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Oschatz ebnet Wege für Häuslebauer

Bauboom Oschatz ebnet Wege für Häuslebauer

Bauland wird derzeit in Oschatz so stark nachgefragt wie nie. Die Stadt ebnet deshalb den Weg für drei weitere Eigenheimstandorte. In den Ortsteilen Schmorkau und Fliegerhorst sowie im Stadtgebiet an der Dresdener Straße beschloss der Stadtrat dafür jetzt notwendige Maßnahmen.

Bauarbeiter werden in Oschatz künftig mehr zu tun haben ,da neue Wohngebiete ausgewiesen werden.

Quelle: dpa

Oschatz. Der Stadtrat will Platz für Bauwillige schaffen und damit Familien die Chance geben, sich in Oschatz anzusiedeln: Zur jüngsten Sitzung fielen gleich drei Entscheidungen zugunsten von drei geplanten Eigenheimstandorten – an der Dresdener Straße, im Ortsteil Schmorkau und dem Fliegerhorst.

Größtes Vorhaben ist die beabsichtigte Erschließung von reichlich 20 neuen Bauplätzen zwischen der Wermsdorfer Straße (Staatsstraße 38) und der Straße „Am Forsthaus“. Hier sollten ursprünglich Geschäfte, Dienstleistungsbetriebe oder Mietwohnungen entstehen. Aufgrund fehlender Nachfragen hatte sich die Stadt schließlich vor drei Jahren entschlossen, die Fläche als Eigenheimbauland zu vermarkten – hier konnte die Nachfrage zuletzt nicht mehr befriedigt werden. Damals scheiterte das Vorhaben jedoch an den finanziellen Voraussetzungen.

Oschatz startet erneuten Versuch

Nun startet Oschatz einen neuen Versuch – und konzentriert sich auf einen kleineren Flächenabschnitt, der weniger Kosten verursacht. Finanziert werden soll das Ganze in zwei Abschnitten: Kommendes Jahr erfolgt die medientechnische Erschließung, im Jahr darauf die Straßenanbindung. Noch im gleichen Jahr könnte Land verkauft und bebaut werden. Durch diese Aufteilung kann das Projekt im Haushalt eingeplant werden. Die Kämmerei rechnet gar mit einem Gewinn. Bei Gesamtkosten von 430 000 Euro im ersten und 440 000 Euro im zweiten Jahr könnten durch den Verkauf aller 20 bis 22 Parzellen rund eine Million Euro wieder in die Stadtkasse zurückfließen.

Christian Zieger (CDU) zweifelte an, dass Bauwillige den relativ hohen Kaufpreis von 57 Euro pro Quadratmetern zu zahlen bereit sind. Oberbürgermeister Andreas Kretschmar (parteilos) hielt dagegen, dass es nirgends im Stadtgebiet günstiger sei, Bauland zu erschließen.

„Altstadtblick“ wird erweitert

Weitere Eigenheime sollen ebenfalls ab 2018 im Gebiet „Altstadtblick“ an der Dresdener Straße erschlossen werden. Dafür müssen allerdings 22 Parzellen der Kleingartenanlage „Zur Gänsegrube“ weichen. Die notwendige Teilkündigung beim Pächter, dem Regionalverband der Kleingärtner, kann Kraft eines gefassten Beschlusses Ende November 2017 erfolgen. Kleingärtner und Stadt stehen bereits seit drei Jahren in Verhandlung über diesen Schritt. Die betroffenen Parzellen werden an die Oschatzer Wohnstäten GmbH verkauft, welche sie beräumt und die Erschließung und Vermarktung der neuen Eigenheimstandorte erledigt. Die Gärtner sollen für ihren Verlust angemessen entschädigt werden.

Der Leerstand in der „Gänsegrube“ liegt derzeit bei zehn Prozent und wird – analog zu anderen Sparten im Stadtgebiet – in Zukunft noch ansteigen. Dem gegenüber steht ein steigender Bedarf an Bauland. „Die Stadt hat bereits in der Vergangenheit ehemalige Gärten in Bauland für Eigenheime umgewandelt“, erklärte Bauamtsleiter Michael Voigt.

Ebenfalls ins Auge gefasst hat die Verwaltung Flächen in Schmorkau als Anlaufstelle für Häuslebauer. Im Oktober 2015 begann das Bauleitplanverfahren für diesen Standort. Die Maßnahme ist nicht im Doppelhaushalt 2015/16 enthalten, muss aber vorangetrieben werden. Notwendiger Schritt ist ein Umweltbericht samt Grünordnungsplan. Die zusätzlichen Kosten von reichlich 11 000 Euro stellen eine überplanmäßige Ausgabe dar, für die der Stadtrat am Donnerstagabend geschlossen votierte.

Von Christian Kunze

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