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Oschatz Ofenkachelfabrik Mügeln Ruka meldet erneut Insolvenz an
Region Oschatz Ofenkachelfabrik Mügeln Ruka meldet erneut Insolvenz an
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00:32 02.03.2018
Für die 50 Mitarbeiter der Ruka Ofenkeramik und Zubehör GmbH ist die Zukunft derzeit ungewiss. Quelle: Foto: Sven Bartsch
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Mügeln

Bisher war die Lage unklar, nun ist es amtlich: Die Ruka Ofenkeramik und Zubehör GmbH befindet sich seit vergangenem Freitag in einem vorläufigen Insolvenzverfahren. Das geht aus einer öffentlichen Bekanntmachung des Amtsgerichts Leipzig hervor.

Demnach wurde Martin Dietrich von der Kanzlei „Mönning Feser Partner“ zum vorläufigen Insolvenzverwalter bestellt. Auch die Kanzlei bestätigte, dass es sich um ein vorläufiges Insolvenzverfahren handele, das heißt: Der Insolvenzantrag wurde eingereicht, ein Gericht muss nun das Schuldnervermögen prüfen und gegebenenfalls Sicherungsmaßnahmen treffen, bevor das Insolvenzverfahren schließlich eröffnet wird. Weitere Informationen gab die Kanzlei bis Redaktionsschluss nicht bekannt.

Investor aus Frankfurt am Main sprang 2017 ein

Die Hoffnungen auf einen Neustart, wie dies noch vor einem Jahr der Fall war, scheinen diesmal bei Mitarbeitern und Geschäftsleitung nicht mehr sehr groß zu sein. Der ersten Insolvenz im Januar 2017 folgte am 1. Mai eine Übernahme durch den Investor SynInvest aus Frankfurt am Main. Die damals gute Auftragslage ließ auf ein Weiterbestehen des 1894 gegründeten Unternehmens hoffen.

Ein Mitarbeiter der Ruka bestätigte nun gegenüber der OAZ, dass am vergangenen Donnerstag eine Betriebsversammlung einberufen wurde. Darin habe Geschäftsführer Björn Kukula gegenüber den Angestellten mitgeteilt, dass die aktuelle Auftragskonstellation „sich nicht mehr rechnen würde“ und er deshalb „nicht mehr damit rechnet, dass es für Ruka so wie bisher weiter geht“, so der Mitarbeiter.

Erhalt der Arbeitsplätze ungewiss

Am Donnerstag sei zudem davon gesprochen worden, dass die rund 50 Mitarbeiter zum 1. April ihre Jobs verlieren könnten. Aktuellen Informationen zufolge ist dies jedoch nicht der Fall: Die Gehälter seien bis einschließlich April abgedeckt.

Dabei waren die Brennöfen erst während der Betriebsferien zum Jahreswechsel saniert worden. Die Insolvenz sei da noch nicht absehbar gewesen. „Zu Jahresbeginn herrscht immer eine Auftragsflaute, diesmal sind es jedoch nochmals deutlich weniger gewesen“, so der Ruka-Mitarbeiter. Dennoch: Die neuerliche Insolvenz sei für alle unerwartet gekommen.

Stadt würde unter Schließung „sehr leiden“

Deutlich positivere Worte kommen von Mügelns Bürgermeister Johannes Ecke (Freie Wähler). Er war am Montagmorgen vor Ort, um sich über den aktuellen Sachstand zu informieren. Von einer bevorstehenden Schließung sei dabei keine Rede gewesen. „Bisher steht nur die Insolvenz im Raum. Es wird schwierig werden, aber wir werden sehen, was die Zukunft bringt.“

Sollte es dennoch zur Schließung kommen, wäre das ein herber Schlag für Mügeln: „Die Stadt würde darunter sehr leiden. Nicht nur, dass es dann die traditionsreichen Mügelner Kacheln nicht mehr geben würde. Vor allem die 50 festangestellten Mitarbeiter und die zahlreichen Leiharbeiter würde das hart treffen.“

Produktion wird fortgesetzt, Gehälter bis April gesichert

Die Unternehmensleitung wollte sich bis Redaktionsschluss nicht äußern. Insolvenzverwalter Martin Dietrich, der am Montag vor Ort gewesen war, teilte jedoch gegenüber der Redaktion mit: „Die Betriebstätigkeit wird in den kommenden Monaten ohne Einschränkungen weitergehen.“

Und: „Für die weitere Zukunft gibt es einige interessante Ansätze.“ Zum weiteren Vorgehen wird sich die Kanzlei in den kommenden Tagen äußern.

Von Christian Neffe

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