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Obstbauern fordern: Bio-Anbau muss auch auf Teilflächen möglich sein

Obstbauern fordern: Bio-Anbau muss auch auf Teilflächen möglich sein

Zu einer Diskussionsrunde lud der landwirtschaftspolitische Sprecher der Grünen im sächsischen Landtag Wolfram Günther ein. Günthers Einladung stand unter dem Titel "Obstanbau in der Globalisierungsfalle - sind regionale Wirtschaftskreisläufe die Lösung?".

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Auf einer Obstplantage bei Sornzig: Wolfram Günther (4.v.r.) im Gespräch mit Fachleuten und Gästen.

Quelle: B. Schumann

Sornzig. Von Bärbel Schumann

 

Ein Thema, das nach dem Wirtschaftsembargo gegen Russland auch bei den Obstproduzenten für Gesprächsstoff sorgte.

 

Thomas Arnold, Geschäftsführer der Klosterobst GmbH Sornzig, sprach zur Tradition und Entwicklung des Obstanbaus in und um Sornzig. Er zeigte so auch auf, wie sich aus einzelnen Familienbetrieben später Genossenschaften entwickelten, wie seit dem DDR-Ministerratsbeschluss zur Eigenversorgung der Bevölkerung 1973 die Strukturen der Landwirtschaftsbetriebe größer wurden und sich über drei Landkreise erstreckten.

 

Heute agieren regionale Betriebe wie die Klosterobst GmbH unter dem Dach der Obstland Dürrweitzschen AG. Mit der eigenen Marke Sachsenobst werden regionale Wirtschaftskreisläufe gestärkt. Erstaunt war Günther, dass die Bio-Obst GmbH Baderitz mit ihren 200 Hektar Bio-Anbaufläche der größte Bio-Obstanbaubetrieb in Deutschland ist. "Bei unseren Dauerkulturen kann für kleine Betriebe eine Umstellung eine existenzielle Frage sein", erklärte Gerd Kalbitz, Vorsitzender des sächsischen und sachsen-anhaltinischen Obstanbauverbandes. "Wir müssen deshalb die Politik in Sachsen überzeugen, dass auch eine Umstellung auf Teilflächen möglich wird." Nur große Unternehmen wie die Obstland AG mit vier konventionellen und einem Bio-Unternehmen könnten sich das unter den bisherigen Bedingungen existenziell als Unternehmen leisten.

 

Eindringlich wartete Kalbitz mit Fakten auf - in der Hoffnung, Wolfram Günther zum Nachdenken zu bringen. Denn: Auch in den Betrieben der Aktiengesellschaft wolle man das anbauen, was gebraucht und vom Kunden gewünscht wird, wie Michael Erlecke, Vorstand der Obstland Dürrweitzschen AG, betonte. Auch Themen wie Landverkäufe, Pachtpreise, Absatzmöglichkeiten oder Forschung für die Landwirtschaft boten an diesen Abend Gesprächsstoff. "Für mich war es sehr interessant, die verschiedenen Sichten zu den angesprochenen Themen zu erfahren. Das ist wichtig für meine Arbeit", schlussfolgerte der Landtagsabgeordnete.

Bärbel Schumann

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