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Oschatz Oschatz übt Kritik an Sparkassen-Plänen: Kein Bargeldtransfer mehr im Zentrum
Region Oschatz Oschatz übt Kritik an Sparkassen-Plänen: Kein Bargeldtransfer mehr im Zentrum
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00:17 24.10.2017
Da schlägt der Sparkassenkunde die Hände über dem Kopf zusammen. Bargeldservice am Schalter soll ab 2018 im Oschatzer Stadtzentrum nicht mehr möglich sein. Quelle: Foto: Christian Kunze
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Oschatz

Ab Januar 2018 soll es Änderungen im Bargeldservice der Oschatzer Sparkassenfilialen geben. Darüber informierte Oberbürgermeister (OBM) Andreas Kretschmar im Stadtrat. Ein- und Auszahlungen von Geldscheinen und Münzen sollen nicht mehr am Service-Schalter in den beiden Filialen möglich sein, sondern ausschließlich in einer – und zwar in der Blomberger Straße.

Wo soll der Bargeld-Service der Sparkasse in Oschatz möglich sein?

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Die stellvertretende Pressesprecherin der Sparkasse Leipzig, Barbara Bauer, begründet die Entscheidung damit, dass laut einer Analyse mehr Kunden den dortigen Schalter aufsuchen – unter anderem durch den Marktkauf. „Die Ein- und Auszahlung am Automaten des Selbstbedienungsterminals in der Sporerstraße bleibt weiterhin möglich“, betont sie. Bei den meisten Kontenmodellen der Kunden sei dieser Service kostenfrei – und bleibe es nach dem Jahreswechsel. Zudem habe die Geschäfts- und Firmenkundenberatung in der Blomberger Straße ihren Sitz.

OBM spricht von einer „falschen Entscheidung“

Mit der beabsichtigten Änderung wollen sich Verwaltung und Stadtrat nicht abfinden. Der OBM spricht von einer „falschen Entscheidung“. Es sei zu befürchten, dass das Oschatzer Stadtzentrum an Attraktivität verliert – eine Entwicklung, der man gemeinsam mit anderen Partnern versucht, gegenzusteuern. Leidtragende der Servicereduzierung wären vor allem Innenstadthändler und die ältere Bevölkerung, die Schalter dem Automaten vorzieht. Zu einer attraktiven Innenstadt gehöre auch, sämtliche Serviceleistungen anzubieten, so Kretschmar. In einem Brief an den Vorstandsvorsitzenden des Kreditinstituts, Dr. Harald Lengenfeld und den Direktor der Vertriebsdirektion Nordsachsen, Marcel Kollmann, fordert er, die Entscheidung zu korrigieren und statt des Bargeldcenters in der Blomberger Straße das in der Sporerstraße zu erhalten. Das entspreche dem Plan, einen solchen Schalter zu erhalten und verursache keine zusätzlichen Kosten, heißt es in dem am Freitag abgeschickten Schreiben.

Kundenverlust für die Geschäftsinhaber im Zentrum befürchtet

Stadtrat Albert Pfeilsticker befürchtet einen herben Kundenverlust für die Geschäftsinhaber im Zentrum. Stadtrat Holger Schmidt (CDU) kann sich mit der von der Stadtverwaltung favorisierten Innenstadt-Lösung anfreunden, brachte aber eine Alternative: „Vielleicht ist möglich, den Service in den Filialen abwechselnd anzubieten, an Markttagen im Zentrum und sonst am Stadtrand.“

Die Vorsitzende der Oschatzer Werbegemeinschaft Carola Schönfeld befürchtet, dass durch die Änderungen zahlreiche potenzielle Kunden dem Stadtzentrum fernbleiben: „Dieses Vorhaben mag für die Sparkasse praktisch sein, günstig für uns ist es aber auf keinen Fall.“ Dass Anpassungen notwendig sind, leuchtet ihr ein. „Wie diese umgesetzt werden, kann aber nicht einfach in Leipzig entschieden werden. Hier ist eine Diskussion mit denen notwendig, die betroffen sind.“

Geändertes Nutzungsverhalten der Kunden

Mit ihrem Plan trägt die Sparkasse nach eigenen Aussagen dem Nutzungsverhalten der Kunden und dem Zuwachs des bargeldlosen Zahlungsverkehrs im Einzelhandel Rechnung. Die Neuerungen sind Teil von Veränderungen im gesamten Standortnetz. Diese werden zum Jahreswechsel abgeschlossen. Darüber hinaus werden 58 Orte in Leipzig und den Kreisen Leipzig und Nordsachsen von Sparkassen-Bussen angefahren.

Von Christian Kunze

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