Menü
Leipziger Volkszeitung | Ihre Zeitung aus Leipzig
Anmelden
Oschatz Oschatz prüft drei Varianten für Hochwasserschutz im Stadtteil Merkwitz
Region Oschatz Oschatz prüft drei Varianten für Hochwasserschutz im Stadtteil Merkwitz
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
00:21 09.09.2017
Land unter in Merkwitz: Ereignisse wie das verheerende Hochwasser im Jahr 1977 sollen sich im Ort nicht wiederholen. Quelle: Foto: Martin Gey
Anzeige
Merkwitz

Der sprichwörtlich unendlichen Geschichte des Hochwasserschutzes im Ort wird jetzt ein neues Kapitel hinzugefügt – mit der Absicht, die Geschichte doch abschließen zu können.

Nachdem die Stadt zahlreiche von den Ereignissen der vergangenen Jahrzehnte betroffene Einwohner aufgerufen hatte, Schäden zu melden, konnte jetzt eine Kosten-Nutzen-Analyse erstellt werden. Ohne aussagekräftige Angaben darüber, ob die Investitionen im Verhältnis zum Ergebnis stehen, fließen für Schutzmaßnahmen keine Fördermittel.

Professionelle Unterstützung

Professionelle Unterstützung holt sich die Verwaltung vom Planungsbüro IP Krause in Großböhla und dem Institut für Wasserbau und Siedlungswasserwirtschaft in Leipzig. Beide Institutionen arbeiten bereits seit Jahren eng miteinander zusammen – nun auch zugunsten des Hochwasserschutzes in Merkwitz.

Institutsvertreter Tilo Sahlbach stellte zur jüngsten Sitzung des Oschatzer Hauptausschusses das Prozedere vor und erläuterte drei Varianten, die allesamt Aussicht auf Förderung haben, da sie ein positives Kosten-Nutzen-Verhältnis aufweisen. Dies ist eine wesentliche Forderung der Genehmigungsbehörde in der sächsischen Landesdirektion in Leipzig, um Mittel für wirksame Maßnahmen bereit zu stellen, betonte Oberbürgermeister Andreas Kretschmar (parteilos). Förderfähig sind sowohl die Kosten für die Planung als auch für den Bau, erfuhr Ausschussmitglied Albert Pfeilsticker auf Nachfrage. Laut Sahlbach hat das Institut sechs Monate lang Niederschlagsmengen und die Wassermengen am Bahndamm-Durchlass gemessen, um realistische Werte zu bekommen. „Wir brauchen einen vernünftigen, belastbaren Ist-Zustand, um die Kosten für das Projekt nicht unnötig in die Höhe zu treiben“, begründete Sahlbach die Vorgehensweise.

Kosten-Nutzen-Analyse erstellt

Weiterhin wurden Überflutungsflächen des Striesgrabens und des Merkwitzer Wassers sowie die Hochwasserereignisse in Merkwitz rückwirkend bis zum Jahr 1977 und Versickerungsflächen für Niederschlagswasser einbezogen. Auf Grundlage dessen und der gemeldeten Schäden aus dem gleichen Zeitraum entstand die Kosten-Nutzen-Analyse.

Prinzipiell sieht das Institut für Wasserbau und Siedlungswasserwirtschaft folgende Alternativen: ein großes Hochwasser-Rückhaltebecken, ein kleiner dimensioniertes Becken und ergänzend dazu einige lokale Maßnahmen an besonders betroffenen Grundstücken oder ausschließlich lokale Maßnahmen ohne Errichtung eines Rückhaltebeckens – beispielsweise das Öffnen von Gräben oder das Erweitern von Durchlässen.

Mitarbeiter des IP Planungsbüros Krause und der Stadtverwaltung werden nun als nächstes diese drei Möglichkeiten mit der Landesdirektion diskutieren. „Danach kann entschieden werden, ob und welche Maßnahmen umgesetzt werden oder ob der Hochwasserschutz nicht förderfähig ist und daher fallen gelassen werden muss“, erklärt Hildrun Berger von der Stadtverwaltung Oschatz.

Von Christian Kunze

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Die Vorbereitungen für die Bundestagswahl in Mügeln sind abgeschlossen. Die 5135 Wahlberechtigten haben ihre Wahlbenachrichtigung bereits erhalten. In diesem Jahr gibt es weniger Wahllokale als bisher. Die Stadt will damit Kosten und Aufwand sparen.

06.09.2017

Direkt vom Bahnhofsfest in Lohsdorf, wo sich Enthusiasten um den Wiederaufbau der einzigen Schmalspurbahn in der Sächsischen Schweiz bemühen, kam der Nachbau der Dampflok IK nach Mügeln. Er wird hier mit einem Reisezug „anno 1900“ unterwegs sein. Da Lohsdorf und Mügeln nicht per Gleis verbunden sind, kamen Lok und Wagen per Lkw in die Döllnitzstadt.

09.09.2017

Martin Luthers Thesenanschlag an der Schlosskirche zu Wittenberg jährt sich in diesem Jahr zum 500. Mal. Das Reformationsjubiläum nahmen die ehrenamtlichen Mitglieder des Türmerteams der Oschatzer Stadtkirche St. Aegidien zum Anlass für einen Besuch in der Lutherstadt in Sachsen-Anhalt.

05.09.2017
Anzeige