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Oschatz regelt Alltag in Kindertagesstätten neu

Betreuung Oschatz regelt Alltag in Kindertagesstätten neu

Wenn ums Wohl der Kinder in Tagesstätten geht, müssen Eltern und Erzieher Regeln beachten – es gilt also nicht nur für die Kleinen. Welche Anpassungen an geltendes Recht nötig sind und was die Betreuung für alle Beteiligten sicherer macht, darüber sprachen jetzt die Oschatzer Stadträte – und beschlossen eine neue Satzung.

Wenn sich Träger, Erzieher und Eltern einig sind – dann sind die Kinder glücklich. Die Regularien der Betreuung in den Oschatzer Tagesstätten wurde jetzt vom Stadtrat und der Verwaltung neu geregelt.

Quelle: Dirk Hunger (Archiv)

Oschatz. Ohne die Eltern funktioniert keine Kindertagesstätte (Kita). Um das Miteinander des Personals und der Personensorgeberechtigten, wie Eltern im Amtsdeutsch politisch korrekt genannt werden, zu optimieren und damit die Betreuungsqualität in den Kitas zu verbessern, verabschiedete der Stadtrat jetzt eine neue entsprechende Satzung. Damit wird dem gesteigerten Aufwand für Dokumentation der Entwicklungsfortschritte jedes Kindes nach dem Sächsischen Bildungsplan Rechnung getragen

Hintergrund für den Beschluss sind neue gesetzliche Rahmenbedingungen, etwa im Bundeskinderschutzgesetz und dem Kindertagesstättengesetz und Sicherheit für die Stadt als Betreiber. Denn, so Sozialamtsleiterin Ulrike Lösch, viele der Neuerungen wurden bisher schon praktiziert, ohne festgeschrieben und damit bindend zu sein. Die Fülle an Änderungen war so umfangreich, dass sich die Behörde für eine Neufassung anstelle einer Anpassung entschied.

Die Anpassungen beginnen schon beim Aufnahmeverfahren. So sind nun die Eingewöhnungszeit von maximal vier Wochen sowie die Erfragung des Impfstatus des Kindes verbindlich. Wenn es zwingend erforderlich ist, erlaubt die Satzung zudem die Betreuung von mehr als neun Stunden pro Tag. Diese Ausnahme werde schon seit einigen Jahren in Anspruch genommen. Die Einschränkung macht jedoch deutlich, dass dies nicht zum Regelfall werden sollte.

Eine überaus wichtige Neuerung für Eltern sind die Variationen bei den Schließzeiten der Betreuungseinrichtungen. Wie gehabt öffnen sie zwischen Weihnachten und Neujahr sowie am Freitag nach dem gesetzlichen Feiertag Christi Himmelfahrt nicht. Hinzu kommen nun zwei weitere individuelle Tage, an denen in Oschatz keine Betreuung angeboten werden kann. Diese nutzen die Erzieherinnen und Erzieher für notwendige Weiterbildungen im Team. In den Sommerferien verringert sich der Zeitraum für Kitaschließungen von vorher drei auf jetzt zwei Wochen. „In all diesen Fällen wird jedoch ebenfalls eine Ersatzmöglichkeit der Betreuung in dringenden Ausnahmefällen gewährleistet“, betont die Sozialmatsleiterin des Rathauses.

Ebenso wie der Beginn des Betreuung steht auch deren Beendigung nun auf rechtlich sichereren Füßen als bisher. Die Kündigungsfrist für die Sorgeberechtigten verkürzt sich auf 14 Tage zum Monatsende. Laut Satzungsbeschluss müssen dafür „wichtige Gründe“ vorliegen. Die Kündigungsvoraussetzungen für den Träger werden dahingehend erweitert, dass diese auch möglich ist, wenn sich das Kind nicht an die Hausordnung hält oder das Verhalten des Kindes den Tagesablauf in der Einrichtung erheblich stört und die Gesundheit anderer gefährdet, oder aber wenn der oder die Sorgeberechtigten die Aufnahme des Kindes durch unwahre Angaben erreicht, sprich, wenn sie den Träger belogen haben.

Gleich drei Paragrafen widmen sich der Kooperation zwischen den Eltern und den pädagogischen Fachkräften. „Beide sind zu einer engen Zusammenarbeit und zum Austausch zum Entwicklungsstand des Kindes verpflichtet“ – klingt logisch. Konkret ist festgelegt, dass einmal pro Jahr ein Gespräch zwischen den Parteien stattfinden muss, um auf Besonderheiten, Entwicklungen, Defizite und anderes hinweisen zu können. Das schließt ein, dass Erzieherinnen und Erzieher bei dem Verdacht auf eine vorhandene Kindswohlgefährdung durch die Sorgeberechtigten darauf aufmerksam machen und Maßnahmen zur Abwendung einleiten.

Zwar sind Mütter und Väter angehalten, den Kleinen einen regelmäßigen Aufenthalt in der Tagesstätte zu ermöglichen. Die neue Satzung sieht aber ebenso vor, dass außerhalb der Einrichtung zehn zusammenhängende Tag Urlaub für die Familien einzuräumen sind. Schließlich erfährt die Mitbestimmung durch die Erziehungsberechtigten ein größeres Gewicht. Lag die Anzahl der Elternratsmitglieder pro Einrichtung bisher zwischen drei und 15, sind nun mindestens sechs Mitglieder vorgesehen. In Häusern mit mehr als drei Gruppen können pro Gruppe höchstens zwei Elternratsmitglieder gewählt werden.

Von Christian Kunze

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