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Ohne Baumschutzsatzung geht's auch: Kahlschlag in Oschatz bleibt aus

Ohne Baumschutzsatzung geht's auch: Kahlschlag in Oschatz bleibt aus

Seit fast vier Jahren gibt es in der Stadt keine Baumschutzsatzung mehr. Grün ist die Stadt immer noch. Doch wie sieht es in den Höfen und auf den Grundstücken aus, in die Außenstehende keinen Einblick haben? Hat hier die Kettensäge regiert und den Bäumen den Garaus gemacht? Grünen-Stadtrat David Pfennig und seine Kollegin Uta Schmidt stellten unlängst eine Anfrage an die Stadtverwaltung und bekamen bei der vergangenen Hauptausschusssitzung ein ganzes Paket an Informationen.

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Der Oschatzer Weihnachtsbaum wurde gestern auf dem Neumarkt aufgestellt. Er wäre früher auch ein Kandidat für eine Baumfäll­genehmigung gewesen.

Quelle: Dirk Hunger

Oschatz. Von Hagen Rösner

 

 

Zwischen 2004 und 2009 gingen jährlich zwischen 80 und 90 Anträge auf Baumfällung in der Stadtverwaltung ein. Mit der Neufassung des sächsischen Naturschutzgesetzes wurden die Regulationsmöglichkeiten der Baumschutzsatzung stark eingeschränkt. "Ich erinnere mich daran, dass wir damals im Technischen Ausschuss heftig diskutiert haben, ob die Satzung mit geringerem Spielraum beibehalten oder abgeschafft werden sollte", sagt der Beigeordnete der Stadt Jörg Bringewald. Letztlich entschieden sich die Abgeordneten für die Abschaffung. "Für viele Baumarten und Baumgrößen gibt es Regelungen im Gesetz, die wir in der Satzung nicht berücksichtigen Ich glaube, wir hätten jährlich vielleicht bei zehn Bäumen im Stadtgebiet die Möglichkeit, bei einer Fällung mitzuentscheiden", sagt Bauamtsleiter Michael Voigt.

 

Doch genaue Zahlen gibt es nicht, da ja seit 2010 keine Anträge auf Fällungsgenehmigungen mehr gestellt werden müssen. Viele wissen jedoch nicht, dass ein gesetzlich vorgeschriebenes Zeitfenster für Baumfällungen existiert. So darf nur im Zeitraum zwischen dem 1. Oktober und dem 28. Februar ein Baum entfernt werden. "Aus meiner Erfahrung gibt es dazu immer wieder Anfragen an das Bauamt", bestätigt Michael Voigt.

 

Die Oschatzer Stadtgärtner betreuen im Stadtgebiet rund 4000 Bäume. Dabei kommt es vor allem darauf an, Personen- und Sachschaden zu vermeiden. "Es wurde auch schon das Anliegen an uns herangetragen, einen Baum zu fällen, weil die Laubbeseitigung den Anwohnern lästig geworden ist. Aber das ist für uns kein Fällungsgrund", so Voigt.

 

Stadtrat Henry Korn von den Freien Wählern hat das Gefühl, dass in den vergangenen Jahren mehr große und alte Bäume aus dem Stadtbild verschwunden als dazugekommen sind. Kritik gab es an der Baumfällung an der neuen Postmeilensäule. "Hier sehe ich einen Widerspruch zwischen Naturschutz und Denkmalschutz", sagt Grünen-Stadträtin Uta Schmidt. CDU-Stadtrat Christian Zieger regte an, im Oschatzer Steinweg wieder Bäume zu pflanzen. Bedenken, dass in der Altoschatzer Straße mehr Bäume gefallen sind als gepflanzt wurden, konnte Bauamtsleiter Michael Voigt entkräften - fünf gefällten Bäumen stehen acht Neupflanzungen gegenüber.

 

Ganz am Rande der Informationsrunde gab es noch einen verbalen Schlagabtausch zwischen Albert Pfeilsticker (CDU) und David Pfennig (Grüne). Pfeilsticker vermutetet, dass die Grünen in Oschatz wieder eine Baumschutzsatzung einführen wollten. "Dann stellen Sie einen Antrag und lassen darüber abstimmen", sagte Pfeilsticker, mit der CDU-Mehrheit im Rücken. Pfennig darauf: "Wir haben im Antrag nicht einmal das Wort Baumschutzsatzung verwendet, sondern wollten Informationen."

 

© Kommentar

Hagen Rösner

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