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Oschatz im Visier der Stasi – Ausstellung informiert zur DDR-Überwachung

Geschichte Oschatz im Visier der Stasi – Ausstellung informiert zur DDR-Überwachung

Wer angesichts immer stärker werdender diktatorischer Tendenzen weltweit Anzeichen eines Regimestaats erkennen will, der wird in der ehemaligen DDR fündig. Das Wirken des einstigen Ministeriums für Staatssicherheit in Oschatz steht im Zentrum einer Ausstellung in der Alten Schaltwarte des Jugend- Kultur- und Umweltzentrums E-Werk,

Akten wie diese sind in der Ausstellung in Oschatz einzusehen.

Quelle: Christian Kunze

OSCHATZ. Wer Machtmechanismen einer Diktatur erkennen will, ist mit Kenntnissen zum Ministerium für Staatssicherheit (MfS) in der ehemaligen DDR („Stasi“) gut beraten – mit dieser These eröffnete Regina Schild, Leiterin der Leipziger Außenstelle des Bundesbeauftragten für Stasi-Unterlagen, am Dienstag eine Ausstellung zur Staatssicherheit der SED-Diktatur in der Alten Schaltwarte des E-Werks. Hier erfährt man vieles über das MfS und sein Wirken in Oschatz.

Als Zeitzeuge konnte der Oschatzer Bauingenieur und Unternehmer Bernd Voigtländer gewonnen werden. „Ich war kein Widerstandskämpfer, ich hatte wohl nur zuviel Courage“, sagt er mit dem Wissen über das, was die Stasi über ihn notiert hatte. In den 150 Seiten habe „viel Belangloses, aber auch viel Ernstes“ gestanden. Sein Engagement in der Kirchgemeinde habe dazu geführt, dass er überwacht wurde. „Im beruflichen Umfeld gab es dafür keine Anzeichen.“ Sein Anliegen, offensichtliche Missstände in der Infrastruktur des Staates öffentlich machen und diskutieren zu wollen, habe ihn aus Sicht des Systems schon zum Aufmüpfigen gemacht, sagt er. Nachteile oder gar Schäden in Folge der Überwachung habe er nicht feststellen können. „Als ich nach der Wende mein Gewerbe angemeldet habe, wurden mir keine Steine in den Weg gelegt“, zeichnete er ein ausgeglichenes Bild.

Im Auftrag des Sächsischen Landesbeauftragten zur Aufarbeitung der SED-Diktatur berät Utz Rachowski Opfer des Regimes zur möglichen strafrechtlichen, beruflichen und verwaltungsrechtlichen Rehabilitierung. Ein Drittel aller bundesweiten Anträge dafür wird im Freistaat Sachsen gestellt, wusste er zu berichten.

In der Kreisdienststelle Oschatz waren 35 hauptamtliche Mitarbeiter zuständig für die Stadt und 30 umliegende Gemeinden, mit Stand 1989 zählte dieses Gebiet 51 000 Einwohner. Über 400 inoffizielle Mitarbeiter häuften bis zum Ende der DDR knapp 35 Regalmeter Akten an. „Diese waren in einem sehr schlechten Zustand, sind heute aber zu 100 Prozent erschlossen“, so Regina Schild.

Von Christian Kunze

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