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Oschatz Oschatz sucht Friedensrichter mit gesundem Menschenverstand
Region Oschatz Oschatz sucht Friedensrichter mit gesundem Menschenverstand
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16:12 03.03.2015
Oschatz

Von Hagen Rösner

Friedensrichterwahlen finden alle fünf Jahre statt. Und in Oschatz tickt schon die Uhr, denn am 20. März endet die Bewerberfrist für die neuen Friedensrichter. "Uns drängt schon etwas die Zeit. Wir haben zwei Friedensrichter hier in Oschatz. Davon muss einer sein Amt aus Altersgründen aufgeben, und wir haben bisher nur eine Bewerbung vorliegen", sagt Evelyne Ertel, Chefin des Oschatzer Ordnungsamtes.

Auch umliegende Gemeinden suchen

Friedensrichter werden allerdings nicht nur hier, sondern auch in den umliegenden Gemeinden der Region gesucht. "Wir haben eine gemeinsame Vereinbarung der Gemeinden im Altkreis Oschatz abgeschlossen, die aus der Zeit Mitte der 90er Jahre stammt und derzeit auf den neuesten gesetzlichen Stand gebracht wird. Die Gemeinden haben sich dafür ausgesprochen, eine gemeinsame Schiedsstelle einzurichten und die Stadt Oschatz ist mit der Vorhaltung der Schiedsstelle beauftragt haben", erklärt Evelyne Ertel.

Den Friedensrichtern steht ein Raum im Keller des Rathauses am Neumarkt zur Verfügung, die Stadt Oschatz organisiert die Lehrgänge für die Friedensrichter. Die Einwohner aus dem umliegenden Gemeinden können dann ihre Probleme hier in Oschatz direkt den Friedensrichtern vortragen. Die Kosten, die für die Schiedsstelle entstehen, werden nach der Einwohnerzahl auf die Mitgliedsgemeinden verteilt.

Die Aufgabe der Friedensrichterin oder des Friedensrichters besteht darin, außerhalb eines Gerichtsverfahrens kleine Meinungsverschiedenheiten und Streitigkeiten zu schlichten oder Sühneversuche durchzuführen. Dabei ist die Aufgabenpalette des Friedensrichters sehr vielfältig. Sie umfasst zum Beispiel das Schlichten von Nachbarschaftsstreitigkeiten wie beim Maschendrahtzaun-Streit von Regina Zindler im vogtländischen Auerbach oder Ärger mit dem Vermieter. Aber auch bei Hausfriedensbruch, Beleidigung oder Sachbeschädigung kann der Friedensrichter schlichtend auf die Streitparteien eingreifen. Dieses Ehrenamt ermöglicht, dass die Streitigkeiten zeitnah und auch kostengünstiger als bei Gericht geklärt werden können. In den vergangenen Tagen wurde bei verschiedenen Veranstaltungen in Oschatz und dem Umland für die Arbeit als Friedensrichter geworben. "Die Interessenten benötigen keine juristische Vorbildung, um als Friedensrichter zu arbeiten. Ein gesunder Menschenverstand ist dagegen sehr hilfreich", so die Ordnungsamtsleiterin.

Pro Jahr bis zu 60 Streitfälle

Die Erfahrung hat gezeigt, dass pro Jahr bis zu 60 Streitfälle zu schlichten sind. Bewerben kann sich für die ehrenamtliche Tätigkeit jeder zwischen 30 und 70 Jahren, der sich berufsmäßig nicht mit Rechtsangelegenheiten befasst. Gewählt werden die Friedensrichter vom Oschatzer Stadtrat. Die Wahlperiode dauert fünf Jahre. Bewerbungen nimmt das Sozial- und Ordnungsamt der Stadtverwaltung Oschatz bis 20. März entgegen.

© Kommentar

Hagen Rösner

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