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Oschatz OAZ im Gespräch mit ehemaligem Wermsdorfer Pfarrer Martin Prause
Region Oschatz OAZ im Gespräch mit ehemaligem Wermsdorfer Pfarrer Martin Prause
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17:04 31.08.2012
Martin Prause

Die wievielte Station ist Schirgiswalde für Sie als katholischer Priester?

Ich bin 1995 zum Priester geweiht, danach hat man normalerweise erst einmal Stellen in denen man Kaplan ist und noch kein eigenständiger Pfarrer, sondern einem solchen zugeordnet ist. Es ist also meine fünfte Stelle - nach Freiberg und Glauchau, Chemnitz-Propstei beziehungsweise meine zweite Pfarrstelle - nach Wermsdorf/Oschatz jetzt Schirgiswalde.

Wie viele Gemeindeglieder hat Ihre Kirchgemeinde, auch im Verhältnis zu Wermsdorf?

Schirgiswalde hat aktuell 3300 Gemeindemitglieder. Weitere Gottesdienststationen waren Großpostwitz, Sohland, Wilthen und Wermsdorf/Oschatz mit etwa 1100 Gemeindemitglieder. Dazu kamen Gottesdienststationen in Mügeln und Dahlen.

Stimmt es, dass Sie genau die Stationen durchlaufen, die auch Prälat Hermann Scheipers gegangen ist? Wenn ja warum?

Meine beiden direkten Vorgänger - in Schirgiswalde Pfarrer Hermann Scheipers, Kaplan in Hubertusburg von 1937 bis 1940, in Schirgiswalde von 1960 bis 1983 und Pfarrer Alexander Paul, Pfarrer in Wermsdorf von 1974 bis 1977 und in Schirgiswalde von 1983 bis 2011 - waren beide als Seelsorger in Wermsdorf eingesetzt.

Mehr Gemeinsamkeiten gibt es nicht. Möglicherweise kann man den Schluss ziehen: Wer sich in Wermsdorf/Hubertusburg bewährt hat, kann Pfarrer in Schirgiswalde werden.

Was ist anders als in Wermsdorf/Hubertusburg?

Die Landschaft, und zwar nicht nur ein Berg, sondern viele Berge. Dann der Dialekt in der Oberlausitz. Ich arbeite mit einem Kaplan und einer Gemeindereferentin zusammen. Da muss ich auch eine gute Leitung üben. Die Anzahl der Gemeindemitglieder ist viel größer - auch derer, die sonntags zum Gottesdienst kommen. Das sind etwa 900 in der ganzen Pfarrei. In Wermsdorf waren es insgesamt etwa 150. Vom Territorium her ist Wermsdorf/Oschatz größer gewesen, da sind die Entfernungen hier kürzer.

Ich muss mich auch um viel mehr Gebäude kümmern, vor allem aus baulicher Sicht. Alles in allem musste ich mich erst einmal neu eingewöhnen. Zu erwähnen ist auch die Ausrichtung von vor dem Krieg ins Böhmische und die heutigen Kontakte ins Böhmische. Die ausgeprägte Krippentradition zu Weihnachten ist hier auch eine andere.

Wurden Sie in Schirgiswalde schon mal enttäuscht?

"Enttäuscht" ist ein schwieriges Wort, ich könnte nicht behaupten in Schirgiswalde enttäuscht worden zu sein. Wenn Sie darauf anspielen, dass unserer Pfarrei ein wertvoller historischer Kelch gestohlen wurde, dann hat es mich natürlich sehr geärgert. Und eher über historische Werte und über die Notwendigkeit oder Nichtnotwendigkeit von wertvollen sakralen Gegenständen nachdenken lassen.

Gab es ein besonderes Erlebnis in dem vergangenen Jahr?

Das erste Mal ist ja immer besonders. Da hatte ich also viele Erlebnisse, die insofern in meinem bisherigen Leben nicht alltäglich waren. Aber eine Fronleichnamsprozession mit drei Altären als Stationen und mit rund 900 Teilnehmern durch eine Stadt zu gehen, das ist wirklich schon sehr beeindruckend.Es fragte:

Gabi Liebegall

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