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Oschatz setzt ehemaliger Ulanen-Kaserne ein Denkmal

Geschichte Oschatz setzt ehemaliger Ulanen-Kaserne ein Denkmal

Beim Abbruch der ehemaligen Ulanen-Kaserne wurde die historische Bekrönung des Mitteltraktes gesichert. Neben einem Sandstein mit dem Namenszug von König Albert gehört auch ein sächsisches Wappen und eine Krone zu dem Ensemble. Jetzt wurde das Bauteil an der Nossener Straße wieder aufgebaut und ist ein Denkmal für die Oschatzer Ulanen-Geschichte.

Dana Bach, Marc Etzold, Andreas Kretschmar und Dr. Manfred Schollmeyer (v.l.) vor der Sandsteinbekrönung.

Quelle: Dirk Hunger

Oschatz. Kurz vor Weihnachten haben die Wohnstätten GmbH der Stadt Oschatz schon einmal ein kleines Geschenk überreicht. Es ist mehrere Tonnen schwer, knapp 150 Jahre alt und kostete die Wohnstätten rund 25 000 Euro – gemeint ist die Wiederaufstellung der ehemaligen Bekrönung des Mitteltraktes der alten Ulanen-Kaserne. „Vor knapp 150 Jahren wurden die Ulanen in Oschatz kaserniert“, informiert Hobby-Geschichtsforscher Dr. Manfred Schollmeyer Von den sächsischen Militärs ist in Oschatz kaum noch etwas erhalten. Vor einigen Jahren wurde auch die Kaserne, im Volksmund das „Alte Arbeitsamt“ genannt, abgerissen. „Im Zusammenhang mit dem Abriss gab es damals jedoch auch die Auflage, die sandsteinerne Bekrönung des Mitteltraktes zu sichern und zu gegebener Zeit gut sichtbar öffentlich wieder aufzubauen“, berichtet Marc Etzold, Geschäftsführer der Wohnstätten GmbH, die damals für das Objekt zuständig war.

Nach der Bergung gerieten die demontierten Sandsteinelemente mit einem Sachsen-Wappen und einer Krone aus Keramik in Vergessenheit. Bis aus den Reihen des Oschatzer Heimatvereins die Frage laut wurde, was aus dem Bauteil geworden ist.

„Nachdem das Thema wieder auf den Tisch kam, haben wir uns nach einem geeigneten Standort umgesehen. Wichtig war, dass der Standort auch einen Bezug zum alten Kasernengelände hat“, so der Wohnstätten-Geschäftsführer. Letztlich fiel die Entscheidung zu Gunsten des jetzigen Standortes an der Gabelung von Dresdener und Nossener Straße vor einem Wohnblock der Oschatzer Wohnstätten. Dana Bach, die Leiterin des Oschatzer Stadt- und Waagenmuseums, schaut auf die etwa vier Meter hohen Sandsteinelemente und meint: „Ich glaube, hier passt die Bekrönung gut hin.“ Eigentlich hätte sie das historische Bauteil lieber im Museumsgarten gesehen. „Aber die Größe sprengt schon den Rahmen“, meint sie.

Schon während der Aufbauarbeiten der Bekrönung wurden die Mitarbeiter der Firma Schmidt gefragt, ums was es sich bei dem Objekt handelt. „Für uns war dies der springende Punkt, mit dem Vorhaben jetzt schon an die Öffentlichkeit zu gehen und nicht bis zur Einweihung abzuwarten“, so Marc Etzold. In den nächsten Tagen bekommen die Sandsteinteile noch eine Blech-Abdeckung, das Ziegelfeld wird noch verputzt das Wappen bekommt eine Keramik-Krone, deren Nachbildung derzeit noch in der Künstlerwerkstatt von Wolfgang Thibault in Schmorkau lagert. Um die historische Originalität zu wahren, bleibt der Sandstein unbehandelt.

Rückendeckung bei der Aufstellung des historischen Bauteils gab es von Oberbürgermeister Andreas Kretschmar, der auch Aufsichtsratschef bei den Wohnstätten ist. „Die Ulanen sind ein Stück Oschatzer Stadtgeschichte. Auch wenn die alte Kaserne weichen musste, wollen wir mit diesem Denkmal an dieses Kapitel der Stadtgeschichte erinnern“, meint das Stadtoberhaupt.

Von Hagen Rösner

Oschatz 51.3006128 13.1059825
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