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Oschatz Öko-Station Naundorf unterstützt Forstmitarbeiter
Region Oschatz Öko-Station Naundorf unterstützt Forstmitarbeiter
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15:22 08.04.2018
Die Mitglieder der Kinder-Umweltgruppe der Öko-Station Naundorf haben durch Eltern und Großeltern sowie weitere Helfer Unterstützung bei ihrer Pflanzaktion im Collmer-Revier erhalten. 800 neue Sträucher und Wildobstbäume setzten sie nahe der „Sechser Wiese“ in den Boden. Quelle: Foto: Bärbel Schumann
Naundorf/Wermsdorf

„Zwei Mal mussten wir die Aktion wegen der Witterungsbedingungen verschieben, aber nun kann es los gehen“, freut sich Annett Erdmann, Leiterin der Öko-Station in Naundorf und zugleich auch Leiterin der Kinder-Umweltgruppe.

Kathrin Franke mit Tochter Emma sind ein gutes Team beim Pflanzen. Quelle: Bärbel Schumann

Mehr als 30 Erwachsene, Kinder und Jugendliche sind zur „Sechser Wiese“ im Collmer – Revier des Staatsbetriebes Sachsenforst gekommen. Am Waldrand sollen hier auf einem 60 Meter breiten Feldflurstück Bäume und Sträucher gepflanzt werden. Revierförster Mario Erdmann und die beiden Forstwirte Udo Kählert und Marcel Billig haben alles vorbereitet. „Die Fläche war verpachtet, Bundeseigentum. Nun hat sie Sachsen und in diesem Fall der Staatsbetrieb zurück erhalten und forstet sie auf“, erklärt der Revierförster.

Waldvermehrungsprogramm auferlegt

Es wird nicht die einzige Fläche bleiben, denn der Freistaat hat sich ein Waldvermehrungsprogramm auferlegt, weil er mit knapp 30 Prozent Waldfläche von seinem gesamten Territorium zu den waldärmsten in Deutschland gehört. „Im Revier Wermsdorf sollen rund vier Hektar neu gepflanzt werden“, so Mario Erdmann. Über das Hilfsangebot von der Öko-Station haben sich die Forstfachleute gefreut. Einmal, weil so Kinder und Jugendliche mit ihren Eltern oder Großeltern etwas gemeinsam für den Erhalt unseres Waldes tun können und zum anderen auch, weil man nicht früh genug damit beginnen kann, Achtung und Liebe zur Natur zu wecken. „Außerdem passt das doch gut, wo der Wermsdorfer Wald zum Wald des Jahres in Deutschland gewählt wurde“, ergänzt Annett Erdmann.

Unterdessen haben Kinder wie Emma, Emil, Theodor-Karl, Lina, Fritz mit Unterstützung der Erwachsenen die ersten Sträucher in den Boden gepflanzt. Gute Teams sind dabei, beispielsweise die Oschatzerin Kathrin Franke mit ihrer Tochter Emma und Silvio Weber aus Mügeln mit Sohn Theodor-Karl und seiner Frau Anne.

Mitglieder der Kinder-Umweltgruppe bei der Aktion in Wermsdorf. Das jüngste Mitglied ist gerade mal vier Jahre alt. Quelle: Bärbel Schumann

„Nicht vergessen, nach dem Pflanzen alles fest antreten“, erinnert Annett Erdmann die Kinder. Selbst die Vierjährigen wie Emil und Fritz sind so emsig bei der Sache, dass sie dabei in ihren dicken Jacken, mit Schal und Mütze ausgestattet, ins Schwitzen geraden, als sich die Frühlingssonne von ihrer besten Seite zeigt. „Sträucher und Bäume, in diesem Fall Wildobstsorten, werden stufenförmig an den Wald heran gepflanzt“, erklärt der Revierförster später. Früher, vor hundert Jahren, wäre das undenkbar gewesen. Seit zirka 50 Jahren geht man mit den neuen Erkenntnissen anders heran. Und so kommen an diesem Sonnabend nahe der „Sechser Wiese“ beispielsweise Schwarzdorn, Heckenrosen, Holunder, Schlehe, Hagebutten, Ginster wolliger Schneeball genauso in den Boden wie Wildbirnen und andere Wildobstsorten.

Bodenkundliches Denkmal

Bei der Auswahl, so Revierförster Mario Erdmann, musste etwas Wichtiges beachtet werden. Alle neu gepflanzten Sträucher und Bäume müssen kurzwurzlig sein. Eine Vorgabe an die Forstleute seitens des archäologischen Landesamtes, denn das Gebiet ist als bodenkundliches Denkmal ausgewiesen, weil es dafür einen „bronzezeitlichen Siedlungsbefund“ gibt. Das sorgt für Gesprächsstoff, als die Gruppe zum Abschluss für ihren Einsatz noch mit einer kleinen Stärkung belohnt wird. Gesprochen wird da auch über neue Aktionen und Vorhaben, denn für die Mitglieder der Kinder-Umweltgruppe ist und war diese Aktion nicht einmalig.

Von Bärbel Schumann

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