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Oschatz Oschatz: Rätsel um italienischen Kriegsgefangenen Basilo noch ungelöst
Region Oschatz Oschatz: Rätsel um italienischen Kriegsgefangenen Basilo noch ungelöst
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10:04 14.02.2019
Basilo Genoves, Kriegsgefangener in Oschatz. Quelle: privat
Oschatz/Kleinragewitz

Das Rätsel um den Bauern aus der Region Oschatz, der dem italienischen Kriegsgefangenen Basilo Genovese im Zweiten Weltkrieg das Leben gerettet hat, wird wohl nicht mit endgültiger Sicherheit gelöst werden können. Der mittlerweile 98 Jahre alte Sizilianer Basilo Genovese bekam jetzt von seinem Enkel Nicolò die historischen Fotos vom Bauernhof Merkel in Kleinragewitz bei Oschatz gezeigt (wir berichteten). Die Aufnahmen hatte die Journalismusstudentin Lisa Ossowski bei einem Besuch auf dem Bauernhof Merkel Ende Januar abfotografiert und dem Enkel Nicolò per Mail zukommen lassen.

Gesichter nicht erkannt

Nach einem kürzlichen Treffen mit seinem Großvater Basilo Genovese meldete sich Nicolò jetzt bei der Studentin Lisa Ossowski. Seine Nachricht: „Basilo erkennt keine Gesichter und auch den Hof nicht zu 100 Prozent.“

Im Umkehrschluss heißt das aber auch nicht, dass er von Weihnachten 1943 bis zum Kriegsende im Mai 1945 auf einem anderen Bauernhof als dem in Kleinragewitz gearbeitet hat. Denn das Foto vom Merkelschen Bauernhof mit zwei Pferdegespannen und vielen Menschen ist wahrscheinlich erst 1947 entstanden. Da Basilo Genovese zu diesem Zeitpunkt schon längst wieder in seine Heimat Italien zurückgekehrt war, konnte er sich logischerweise nicht an dieses Foto erinnern.

Aufnahme aus dem Jahr 1947

„Ich bin auf dem Foto als kleiner, drei Jahre alter Junge mit abgebildet. Die Aufnahme muss im Jahr 1947 entstanden sein“, sagt Klaus Merkel (74), der Sohn des damaligen Hofeigentümers Gerhard Merkel.

Und was ist mit dem Foto der Familie Merkel, das Basilo Genovese als Erinnerung an seine Kriegsgefangenschaft mit nach Italien gebracht hatte? Ist auf dem Familienfoto Max Merkel – der Großvater von Klaus Merkel – abgebildet? „Das kann ich leider nicht sagen. Ich habe meinen Großvater nie bewusst kennengelernt“, sagt Klaus Merkel. Sein Großvater starb im Jahr 1945 – da war Klaus Merkel noch ein Baby.

Von frank hörügel

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