Menü
Leipziger Volkszeitung | Ihre Zeitung aus Leipzig
Anmelden
Oschatz Oschatz interessant für Bauwillige und Pendler
Region Oschatz Oschatz interessant für Bauwillige und Pendler
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
06:00 14.07.2018
Oberbürgermeister Andreas Kretschmar mit einer Imagebroschüre zu Sehenswürdigkeiten von Oschatz und Umgebung. Unter anderem wird hier für die Döllnitzbahn und das Platsch-Bad geworben. Quelle: Foto: Frank Hörügel
Oschatz,

In welche Richtung entwickelt sich die Stadt Oschatz? Kann die Einwohnerzahl mit Zuzüglern aus Leipzig stabilisiert werden? Kehren einst weggezogene Oschatzer zurück? Der Oschatzer Oberbürgermeister Andreas Kretschmar (parteilos) beantwortet diese und andere Fragen im OAZ-Interview

Das Bahnhofsgebäude soll in diesem Jahr neu eröffnet werden. Für motorisierte Bahnreisende
wurde ein zusätzlicher Parkplatz gebaut
. Entwickelt sich Oschatz zu einer Pendler-Stadt?

Unser Ansatz ist es nicht, eine Pendler-Stadt zu sein. Doch die Arbeitskräfte müssen heute mobil sein. Dem müssen wir mit dem Öffentlichen Personennahverkehr Rechnung tragen. Wer in Oschatz keine Arbeit findet und trotzdem hier wohnen bleibt, dem wollen wir dafür die Möglichkeit schaffen.

Richtung Dresden ist die Verbindung schlechter als nach Leipzig. Die Fahrzeit ist bedeutend länger, sie kostet mehr und es gibt einen anderen Verkehrsverbund. Ist da eine Verbesserung in Sicht?

Ich habe mit unserem Landrat, der Vorsitzender des Zweckverbandes Nahverkehrsraum Leipzig ist, darüber gesprochen – und ihn um Unterstützung gebeten. Mein Wunsch ist es, dass die Reisenden von den Zuständigkeitsgrenzen nichts spüren.

Für das neue Eigenheimgebiet im Fliegerhorst sollen sich überwiegend Leipziger interessieren. Wollen Sie sich so die verloren gegangenen Einwohner aus der Großstadt zurück holen?

Das kann man so nicht sagen. Klar gibt es Fremde, die nach Oschatz ziehen. Das kompensiert aber nicht den Wegzug der vergangenen Jahre. Tatsächlich ist Oschatz eine Stadt mit guter Grundversorgung – ideal für Familien mit Kindern. Wir haben Kitas, Schulen, eine günstige Verkehrsanbindung und Freizeitmöglichkeiten. Und wer in Leipzig keinen Bauplatz findet, für den ist Oschatz interessant.

Wie kommen die Bauinteressenten gerade auf Oschatz?

Wir haben Anfang 2017 gesagt: Wir müssen uns besser aufstellen. Dabei hilft ein neuer Internetauftritt oder unser Imagefilm. Und das zeigt Wirkung.

Apropos Rückkehrer: Läuft die Aktion für Rückkehrer nach Oschatz noch oder ist sie inzwischen versandet?

Wir haben noch Kontakt zu vielen ehemaligen Oschatzern, aber unsere Strategie geändert. Wir setzen jetzt auf den Rückkehrertag Ende Dezember – und es sind tatsächlich auch schon Leute zurück gekommen.

Trotz dauerhaften Wirtschaftsbooms in Deutschland siedeln sich in Oschatz keine größeren, neuen Firmen an. Woran liegt das?

Die wollen alle an die Autobahn. Unsere bestehenden Unternehmen stabilisieren sich. Aber es war ein einmaliger Effekt Mitte der 90er Jahre, dass sich hier neue Firmen angesiedelt haben. Das gibt es nicht noch einmal.

Die Idee eines Schulcampus an der Bahnhofstraße mit Oberschule, Grundschule und später einer neuen Turnhalle nimmt Gestalt an. Was wird dann eigentlich aus der Magister-Hering-Grundschule und der Grundschule Collmblick?

Wir bauen eine neue zweizügige Grundschule neben der Turnhalle an der Karl-Liebknecht-Straße als Ersatz für die Magister-Hering-Grundschule und die Grundschule Collmblick. Dafür wird jetzt die europaweite Ausschreibung vorbereitet. Neu ist, dass diese Schule auch einen Hort bekommt. Über die Zukunft der Gebäude von Magister-Hering-Grundschule und Grundschule Collmblick muss noch entschieden werden.

Wann steht die neue Schule?

Vom Beschluss, den Hort Grashüpfer zu bauen bis zum Einzug der Kinder, sind fünf Jahre vergangen. Beim Neubau der Grundschule wird das auf keinen Fall schneller gehen.

In diesem Jahr soll der Umbau des Platsch-Bades beginnen. Sind Sie sich wirklich sicher, dass Oschatz danach weniger Zuschuss für das Bad zahlen muss?

Ja, das merken wir schon jetzt nach einem Jahr ohne Rutschen und Außen-Solebecken.

Das Geschäfts- und Kneipensterben macht Oschatz zu schaffen. Haben Sie sich damit abgefunden?

Das ist ein Problem, das die Stadt allein nicht lösen kann. Wir haben die Rahmenbedingungen mit einer schmucken Innenstadt oder dem kostenlosen Parken geschaffen. Aber über das Bestehen der Geschäfte oder Gaststätten entscheidet letztendlich allein der Kunde.

Oschatz zehrt immer noch von den positiven Nachwirkungen der Landesgartenschau 2006. Wird es ein ähnliches Großereignis noch einmal geben?

Wir hatten bereits mehrere Nachfolgeveranstaltungen wie den Landesfamilientag, das Landeserntedankfest und zwei kleine Gartenschauen. Die dritte kleine Gartenschau wird es im Jahr 2021 geben.

Viele Oschatzer sind bereits im Sommerurlaub oder haben ihn noch vor sich. Wo erholen Sie sich in diesem Jahr?

Mit meiner Frau mache ich im Ausland Urlaub, uns zieht es gen Osten.

Von Frank Hörügel

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Silke und Ines Heinicke haben Freitag, den 13. Juli vom Unglücks- zu ihrem persönlichen Glückstag gemacht. An diesem Tag nämlich gaben sich beide das Ja-Wort in Wermsdorf. Es ist die zweite homosexuelle Eheschließung, die in Wermsdorf begangen wurde.

13.07.2018

Um die Untere Havel als Naturschutzgebiet zu erhalten, sammeln die Grünen Mobiltelefone – gemeinsam mit dem Naturschutzbund. Wer sein altes Handy zum Aufbereiten oder schmelzen gibt, kann gutes tun, erklärt Uta Schmidt aus Oschatz.

13.07.2018

Klemens Paulin ist Bademeister im Stadtbad Mügeln. Er beklagt, dass viele Eltern ihre Kinder zu spät für einen Schwimmkurs anmelden. Denn die Wartelisten sind bei Beginn der Sommerferien bereits voll.

13.07.2018