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Ontras lässt bei Schöna Teile der Ferngasleitung auswechseln

Energieversorgung Ontras lässt bei Schöna Teile der Ferngasleitung auswechseln

Am sogenannten Schönaer Kreuz sind derzeit nur drei von vier Fahrtrichtungen nutzbar. Wer in den Ort hinein möchte oder weiter Richtung Belgern will, muss eine Umleitung in Kauf nehmen. Auf den nicht gesperrten Straßen ist in diesem Bereich das Tempo auf 50 km/h begrenzt – nicht wegern der Kreuzung, sondern wegen einer Baustelle, die unter der Fahrbahn liegt.

Bauleiter Marco Kirmße (l.) und Ontras-Pressesprecher Dr. Ralf Borschinsky begutachten das neue Rohrstück, das bei Schöna in die Ferngasleitung eingebaut wird.

Quelle: Axel Kaminski

Schöna. Egal, ob man aus Cavertitz oder Sörnewitz nach Schöna fährt – kurz vor der Kreuzung am Ortsrand stehen seit einiger Zeit Geschwindigkeitsbegrenzungen. Bevor man auf die Straßen in Richtung Schöna einbiegt, weisen Einschränkungen der zulässigen Tonnagen und Umleitungen für Lkw darauf hin, dass in der Gegend gebaut wird. Die Straße vom Schönaer Kreuz in den Ort hinein ist vollgesperrt. Der Grund für diese Einschränkungen ist aber kein Baugeschehen an der Fahrbahn. Es liegt tiefer, so um die zwei Meter.

Zwischen Schöna und der Kreuzung am Ortsrand quert eine Ferngasleitung die Straße. Sie verbindet des Gasnetzknoten Schkeuditz mit einer Leitung, die bei Mühlberg verläuft. „Zwischen Schkeuditz und Mühlberg setzen wir derzeit 15 Leitungsstücke in Stand, drei davon bei Schöna“, erläutert Ontras-Pressesprecher Dr. Ralf Borschinsky. Ontras ist aus der Entflechtung der Verbundnetz Gas hervorgegangen. Dabei wurden Transport und Verkauf von Erdgas getrennt – Ontras ist die Gesellschaft, die für den Transport des Energieträgers zuständig ist.

Gefahr besteht nicht

Wie Ralf Borschinsky betont, ist es keine Panne, wenn Leistungsstücke ausgetauscht werden müssen und eine Gefahr bestehe gleich gar nicht. „Unsere Diagnosemethoden sind teils sehr sensibel“, erläutert er. Minderungen der Wanddicke der Rohre oder Kontakte zwischen Transport- und Mantelrohr würden erkannt, lange bevor Gas austritt. Neben Messgeräten, die in der Leitung unterwegs seien – sogenannte Molche, würden zum Beispiel veränderte Stromflüsse an den Opferkathoden auf Verschleiß an der Rohrleitung hinweisen.

Ein Schwerpunkt bei den Wartungsarbeiten im rund 7000 Kilometer langen Ontras-Leitungsnetz seien die Straßenunterführungen. „Seit dem Bau dieser Leitungen sind die Belastungen durch den Straßenverkehr teils erheblich gestiegen. Wir sprechen hier von deutlich höheren Achslasten“, erläutert der Pressesprecher. Bei Schöna liege noch eine Konstruktion in der Straße, bei der die Abstandshalter zwischen dem eigentlichen Gasrohr und dem Mantelrohr, das es schützt, aus Metall sind. So führe man solche Querungen heute nicht mehr aus.

Ende der Rohrleitung angepasst

An dieser Straßenquerung wurden am Montag das bestehende Ende der Rohrleitung an das neu anzusetzende Stück angepasst. Hier verläuft die Trasse nicht geradlinig, sondern die Leitung macht einen „Knick“. Um die Straße im rechten Winkel – also auf kürzestem Weg – zu unterqueren, müssen beide Rohrenden angeschnitten sein. Dieser Passschnitt wird millimetergenau gesetzt. Ist die Schnittstelle abgekühlt und an beiden Seiten eine 30-Grad-Fase angeschliffen, können die Rohrende miteinander verschweißt werden.

Das passierte am Montag ebenfalls, war allerdings vom Rande der Baustelle aus nur zu erahnen, da es unter einem Schutzzelt passierte. „Um eine Schweißnaht in der Qualität herzustellen, die Ontras fordert, müssen wir sie vor äußeren Einflüssen wie Niederschlägen aber auch Schmutz schützen“, erläutert Marco Kirmße, der für die Baufirma Engert als Bauleiter tätig ist. Außerdem schütze das Zelt die Umgebung vor Funkenflug.

Neben der Straße kreuzt die Gasleitung hier ein Schutzrohr der Telekom und eine 20 Kilovolt-Freileitung. Für das eine gäbe es Bestandspläne und Handschachtungen, für das andere ein mit rot-weißem Flatterband markiertes „Stromtor“ sowie eine in den Arbeitsgeräten aktivierte Höhenbegrenzung

Ein paar Meter weiter in Richtung Cavertitz führt seit kurzem ein Weg ins Maisfeld hinein. Hier liegt eine weitere Baustelle und ein Rohrendverschluss. „Aus Richtung Mühlberg und Cavertitz liegt bis zu dieser Stelle Gas an“, erklärt Ralf Borschinsky. Unmittelbar daneben befindet sich ein Rohrstück, an dem ein Isolationsschaden festgestellt wurde und das im Zuge der Arbeiten bei Schöna ausgetauscht wird.

Rohrstrang ist zehn Tonnen schwer

Auf der anderen Seite der Straßenquerung – weiter in Richtung Tiergehege – ist ein rund 50 Meter langer Rohrstrang vormontiert. Ihn zu bewegen ist, wie der Bauleiter betont, mit der Hebetechnik vor Ort kein Problem. Bei einer Nennweite von 60 und einer Wanddicke von einem Zentimeter wiege der Strang etwa zehn Tonnen – und sei sehr biegsam. Bevor er in den vorhandenen Rohrgraben verlegt wird, muss die alte Leitung ausgebaut werden. An dieser Stelle sind die Änderungen bei den verwendeten Technologien deutlich zu sehen: Die alte Leitung wurde noch mit Bitumen isoliert.

Geht auf den drei Teilbaustellen alles nach Plan, dann sollen sie am 21. September wieder in das Gasnetz eingebunden sein. Das heißt, dann fließt wieder Gas durch diesen Leitungsabschnitt. Bis dahin müssen die neuen Stücke nicht nur eingebaut und verschweißt sein. Bevor die Leitung wieder mit einem Druck von 16 Bar betrieben werden darf, müssen die Nähte noch mit Ultraschall und mit Röntgenstrahlen geprüft werden. Damit sind die Bauarbeiten jedoch noch nicht abgeschlossen. Nach den Arbeiten in den Rohrgräben wird der Mutterboden wieder eingebaut, teilweise auch ausgetauscht. Die Straße nach Schöna soll Ende des Monats wieder für den Verkehr freigegeben werden.

Von Axel Kaminski

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