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Oschatz bekommt keine gelben Tonnen

Müllentsorgung Oschatz bekommt keine gelben Tonnen

Knapp kalkulierte Mengen bei den Vertriebsstellen der gelben Säcke sorgen für Unmut. Einige Oschatzer hoffen nun auf die gelben Tonnen – doch laut Landratsamt ist keine Änderung in Sicht.

Unrat im Stadtbild: Alle zwei Wochen pflastern gelbe Müllsäcke die Gehwege. Eine Änderung ist nicht in Sicht.

Quelle: Christian Neffe

Oschatz. Alle zwei Wochen bieten die Straßen von Oschatz einen Anblick, den man wahlweise akzeptabel oder unschön finden kann: Dutzende gelbe Säcke gefüllt mit leeren Verpackungen, Folien und anderem Plastikmüll werden auf den Gehwegen abgelegt, um von der Abfallwirtschaft Torgau-Oschatz (Ato) eingesammelt zu werden.

Die dafür nötigen Müllsäcke bekommen die Oschatzer bei mehreren Vertriebsstellen. Bei einigen Einwohnern der Stadt macht sich jedoch Unmut breit: Scheinbar wurden die Ausgabestellen angewiesen, nur eine Rolle pro Person auszugeben. Wer also Säcke für einen Bekannten, die Firma oder einfach auf Vorrat holen will, muss sich mit einer Rolle genügen. Über die Gründe wird spekuliert: Herrscht Knappheit? Muss für die Müllbeutel bald gezahlt werden? Oder bereitet man sich schon darauf vor, dass gelbe Tonnen bald die Tüten ablösen?

Zuständig für das Einsammeln des Verpackungsmülls im Landkreis Nordsachsen ist die Alba Sachsen GmbH, ein Teil der Alba-Unternehmensgruppe. „Es gibt so eine Anweisung von unserer Seite nicht“, erklärt Eva-Maria Gaedigk, Pressesprecherin der Alba Group. „Die Ausgabestellen entscheiden selber und nach Bedarf, wie viele Rollen sie verteilen.“ Die Menge, die die Vertriebsstellen erhalten, sei dabei so kalkuliert, dass im Jahr zwei bis drei Rollen pro Person zur Verfügung stehen. Allerdings gebe es weder einen Mangel an Säcken, noch sei geplant, dass der Verbraucher künftig dafür zahlen müsse.

Alles bleibt also beim Alten – auch das Stadtbild. Die Aussicht auf einen Wechsel zur gelben Tonne sind gering, wie das Landratsamt auf Anfrage mitteilt. Zuständig für die Ausschreibung der Erfassung von Verpackungsmüll ist die BellandVision GmbH, eines von zehn sogenannten Dualen Systemen, die Entsorgungsfirmen mit der Sammlung, dem Transport und der Sortierung von Verpackungsabfällen beauftragen. Eine Änderung des Systems wäre erst zum 1. Januar 2018 möglich, wenn die neue Ausschreibung in Kraft tritt.

„Der Landkreis hat sich bereits in der Vergangenheit mit den Bedingungen für eine Umstellung auf Gelbe Tonnen beschäftigt und diese Frage im Rahmen von Neuausschreibungen der BellandVision GmbH vorgetragen“, erklärt Ulrich Fiedler vom Dezernat für Bau und Umwelt Nordsachsen. „BellandVision teilte uns daraufhin mit, dass eine Umstellung der Leichtverpackungserfassung auf Gelbe Tonnen der Zustimmung aller zehn Dualen Systeme bedarf.“ Dies werde wahrscheinlich nicht geschehen, da die Änderung zu erheblichen Mehrkosten führe. Der Wunsch nach einem schöneren Straßenbild allein genüge nicht. „Laut den Ausführungen von BellandVision wäre eine Umstellung auf Behälter gegenüber den dualen Systemen darüber hinaus nur zu vermitteln, wenn der Rhythmus von bisher zwei- beziehungsweise dreimal wöchentlich auf eine monatliche Erfassung verlängert wird“, so Fiedler.

Eine Zustimmung wäre zwar möglich, wenn der öffentlich-rechtliche Entsorgungsträger – also die Ato – die Erfassung von Verpackungen übernähme. Das aber würde die Bürger treffen: Die vom Landkreis zusätzlich zu tragenden Kosten würden auf die Abfallgebühren umgelegt. „Grundsätzlich befürworten wir eine Sammlung der Leichtverpackungen durch entsprechende Behälter“, erklärt Fiedler weiterhin. „Unter den von der BellandVision GmbH vorgegeben Konditionen hat der Landkreis eine Umstellung auf die ausschließliche Sammlung mittels Gelber Tonne jedoch nicht weiter verfolgt. Denn weder die Verlängerung auf einen monatlichen Entleerungsrhythmus noch die zusätzlichen Kosten sind nach unserer Einschätzung tragbare und gegenüber den Bürgerinnen und Bürgern vertretbare Bedingungen für eine solche Umstellung.“

Von Christian Neffe

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