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Oschatz Oschatz: Keine Flüchtlings-Notunterkunft in leeren DHL-Hallen geplant
Region Oschatz Oschatz: Keine Flüchtlings-Notunterkunft in leeren DHL-Hallen geplant
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Derzeit beherbergt Oschatz 145 Flüchtlinge, war aus dem Landratsamt Nordsachsen zu erfahren. "Bis Jahresende sollen es insgesamt 221 werden", erklärte Pressesprecher Rayk Bergner. (Symbolfoto) Quelle: dpa
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Oschatz

Seit September 2014 bemüht sich das Bündnis für Demokratie, Toleranz und Menschlichkeit um die Integration hier gestrandeter Menschen. Zur gleichen Zeit kamen die ersten Asylbewerber nach Oschatz. Sie wurden in einer Gemeinschaftsunterkunft untergebracht. Es folgten Familien aus Syrien und den Balkanländern. Sie leben in Wohnungen, verteilt im gesamten Stadtgebiet. Derzeit beherbergt Oschatz 145 Flüchtlinge, war aus dem Landratsamt Nordsachsen zu erfahren. "Bis Jahresende sollen es insgesamt 221 werden", erklärte Pressesprecher Rayk Bergner. Wie hoch die Zahl im kommenden Jahr sein wird, konnte er nicht sagen. Man gehe davon aus, dass sich die Zahl bei drei Prozent der Einwohnerzahl einpegelt. Vorgesehen ist die Unterbringung auf einem rund 3000 Quadratmeter fassenden Areal am Wellerswalder Weg. In diesem Zusammenhang dementiert Bergner Gerüchte, in den leeren Hallen der ehemaligen DHL-Niederlassung am Zeugamt sei die Unterbringung von Asylsuchenden geplant. "Davon ist mir nichts bekannt", so Bergner. Unabhängig von der Menge an Menschen, die Zuflucht suchen, gilt das Solidarprinzip, dessen Einhaltung von den Bundesländern gefordert wird, auch für Kommunen: Jede Gemeinde muss Flüchtlinge unterbringen und fair verteilen.

Die Frage, ob Asylbewerber aufgenommen werden, ließe sich kaum mit Nein beantworten, sagt Bündnisvertreter Wolfgang Köhler. "Die bevorstehende Integration ist ein gesamtgesellschaftlicher Prozess. Von den Geflohenen wird gefordert, sich an Regeln, Normen und Gesetze zu halten. Das ist richtig und soll sein. Die Frage ist, wer ihnen unsere Werte vermittelt, ihnen zeigt, was typisch deutsch ist und was sich nicht gehört. Dies kann nur durch Begegnung und im Dialog geschehen", so der Oschatzer. Das Bündnis koordiniert Angebote von Privatpersonen, Vereinen und Unternehmen. Mehr als 40 Menschen gehören dem Netzwerk an. Neben dem Kennenlernen von Kultur und Sprache ist die Begegnung zwischen Einheimischen und Geflüchteten Hauptanliegen. Ob Kochnachmittag, gemeinsames Basteln oder Fußballtraining, jeder leiste einen Beitrag.

Für eine Teilnahme am wöchentlichen Fußballtraining und monatlichen Koch-Abenden sucht das Bündnis Menschen, die mit den Asylbewerbern ins Gespräch kommen. Konkrete Unterstützungsbedarf gibt es in der Kinderbetreuung. "Zweimal pro Woche findet ein Deutschkurs für Erwachsene statt. Die Kinder müssen in dieser Zeit betreut werden. Auch für Nachhilfe und Bewältigung der Hausaufgaben werden ehrenamtliche Unterstützer gesucht", nennt Köhler Nachholbedarf.

Das Bündnis ist unter info@oschatzer-bündnis.de erreichbar. Am 5.11. findet ab 18.30 Uhr ein Friedensgebet in St. Aegidien statt.

Christian Kunze

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