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Oschatz Oschatzer Arbeitsagentur droht die Abrissbirne
Region Oschatz Oschatzer Arbeitsagentur droht die Abrissbirne
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19:00 04.07.2018
Das Bürogebäude in der Oststraße wird von der Arbeitsagentur und dem Jobcenter genutzt. Quelle: Fotos: Frank Hörügel
Oschatz

Nach zwölfmonatiger Bauzeit wurde das Oschatzer Arbeitsamt in der Oststraße am 12. September 1995 eröffnet – der erste Neubau eines Arbeitsamtes in den neuen Bundesländern. Als „zweckmäßig und kostengünstig“ bezeichnete der damalige Arbeitsamtsdirektor Dieter Torke das Gebäude. Kostengünstig hieß zu dieser Zeit, dass in das Haus (Container-Bauweise) rund 23 Millionen D-Mark geflossen waren. Und mit zweckmäßig beschrieb Torke zum Beispiel die Ausstattung der 228 Büroräume mit modernster Datentechnik.

Glanz des Gebäudes verblasst

23 Jahre später ist der einstige Glanz des Gebäudes, dessen Räume sich derzeit die Oschatzer Arbeitsagentur und das Jobcenter Nordsachsen teilen (aktuell rund 180 Mitarbeiter), verblasst. Die Zukunft des Hauses steht in den Sternen. „Mittlerweile erfüllt das Gebäude teilweise nicht mehr alle brandschutzrechtlichen Bestimmungen. Daher werden aktuell Überlegungen angestellt, wie am und im Objekt entsprechende Veränderungen vorgenommen werden können. Das schließt auch die Prüfung von Anmietungsmöglichkeiten ein“, sagt die Chefin der Oschatzer Arbeitsagentur Cordula Hartrampf-Hirschberg auf OAZ-Anfrage. Da noch einige Fragen offen seien, könne zur künftigen Weiternutzung des Gebäudes derzeit noch nichts Konkretes gesagt werden.

Im Landkreis Nordsachsen ist man da offensichtlich schon einen Schritt weiter. Zur jüngsten Kreistagssitzung gaben die Kreisräte grünes Licht für den Ankauf von drei Grundstücken im Umfeld des jetzigen Landratsamtsgebäudes in der Friedrich-Naumann-Promenade 9 (wir berichteten). Hier soll ein moderner Verwaltungskomplex neu gebaut werden, in den neben der Kreisbehörde auch die Arbeitsagentur und das Jobcenter einziehen könnten. Laut Landratsamt will die Bundesanstalt für Arbeit den gemeinsamen Verwaltungsstandort mit dem Jobcenter in der Oschatzer Oststraße mittelfristig nicht mehr nutzen und überlegt derzeit, in einen Neubau zu investieren.

Verkaufs-Offerte der Bundesagentur

Diese Vermutung nährt auch eine Verkaufs-Offerte des Immobilienmanagements der Bundesagentur für Arbeit vom Januar 2017. Auf „immobilienscout24“ wird das Verwaltungsgebäude in der Oststraße mit einer Bürofläche von über 9000 Quadratmeter angeboten. Allerdings mit einem Handicap. In der Objektbeschreibung heißt es: „Die Nachnutzung des Gebäudes ist aufgrund von brandschutztechnischen Belangen stark eingeschränkt.“ Um den Brandschutz den aktuellen Anforderungen anzupassen, müssten etwa neun Millionen Euro in das Gebäude investiert werden.

Der Oschatzer Oberbürgermeister Andreas Kretschmar (parteilos) sitzt für die CDU im nordsächsischen Kreistag und hat zur jüngsten Sitzung für die Grundstücksankäufe im Zusammenhang mit dem geplanten Neubau eines Behördenzentrums an der Friedrich-Naumann-Promenade gestimmt. Ein Grundstück gehört der Stadt Oschatz und soll für 34 000 Euro an den Landkreis verkauft werden.

Baugebiet für Eigenheime

Kretschmar findet die Investitionspläne des Landkreises Nordsachsen „prinzipiell gut“. Dann könne endlich die 1994 eingestellte Sanierung des Landratsamts-Gebäudes an der Promenade wieder aufgegriffen werden, fofft er. Und falls es mit dem Verkauf des Bürogebäudes der Arbeitsagentur an der Oststraße nichts wird und hier eines Tages die Abriss-Bagger anrücken, hat Kretschmar schon eine Idee. „Ich kann mir hier durchaus eine andere Nutzung vorstellen – zum Beispiel als Baugebiet für Eigenheime.“

Von frank hörügel

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