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Oschatz Oschatzer Abiturienten Diana Voigtländer und Tom Böhmer sind fit für Europa
Region Oschatz Oschatzer Abiturienten Diana Voigtländer und Tom Böhmer sind fit für Europa
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16:49 07.06.2017
„Herzlichen Glückwunsch“ steht, oben auf der Tafel in italienischer, darunter in französischer Sprache. Darin haben Diana (l.) und Tom exzellente Kentnisse. Quelle: Foto: Christian Kunze
Oschatz

Die Abiturienten Diana Voigtländer (18) und Tom Böhmer (19) sind fit für Europa – so lautet das Urteil ihrer Lehrerin Andrea Pospiech. Die Zwölftklässler sind die ersten Absolventen des Thomas-Mann-Gymnasiums (TMG), die mit ihrem Abiturzeugnis das Sprachzertifikat CertiLingua erhalten. In dieser Woche verteidigten beide es in einer Präsentation im Rahmen des Tages der wissenschaftlichen Arbeit – die zweite wichtige Prüfung, die entscheidet, ob das Exzellenzlabel verliehen werden kann oder nicht. Der erste, ebenso wichtige, schriftliche Teil, lag bereits der zuständigen Bewertungskommission zur Beurteilung vor, erklärt Andrea Pospiech.

Bedingungen für eine Bewerbung ist der kontinuierliche Unterricht in zwei modernen Fremdsprachen (Latein zählt nicht dazu), der erfolgreiche Besuch des in zwei Sprachen erteilten Fachunterrichts (am TMG ist dies der teils in Englisch angebotene Geografiekurs) sowie fächerübergreifendes Wissen zu Europa und anderen internationalen Fragestellungen und schließlich eine internationale Begegnung, wie etwa ein Schüleraustausch, und dessen kritische Reflexion.

Diana Voigtländer fällt ein Stein vom Herzen, als sie ihren 20-minütige, teils in Deutsch, teils in Französisch gehaltenen Vortrag beendet. „Vielleicht lebe ich bald in Frankreich“, sagt die Sornzigerin, Tränen der Überwältigung in den Augen. Zuvor berichtete sie über den Alltag einer Familie in der Oschatzer Partnerstadt Vénissieux. „Ursprünglich wollte ich nur über Schule in Frankreich schreiben, die Gemeinsamkeiten und Unterschiede zu unserem System aufzeigen, aber dann merkte ich schnell, dass die jungen Franzosen nach dem Unterricht getrennte Wege gehen und selten gemeinsam lernen. Um nachzuvollziehen, welche Arbeit sie nach Schulschluss leisten, war ein Blick auf das Familienleben unerlässlich“, beschreibt sie.

Ebenso vorangebracht hat die Arbeit für CertiLingua die junge Frau bei ihren Sprachkompetenzen: „Ich wollte mich verbessern, und das ist mir gelungen“. Die Auseinandersetzung mit den Menschen eines anderen Landes, das Einflüsse aus Algerien und Marokko vereint, hat die Sornzigerin weltoffener werden lassen: „Bisher kannte ich nur Oschatz. Die Arbeit für das Label hat mich sensibler gemacht für andere Kulturen – nicht nur in Europa.“ Dieses neu erworbene Feingefühl wird der Schülerin helfen, wenn sie ihren Plan umsetzt, Pharmazie oder Medizin zu studieren. „Ein Auslandssemester in Frankreich sollte dann nicht fehlen.“ Bei der Bewerbung an Hochschulen ist CertiLingua ebenfalls hilfreich – denn an einigen Einrichtungen ersetzt der Nachweis die Sprachzugangsprüfung. Tom Böhmer hat ähnliche Erfahrungen gemacht wie seine Mitschülerin – seine Betrachtung des Schulsystems in Italien trug er komplett in englischer Sprache vor. Dabei kam er nicht um eine Schilderung des italienischen Alltags herum. Lebensschule haben die beiden zertifizierten Sprachschüler während ihres Auslandsaufenthalts also erfahren.

Auch für die Schule ist der Erhalt des Zertifikats an Bedingungen geknüpft. Nach drei Jahren muss bestätigt werden, dass das TMG nach wie vor die Bedingungen erfüllt, das Label anzubieten. Dazu gehört, dass kein Leerlauf bei Bewerbern entsteht, sagt Fachleiterin und Koordinatorin Heike Kolberg – und nennt den Umstand, der gerade das befördern könnte: „Die geplante Oberstufenreform ermöglicht Schülern, die zweite Fremdsprache anzuwählen. Wir sollten also gezielt für die Möglichkeiten des Zertifikats werben“, regt sie an.

Von Christian Kunze

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