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Oschatz fehlt – Mügeln klotzt beim Wettbewerb „Ab in die Mitte“

Aktion zur Belebung der Innenstädte Oschatz fehlt – Mügeln klotzt beim Wettbewerb „Ab in die Mitte“

Anfang der Woche wurde in Riesa das Motto für den Städtewettbewerb „Ab in die Mitte“ verkündet. Der Wettstreit soll die Innenstädte der Kommunen beleben. Mügeln nimmt seit Jahren erfolgreich teil – mit kreativen Ideen.

Mügeln hat gute Chancen beim Städtewettstreit „Ab in die Mitte“.

Quelle: Dirk Hunger

Region Oschatz. Die Resonanz auf den Wettbewerb „Ab in die Mitte“ fällt bei den Adressaten in der Region recht unterschiedlich aus. Da Oschatz bei der Wettbewerbsteilnahme im Jahr 2005 leer ausging, nimmt die Stadt nicht mehr teil. Mügeln ist dagegen seit 2007 erfolgreicher Dauergast und klotzt auch in diesem Jahr ran. In Wermsdorf wird noch gezaudert.

Gastgeber Marco Müller, seit Herbst 2014 als Oberbürgermeister in Riesa im Amt, stellte fest, dass dieser Wettbewerb dazu geeignet ist, neue Impulse zu geben.

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Seit 2007 beteiligt sich die Stadt Mügeln jedes Jahr an der City-Offensive „Ab in die Mitte“. Dort werden gute Ideen für die Belebung der Innenstadt gesucht. In Mügeln ist man dabei nicht nur bei Schautafeln geblieben. Vieles davon ist tatsächlich auch umgesetzt worden: die Umgestaltung und Belebung des Angers, das Bankenzentrum (2010), die längste Kaffeetafel Sachsens (2011) ein Propjekt zum Abriss des Gebäudes Markt 10 samt Gestaltung der entstehenden Freifläche (2013).

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Angesichts der gut besetzten Stuhlreihen im Rathaussaal konstatierte er, dass die Kommunen ähnliche Probleme bei der Belebung ihrer Zentren haben. Vertreter von Initiativen und Vereinen sowie Mitarbeiter von Verwaltungen aus 45 Städten und Gemeinden hatten sich zu dieser Auftaktveranstaltung angemeldet.

Fester Programmpunkt dabei ist die Verkündung des Mottos, unter dem der Wettbewerb im laufenden Jahr stehen wird. Diese Aufgabe kommt dem Schirmherren zu. In Vertretung des sächsischen Staatsministers für Wirtschaft und Arbeit Martin Dulig (SPD), der verhindert war, übernahm das Stefan Brangs, Staatssekretär in Duligs Ressort. Er plädierte dafür, dass der Wettbewerb kein Beäugen sein solle, sondern auch für den Austausch untereinander genutzt werden möge. Engagement für die Innenstädte sei wichtig, damit die oft schon sanierten Ensemble nicht nur schöne Fassade bleiben würden. Dazu bedürfe es gemeinsamer Anstrengungen der Akteure in den Kommunen. Sie müssten sich einem starken Trend, der die Menschen zu Einkaufen und Arbeiten in die Peripherie zieht, entgegen stemmen. Brangs drückte seine Hoffnung aus, mit dem Motto des Wettbewerbes „den Nerv der Zeit zu treffen“. Es lautet „Die Stadt sind wir – Gemeinsam aktiv“.

Mügeln auf jeden Fall wieder bei „Ab in die Mitte“ dabei

„Es ist sehr allgemein. Ich denke, da finden wir eine tatsächlich umsetzbare Idee“, sagte Wilhelm Osterloher vom Verein Meine Bischofsstadt Mügeln. Nun müsse man herausfinden, was zur Stadt passe. „Bei diesem Motto kann man viele Akteure – Vereine, Händler und die Stadtverwaltung – einbeziehen“, betonte Osterloher. Über Ideen wollte sich Mügelns Bürgermeister Johannes Ecke noch nicht auslassen. Auf jeden Fall werde sich die Stadt wieder am Wettbewerb beteiligen. Das Thema eigne sich, mit den Händlern in der Stadt zusammenzuarbeiten. Bauamtsleiterin Karin Uhde fand die Auftaktveranstaltung insbesondere wegen der Projekte, die andere Teilnehmer vorstellten, anregend. Dabei seien für sie nicht die Großvorhaben interessant, sondern beispielsweise die „Hängenden Gärten“ von Wurzen und Heidenau mit seinem Beitrag „Wer will fleißige Heidenauer sehn – der muss in unser Zentrum gehn!“.

Nach dem Bekanntgeben des Wettbewerbsmottos 2016 ließ sich Staatssekretär Brangs weitläufig über die Bemühungen des Freistaates aus, flächendeckend schnelles Internet anzubieten. Der Sinn des Vortrages wurde deutlich, als er für Neuauflage von „Ab in die Mitte“ einen mit 10 000 Euro dotierten Sonderpreis „Digitale Stadt“ auslobte. Weiterhin wird es einen 5000-Euro-Sonderpreis für ein Beleuchtungsprojekt geben. Einen Preis können sich interessierte Kommunen bereits sichern, bevor die Jury im Oktober tagt: Die Leipziger Hochschule für Technik, Wirtschaft und Kultur bietet ihnen Beratung und Unterstützung beim Erstellen ihrer Beiträge an. Diese Jury wird die Plätze 1 bis 3 küren, die mit 30 000, 20 000 und 10 000 Euro prämiert werden. „Wir werden sicher wieder einige Anerkennungspreise in Höhe von 5000 bis 6000 Euro vergeben“, betonte Eddy Donat, „Ab in die Mitte“-Projektleiter. Er verwies darauf, dass der Schwerpunkt der Beiträge darauf liegen sollte, Ideen mit einem breites Bürgerengagement zu entwickeln. Das Motto lasse ein breites Feld von Projekten zu. In den Beiträgen solle das Zusammenspiel von verschiedenen Interessengruppen deutlich werden.

Einzelhandel künftig nicht mehr „Leitbranche“ in den Innenstädten

Anregungen und Impulse lieferte neben Preisträgern des Jahres 2015, die zu Wort kamen, Holger Schmidt. Der Leiter des Fachgebietes Stadtumbau und Ortserneuerung an der Uni Kaiserslautern hat in Dessau sowohl kommunalpolitische Erfahrungen gesammelt als auch als Hauseigentümer im Quartiermanagement mitgearbeitet. Schmidt betonte, dass die Hauseigentümer für lebendige Innenstädte eine zentrale Rolle spielen. Sie müssten aktiviert werden und von der Verwaltung und den anderen Akteuren als Wirtschaftspartner gesehen und akzeptiert werden. Nach seiner Ansicht werde das veränderte Einkaufsverhalten in Zeiten des digitalen Wandels dazu führen, dass der Einzelhandel nicht die Leitbranche in den Innenstädten bleibe. Man müsse sich also Gedanken darüber machen, was aus den Ladenlokalen werden solle. Zwei oder mehrere kleine Geschäfte zusammenzulegen, so dass man Händlern attraktive Verkaufsflächen anbieten könne, sei dabei nur ein Lösungsansatz. Gleichzeitig drohe der „Trend zur Filialisierung“, austauschbare Innenstädte hervorzubringen. „Städte der kurzen Wege“ nannte Schmidt als mögliche Entwicklungsziele – also die Konzentration von Behörden und Dienstleistern auf einem eng begrenzten Areal, selbstverständlich im Zentrum.

Zu den Gästen der Auftaktveranstaltung gehörte auch der Wermsdorfer Bürgermeister Matthias Müller (CDU). Eine Teilnahme der Gemeinde hält er eher für unwahrscheinlich. „Ich wollte mich hier mal umhören, was andere so machen. Der organisatorische Aufwand erscheint mir recht hoch“, sagte Müller. Er wolle den Wettbewerb dennoch im Gemeinderat vorstellen. Wenn es gute Ideen gäbe, werde man gern mit den Vereinen zusammenarbeiten.

Die Stadt Oschatz mischte bisher erst einmal bei „Ab in die Mitte“ mit – und ging leer aus. Im Jahr 2003 kam der Grundgedanke der Schatzsuche entlang markanter Orte im Zentrum auf. Nach der Auslobung des Wettbewerbs und der ersten Zusammenkünfte einer Arbeitsgruppe im Jahr 2004 reichte Oschatz 2005 schließlich seinen Beitrag ein. „Die Umsetzung bis zur Eröffnung im September 2005 kostete 21 700 Euro und erfolgte mit anderen Mitteln“, so Anja Seidel, Pressesprecherin der Stadt Oschatz.

Von Axel Kaminski

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