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Oschatz: Selbstjustiz mit Bewährung bestraft

Oschatz: Selbstjustiz mit Bewährung bestraft

"Ich habe die Wohnungstür geöffnet. Da kam er schon auf mich zugestürzt. Er schubste mich, und ich landete auf dem Boden. Ich lag auf dem Bauch, als er sich auf mich setzte und mir mehrmals mit der Faust auf den Hinterkopf schlug", schildert der Geschädigte (43) vor dem Strafrichter die Tat.

Der Vorwurf: Gefährliche Körperverletzung und Nötigung.

Der 38-jährige aus dem Raum Oschatz sitzt gelassen auf der Anklagebank und hört zu. Manchmal schüttelt der Beschuldigte den Kopf, dann wieder erscheint er teilnahmslos.

Der Geschädigte soll den Angeklagten gemeinsam mit anderen Männern auf einem Volksfest verprügelt haben. "Ich wollte doch nur die Namen der anderen erfahren", rechtfertigt sich der gelernte Tierwirt. "Da ist es mit mir durchgegangen. Ich wollte ihm das wieder geben, was er mir zugefügt hat", so der 38-Jährige. Er hatte zur Tatzeit 0,8 Promille intus. Bei diesem Angriff soll auch ein Brotmesser im Spiel gewesen sein. Damit habe er dem Geschädigten eine Wunde über dem linken Ohr zugefügt. Richter René Stitterich interessierte, wie es zu der ersten Prügelei gekommen ist. Von anderen Männern sei dem Beschuldigten verboten worden, mit bestimmten Frauen zu reden. "Und warum nicht?", fragte Stitterich. "Weil ich angeblich ein Zigeuner bin", lautete die Antwort des Angeklagten.

Der Zeuge und Geschädigte bestätigte in der Befragung die Angaben weitgehend. Der Angeklagte habe den 43-Jährigen Geschädigten "verdreschen" wollen. Wegen des Schnittes über dem Ohr habe er sich in ärztliche Behandlung begeben müssen.

Staatsanwalt Steffen Barthel plädierte für elf Monate Haft auf 2,6 Jahre Bewährung und Verteidigerin Mandy Pallme auf sieben Monate mit Bewährung. Immerhin habe sich der Angeklagte geständig gezeigt. Richter Stitterich verurteilte den 38-Jährigen wegen gefährlicher Körperverletzung und Nötigung zu elf Monaten auf drei Jahre Bewährung. "Selbstjustiz gibt es in diesem Land nicht", begründete der Richter.

Der Fall

Ein 38-jähriger Mann aus dem Raum Oschatz musste sich vor dem Oschatzer Amtsgericht wegen gefährlicher Körperverletzung in Tateinheit mit Nötigung verantworten. Der Angeklagte hatte einen Mann verprügelt, der mit dabei gewesen sein soll, als der Beschuldigte Schläge bezogen hätte.

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