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Oschatz Oschatz setzt bei Flüchtlingen auf Toleranz und Integration
Region Oschatz Oschatz setzt bei Flüchtlingen auf Toleranz und Integration
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15:24 10.03.2015

Von Gabi Liebegall

Anwesend waren der Bundestagsabgeordnete Marian Wendt (CDU) und der Landtagsabgeordnete Volkmar Winkler (SPD).

Sven Keyselt vom Landratsamt informierte zum Thema Flüchtlinge. Wie wichtig zum Beispiel das Bündnis für Demokratie es erachtet, über Flüchtlinge und deren Empfang in Oschatz zu sprechen, unterstrichen Karten, die auf jedem Tisch lagen: "Willkommen in Oschatz... einem Ort für Demokratie, Menschlichkeit und Toleranz! Gemeinsam bauen wir ein Netzwerk auf, das geflüchteten Menschen helfen soll, in unserer Region anzukommen und Frieden zu finden."

"In Nordsachsen gibt es derzeit 916 Flüchtlinge - davon in Oschatz 88 - aus zwölf Nationen. Von den 916 Flüchtlingen sind 640 in Wohnungen untergebracht und 276 in Gemeinschaftsunterkünften. 136 Kinder bis sieben Jahre besuchen Kindereinrichtungen. Allein im Februar sind 108 Männer, Frauen und Kinder angekommen. Weitere 1000 Flüchtlinge sind für dieses Jahr angekündigt. "Für die Aufgaben, die auf diesem Gebiet zu bewältigen sind, wurde das Sachgebiet Migration eröffnet", sagte er. Und für die Flüchtlingssozialarbeit seien fünf Stellen geschaffen worden.

Gesprochen wurde über Maßnahmen zur Integration. Ganz oben steht dabei der Deutsch-Unterricht. "Das heißt DaZ, konkret Deutsch als Zweitsprache." Auch Alltagslotsen oder persönliche Patenschaften würden helfen. Erleichtert werden soll zum Beispiel der Zugang zum Arbeitsmarkt und die Integration von Migranten in Vereine.

Uta Schmidt vom Bündnis für Demokratie und Grünen-Stadträtin in Oschatz informierte über die Möglichkeit, Flüchtlinge zu treffen und kennen zu lernen. Dazu eigneten sich die Veranstaltungen "Tee trinken" im E-Werk. Hier gibt es Informationen für potenzielle Paten sowie Freizeitangebote. Ihr sei wichtig, den Flüchtlingen mit Respekt, Menschlichkeit und Toleranz zu begegnen. Der nächste Treff findet am 25. März statt. In Sachen Integration informierte Stadtrat Peter Streubel (Linkspartei) - der ehemalige Lehrer - wie schwer es sei, den Flüchtlingen Deutsch zu lehren, wenn diese weder englisch noch französisch können und er kein arabisch. Streubel und Elfriede Herrmann, auch Lehrerin i. R., haben den Deutsch-Unterricht für die Flüchtlinge übernommen. Trotz der Schwierigkeiten gebe es Erfolge, aber nur durch "unendliche Geduld". Übrigens: Die Teilnahme sei freiwillig.

Anwesende wollten wissen, warum nicht alle Flüchtlinge Deutsch lernen und, ob es einen Katalog mit Berufen der Migranten gibt. Keyselt: "Im Rahmen des Asylverfahrens brauchen sie nicht zum Unterricht erscheinen." Was den Katalog betreffe, seien die Mitarbeiter des Landratsamtes dran.

© Kommentar

Gabi Liebegall

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