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Oschatz Oschatz würdigt Sint Nikolaas und Mohren aus Blomberg mit Eintrag im Ehrenbuch
Region Oschatz Oschatz würdigt Sint Nikolaas und Mohren aus Blomberg mit Eintrag im Ehrenbuch
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16:15 05.12.2016
OBM Andreas Kretschmar empfängt Nikolaas und die Mohren im Ratssaal. Quelle: Dirk Hunger
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Oschatz/Blomberg

Wer für die Zukunft schwarz sieht, der erwartet nichts Gutes. Sagt man das Gleiche jedoch über die Tradition von Sint Nikolaas und seinen Mohren, ist es kein schlechtes Omen. Der Bischof und seine dunkelhäutigen Begleiter beschenken seit 1965 Jungen und Mädchen in Blomberg und Umgebung. Mit Begründung der Städtepartnerschaft zwischen Oschatz und Blomberg nach der Wiedervereinigung Deutschlands kam der Brauch von der Lippe an die Döllnitz.

Anlässlich der 25. Stippvisite auf dem Oschatzer Weihnachtsmarkt, im Marktkauf und in Großböhla trugen sich Sint Nikolaas und seine Mohren, deren bürgerliche Namen streng geheim sind, in das goldene Ehrenbuch von Oschatz ein – neben so bekannten Oschatzern wie Babett Peter, Spielerin der Fußballnationalmannschaft oder dem weltweit bekannten Pianisten Andreas Boyde.

Auch Oschatzer verkleiden sich als Mohren

Wie lebendig der Austausch zwischen beiden Städten ist und wie stark der Brauch auch hier gepflegt wird, zeigt das Engagement der Oschatzer Familien Pollmer und Schöne. Dagmar und Matthias Pollmer sowie Sarah und Sabine Schöne verkleideten oder verkleiden sich beispielsweise regelmäßig als Mohren, um den Gästen aus dem Westen zu helfen.

Das Ritual, Kinder zu beschenken, ist zwar über Jahrzehnte gleich geblieben. Die Rahmenbedingungen haben sich jedoch geändert. Begründet und großzügig unterstützt durch das aus den Niederlanden stationierte Militär in Blomberg, musste das Prozedere nach dem Abzug der Nato auf neue Füße gestellt werden. 1997 gründete sich der bis heute bestehende Sint Nikolaas Heimatverein Blomberg. Er führt die Tradition fort – nicht ohne Stolz kann er von sich behaupten, noch immer einen waschechten Niederländer in der Rolle des Nikolaas zu haben. Und auch unter den Mohren finden sich Freiwillige mit familiären Wurzeln in der Nachbarnation.

Familiäre Verbindungen zwischen den zwei Städten

Der Umstand, dass zahlreiche Niederländer diesen Brauch bereicherten, war eine von mehreren Herausforderungen, vor die der Partnerschaftsausschuss gestellt wurde, als der Blomberger Besuch die ersten Jahre nach Oschatz kam. „Die Mohren sprachen gar nicht oder nur sehr schlecht Deutsch“, erinnert sich Dagmar Grundmann, Verantwortliche für die Städtepartnerschaften in den Anfangsjahren. Weiter ging es damit, dass es kein Hotel in Oschatz gab. Die Unterbringung in privaten Haushalten hatte auch ihr Gutes – so wurden die ersten familiären Verbindungen zwischen beiden Städten geknüpft. Und das setzt sich bis heute fort. „Ich kann mich nicht an ein Jahr erinnern, in dem wir keine Gäste aus Blomberg hatten“, sagt Grundmann. Wesentlich dazu beigetragen, dass die Verbindungen nicht abgerissen sind, haben auf Blomberger Seite Dieter Machentanz und Sebo Kramer.

Geduscht und umgezogen haben sich die Mohren-Darsteller übrigens damals in der Oschatzer Feuerwache, erinnert sich Dieter Oehmichen. Er war als Busfahrer tätig und brachte die Gäste aus der Partnerstadt und den Niederlanden von A nach B. Für ihn und seine Frau ist die Gastfreundschaft bis heute selbstverständlich. „Wir haben die Blomberger gestern Abend bekocht“, verrät er. Und Hermann, einer der Mohren, der seinen Nachnamen nicht verraten möchte, schwärmt vor allem von der Tomatensuppe – zubereitet nach Hausfrauenart.

Die farbenprächtigen Kostüme und die Schminke für Nikolaas und seine Helfer kommen, wie die Tradition selbst, aus den Niederlanden, werden dort von den Blombergern bestellt oder eingekauft. Nur ganz selten werden die Verkleidungen innerhalb der Familien weitergeben.

Sint Nikolaas schätzt an den Oschatzern, egal welchen Alters, ihre Gastfreundschaft und Offenheit. „Die Kinder von Oschatz haben sofort Gedichte und Lieder parat, wenn man sie darum bittet. Das klappt besser als bei den Kleinen aus Blomberg. Wenn das so weiter geht, ist mir auch um die kommenden 25 Jahre nicht bange“, meint er.

Von Christian Kunze

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