchtlingszahlen nur sehr schwer voraussagen lassen. „Wir fragen das regelmäßig ab, aber diesbezüglich gibt es vom Bund und vom Freistaat keine verlässlichen Zahlen, mit denen wir arbeiten könnten“, erklärt die Delitzscherin.

Nachhaltige Integration

Klar sei hingegen, dass bis Anfang nächsten Jahres 37 aktuell noch minderjährige Flüchtlinge mit ihrer Volljährigkeit aus der Obhut des Jugendamtes in die Verantwortung des Amtes für Migration und Ausländerrecht übergehen werden. Sie müssen entweder in den Gemeinschaftsunterkünften oder dezentral in Wohnungen untergebracht werden.

Groth blickt ihren künftigen Aufgaben optimistisch entgegen, auch weil sich Nordsachsen zuletzt „sehr offen“ präsentiert habe. Der nächste Schritt sei nun eine nachhaltige Integration: „Die betroffenen Menschen sollen sich sprachlich, beruflich und sozial so entwickeln können, dass sie im besten Fall nicht mehr von Sozialleistungen abhängig sind“, wünscht sich die Amtsleiterin.

Von Anton Zirk

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