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Oschatz Obstland AG schüttet höhere Dividende als die Telekom aus
Region Oschatz Obstland AG schüttet höhere Dividende als die Telekom aus
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16:27 29.08.2016
Quelle: DDP
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Die Aktionäre der Obstland Dürrweitzschen AG, haben auf der vergangenen Hauptversammlung nicht allen agierenden Vorständen eine ordentliche Arbeit bescheinigt. Sie verwehrten dem am 2. Mai aus dem Unternehmen fristlos gekündigten Vorstand Michael Erlecke die Entlastung. Das ist ein Novum. Gerd Kalbitz, der seit Mai gemeinsam mit Heiner Hellfritzsch an der Vorstandsspitze steht, legte Rechenschaft über das Geschäftsjahr 2015 ab. Zugleich gab er einen Ausblick auf die Zukunft des Unternehmens.

In seinem Bericht ging Kalbitz auf die personellen Veränderungen ein. „Die Gründe für den plötzlichen Führungswechsel können und dürfen wir Ihnen heute nicht in allen Einzelheiten erklären“, so Kalbitz. Der Aufsichtsrat habe es sich nicht leicht gemacht, es lägen aber gravierende Gründe vor. Seine und die Bestellung von Heiner Hellfritzsch dienten der Schadensabwendung. „Die wirtschaftliche Lage der Obstland-Gruppe ist gut, die Ergebnisse des Berichtsjahres wie auch die aktuelle Situation sind es ebenfalls“, betonte der Vorstand.

Anders schaue es bei der Betrachtung der Geschäftsführung des Vorstandes im Berichtsjahr wie auch in den ersten vier Monaten des laufenden Geschäftsjahres aus. Es habe gravierende Unregelmäßigkeiten in der operativen Geschäftsführung des Vorstandes gegeben. Dabei handele es sich um schwerwiegende Verletzungen der im August 1998 beschlossenen und damit rechtsverbindlichen Vorstandsgeschäftsordnung. Es gehe um Verstöße bei zustimmungspflichtigen Geschäften. Allein dies habe über die sofortige Abbestellung und fristlose Entlassung von Michael Erlecke geführt. Im Verlauf der Ermittlungen habe der Vorstand Strafanzeige gegen eine leitende Mitarbeiterin des Unternehmens erstattet und diese fristlos entlassen. Zudem entzog der Aufsichtsrat am 13. Juni 2016 dem bisherigen Finanz-Prokuristen die Vollmachten. Dieser hat zwischenzeitlich von sich aus gekündigt. Der Vorstand habe zur Bewahrung der Gesellschaft vor finanziellem Schaden aus den Handlungen des früheren Vorstandes inzwischen auch Schadensersatzansprüche bei der Versicherung angemeldet. „Mehr kann und darf ich heute aufgrund der noch immer laufenden Ermittlungen in einem schwebenden Verfahren nicht ausführen“, erklärte Kalbitz und warb für Verständnis. In der Diskussion von Aktionären nach seinem Kenntnisstand wurde Aufsichtsratsvorsitzender Michael Heckel befragt. Er und die Mitglieder des Rates hätten nur das gewusst, worüber der Vorstand sie informiert hätte.

Davon unbenommen war 2015 das beste Geschäftsjahr. Danach stieg der Umsatz des Unternehmens auf rund 63 Millionen Euro. Trotz zahlreicher negativer Markteinflüsse, insbesondere extremer Wetterverläufe, konnte die Obstland-Gruppe 2015 mit rund 808 100 Euro das bislang zweitbeste Ergebnis ihrer bisherigen Unternehmensentwicklung sowie neuerlich einen Bilanzgewinn von 237 608 Euro ausweisen.

Wie von der Verwaltung vorgeschlagen, beschlossen die Aktionäre eine Ausschüttung von 60 Cent je Aktie. Damit liegt die Dividende um fünf Cent höher als bei der Deutschen Telekom.

Von Bärbel Schumann

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