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Onleihen rund um die Uhr für Bibliotheksnutzer in Oschatz

Onleihen rund um die Uhr für Bibliotheksnutzer in Oschatz

Wie sich der Eigenbetrieb Oschatzer Kultureinrichtungen (EOK) im kommenden Jahr entwickeln wird, dass erfuhren die Oschatzer Stadträte zur jüngsten Sitzung.

Oschatz. Von CHRISTIAN KUNZE

 

 

Die Bilanz des Eigenbetriebes Oschatzer Kultureinrichtungen weist nur geringe Investitionen aus, Vermögen wird darin überhaupt nicht gebildet, erläuterte Kämmerer Jörg Bringewald den Stadträten. Zum Ausgleich werden dem Betrieb knapp 347 000 Euro aus dem städtischen Haushalt überwiesen. Im ersten halben Jahr seiner Existenz belief sich diese Summe auf knapp 169 000 Euro. Diese Rechnung der Kämmerei ist also aufgegangen. Der EOK hat kein Kapital. Das Personal, das vor der Gründung des Eigenbetriebes in der Oschatzer Freizeitstätten GmbH beschäftigt war, wurde im neuen Betrieb eingegliedert. Die Leitung des EOK obliegt in Personalunion der Leiterin der Oschatzer Freizeitstätten GmbH, Iris Kübler.

 

Die Oschatzer Stadtbibliothek, seit gut 20 Jahren im Keller des Thomas-Mann-Gymnasiums untergebracht, erfährt im Bericht zum Wirtschaftsplan der EOK besondere Aufmerksamkeit. Um der steigenden Nachfrage nach elektronischen Medien gerecht zu werden, tritt die Bücherei einem Verband innerhalb des Kulturraums Leipziger Raum bei. Der "Onleihe-Verbund" (zusammengesetzt aus den Begriffen "online" und "Ausleihe") erlaubt es den Nutzern ab 2015, unabhängig von den Öffnungszeiten der Ausleihstelle oder dem Ort, wo sie sich befinden, digitale Medien auszuleihen. Wem es nicht möglich ist, die Bibliothek aufzusuchen - aus gesundheitlichen, zeitlichen oder anderen Gründen - kann sie virtuell nutzen. Gleichzeitig erhöht sich mit dem Beitritt zur Onleihe die Zahl der zur Verfügung stehenden, ausleihbaren Medien. Die Einhaltung der Leihfristen wird ebenfalls auf diesem Wege geprüft. Läuft die Frist ab, können die sogenannten E-Medien nicht mehr genutzt werden.

 

Die Kosten für diesen Schritt in Richtung digitales Zeitalter liegen bei 12 000 Euro und umfassen die Anschaffung von Software und elektronischem Zubehör (Hardware), die Einrichtung und die Inbetriebnahme des Anfangsbestandes. Der Kulturraum wird den Eigenbetrieb bei der Einführung unterstützen. Die jährlich anfallen Betriebskosten werden mit rund 1800 Euro angegeben.

 

Stadtrat Peter Streubel (Die Linke) stieß sauer auf, dass im Bericht vermerkt ist, dass ab Mai kommenden Jahres eine Stelle in der Bibliothek wegfallen soll. Derzeit sind dort zwei Kräfte beschäftigt. Oberbürgermeister Andreas Kretschmar (parteilos) wies daraufhin, dass es sich dabei um eine Altersteilzeitstelle handelt. "Es bleibt also alles beim alten."

 

Ein weiteres besonderes Augenmerk wird im Bericht auf die Oschatz-Information gelegt. Diese kann im kommenden Jahr auf ihre 20-jähriges Bestehen zurückblicken. Dieser "runde Geburtstag" soll am ersten Wochenende im Mai mit verschiedenen Aktionen gefeiert werden. Eingebunden werden sollen dabei zahlreiche Vereine aus dem Stadtgebiet. Unter anderem haben der Verein "Rettet St. Aegidien", der Leubener Schlossverein und der Verein Freizeitzentrum Oschatz ihre Mitarbeit zugesagt.

Hörügel, Frank

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