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Oschatz Oberster Regionalplaner empfiehlt Oschatz Fusion mit Nachbargemeinden
Region Oschatz Oberster Regionalplaner empfiehlt Oschatz Fusion mit Nachbargemeinden
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16:28 11.03.2015
Andreas Berkner ist Leiter der regionalen Planungsstelle Leipzig-Westsachsen. Quelle: André Kempner

Was heißt Regionalplanung?

Durch sie sollen gleichwertige Lebensbedingungen in allen Teilräumen des Landes geschaffen werden. Der Verband ist Moderator, hilft bei Konfliktbewältigung und berät Kommunen. Für ein Mittelzentrum ist wichtig, mit angrenzenden Kommunen zusammenzuarbeiten.

Können die Ergebnisse der Regionalplanung gemessen werden?

Unter anderem daran, wie sich die Stadt entwickelt. Als kürzlich 30 Bürgermeister Gäste in Oschatz waren, haben sie geäußert, dass in der Stadtentwicklung spürbar viel Arbeit steckt. Außerdem haben wir als konkretes Ergebnis unserer Arbeit den neuen Gewässerkatalog heraus gegeben, damit Investoren ihre Vorhaben und Einwohner ihren Urlaub oder Ausflug besser planen können.

Was sind die wichtigsten Aspekte, die beachtet werden müssen?

Das sind die demografische Entwicklung, die Aktionsräume Torgau-Oschatz, Döbeln-Riesa-Mittweida, interkommunale Zusammenarbeit im Oschatzer Land sowie die Raum- und Schulstruktur. Ein Pfund ist der Schienenanschluss an die schnellen Zugverbindungen nach Leipzig und der S-Bahn. Und die Umgehungsstraßen in Mügeln und Wermsdorf bilden einen wichtigen Aspekt für die Infrastruktur Erreichbarkeit.

Welche Rolle spielt die Einwohnerzahl?

2003 hatte Oschatz 16 700 Einwohner. In diesem Jahr sind es noch 14 600, und 2020 werden es wahrscheinlich 14 100 sein. Diese Zahlen sind wichtig für das Schulnetz, den Straßenbau, für Versorgungs- und Betreuungsinfrastrukturen.

Spielen auch Fusionen von Kommunen bei der Regionalplanung eine Rolle?

Wir unterbreiten dazu nur Vorschläge. Für Oschatz besteht derzeit kein unmittelbarer Handlungsbedarf in Sachen Fusion. Eine Empfehlung von uns ist ein Zusammenschluss mit Liebschützberg und Naundorf auf längere Sicht. Das wäre raumstrukturell sinnvoll. Dagegen wäre ein Zusammenschluss von Oschatz mit Mügeln und Dahlen weniger geeignet - eine 'Heirat' von Wermsdorf und Oschatz schon eher.

Gibt es das Mittelzentrum Oschatz in zehn Jahren noch?

Davon gehe ich aus. Deshalb ist eine Zusammenarbeit mit anliegenden Gemeinden so wichtig, für die Oschatz Versorgungsfunktionen leistet.

Wie können Bürger überzeugt werden, dass sie nicht abwandern?

Es muss etwas geboten werden, was die Menschen überzeugt - die Nähe zur Kita und zur Schule, Arbeitsmöglichkeiten, Lebensqualität. Übrigens hat Oschatz seit langem neuerdings wieder mehr Zu- als Wegzüge. Das heißt: Oschatz kann sich sehen lassen. Der Standort Oschatz sollte viel mehr hofiert, stabilisiert und weiterentwickelt werden.

Gibt es einen Ausstattungskatalog für Mittelzentren?

Nein. Die kommunale Leistungskraft ist unterschiedlich. Kein Mittelzentrum kann sich alles leisten. Umso wichtiger ist die Zusammenarbeit zwischen den zentralen Orten.

Interview: Gabi Liebegall

Gabi Liebegall

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