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Oschatz Nostalgischer Hingucker - Telegrafenleitungen
Region Oschatz Nostalgischer Hingucker - Telegrafenleitungen
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13:19 07.04.2014
Region

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Zu solchen Originalen gehörten die Telegrafenleitungen an den Strecken. Sie sind weitgehend nur noch auf Nebenbahnen oder im östlichen Ausland zu finden, wenngleich ihre einstige Funktion als Strom- und Fernmeldeleiter nur noch in Ausnahmefällen gegeben ist. In unserer Region sind oberirdische Fernmeldeleitungen nur noch zwischen Oschatz und Mügeln als nicht mehr durchgängiges Eisenbahnrelikt vorhanden.

Wie wertvoll solch nostalgisches Ambiente aber inzwischen gehandelt wird, ist daran zu erkennen, dass auf der Insel Rügen bei der schmalspurigen Eisenbahn zwischen Göhren und Garftitz wieder 500 Fernsprechmasten mit vieradrigen Leitungen aufgestellt wurden. Auch bei polnischen und französischen Bahnen wird noch Wert auf deren Erhalt gelegt, so weit sie noch vorhanden sind.

Es soll nicht Anlass dieses Beitrages sein, Zweck und Funktion dieser Leitungen zu schildern, doch deren äußere Kennzeichen und Merkmale sollten schon kurz beschrieben werden. Dies sind vor allem die sieben bis zehn Meter hohen, mit Teeröl getränkten Kiefernholzstangen, welche als Einfach- oder Doppelgestänge im Abstand von meist 50 Metern eingebracht wurden. Auf ihrer Spitze sind Hakenstützen installiert, an denen aus Hartporzellan bestehende Isolatoren - auch als Glocken bezeichnet - hängen. Durch diese führen die aus Kupfer oder verzinktem Eisendraht in zwei bis vier Millimeter Stärke bestehenden Freileitungen.

Erkennbar waren die von der Eisenbahn genutzten Leitungen daran, dass diese der Gleisseite und die von der Post oder anderen Anbietern betriebenen Leitungen der Feldseite zugewandt waren.

Durch diese metallischen Leiter wurden Fernsprech- und Fernschreibverbindungen, Telegramme, Zugmeldungen und Alarmzeichen von einer zur anderen Fernmeldeanlage übermittelt, abgehört oder aufgezeichnet.

Sicher wäre es von Nutzen, wenn einige solcher noch sichtbaren Einrichtungen, äußerlich noch intakt, an die bis in die 1970er Jahre funktionierenden Leitungen erinnern könnten.

Reiner Scheffler

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