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Oschatz Oschatzer Bad heißt weiter Platsch: Bürger freuen sich
Region Oschatz Oschatzer Bad heißt weiter Platsch: Bürger freuen sich
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16:33 06.12.2018
Freude bei den Wasserratten: Das Oschatzer Platschbad behält seinen Namen. Quelle: christian kunze
Oschatz

Aus der Welle der Empörung ist eine Welle der Zustimmung geworden: Die Entscheidung des Aufsichtsrats der Oschatzer Freizeitstätten GmbH, den Namen des Oschatzer Platschbades im Zuge des Umbaus nicht zu ändern, erntet viel Lob, Bestätigung und Freude. In den Leserzuschriften an die OAZ, auf der Straße und in sozialen Netzwerken wurden die drei Namensvorschläge „Wellomy“, „XX0“ und „B20“ heftig kritisiert. Nun hat sich das Blatt gewendet. „Platsch bleibt Platsch – und das ist auch gut so“, lautet nahezu einstimmig der Tenor in den Kommentarspalten der Internetplattform Facebook.

Gute Entscheidung

„Prima“, „Super“, „Gute Entscheidung“ oder „Das ist ein guter Tag für Oschatz“ urteilten bereits am späten Mittwochnachmittag die ersten Nutzer auf den Seiten der LVZ Nordsachsen, des Platschbades oder der Gruppe „Oschatz-meine Stadt“. Lisa Liebschwager schreibt: „Bei den grässlichen Vorschlägen für den neuen Namen ist es tatsächlich ein Glücksfall, dass der alte Name nun doch beibehalten werden soll“. Antje Müller kommentiert: „Man glaubt es kaum. Es wird nicht über die Köpfe der Bürger hinweg entschieden. Es bleibt das Platsch, auch wenn es meiner Meinung nach eine eher negative Veränderung erfährt.“ Und Intenso Klaus, der sich als ehemaliger Mitarbeiter zu erkennen gibt, meint: „Sie nehmen uns vielleicht die Wasserrutsche, aber nicht unsere Identität“.

Quelle: Christian Kunze

Schwierige Vermarktung

OAZ-Leser Gerhard Oehmichen hatte sich als regelmäßiger Saunabesucher in Oschatz vor kurzem mit einer Lesermeinung an die Redaktion gewandt. Darin schilderte er ein Gespräch mit Gästen aus Dresden, die auch nicht nachvollziehen konnten, weshalb das Bad einen neuen Namen bekommen soll. Aus Sicht der Marketingverantwortlichen bei der Oschatzer Freizeitstätten GmbH, Claudia Werner, sei es mit dem unveränderten Namen schwieriger, überregional das Neue ab 2020 zu vermarkten. „In Gesprächen auf Tourismusmessen erfahre ich immer, dass die Menschen etwas ganz bestimmtes mit dem Namen Platsch verbinden. Aber das gibt es nun nicht mehr“.

Kritiker sollen Bad besuchen

Ähnlich sieht es auch der Oschatzer Unternehmer Frank Schneider. „Ich kann damit leben“, sagt er und meint: „Nun beginnt für das Marketing eine schwierige Zeit. Ein bestehender Markenname, ein teilsaniertes Gebäude, mit einem neuen Nutzungskonzept. Alte negative Gedanken müssen aus den Köpfen der Besucher aus nah und fern“. Keiner dürfe mehr eine Beziehung zu Rutschen oder „kalten“ Temperaturen haben. „Ich möchte den Job nicht machen! Das wird mal so richtig was kosten und nicht nur Geld“, schließt er – und setzt einen lachenden Smiley hinter diesen Satz. Er würde sich zudem wünschen, dass nun auch alle Kritiker das neue Bad besuchen – nicht nur von außen natürlich. Ralph Schroeter hält dem entgegen, dass alle Steuerzahler die Last des Umbaus und negativer Betriebskosten tragen und demnach ihre Meinung sagen dürften – selbst wenn sie keine Freunde des alten oder neuen Bades in Oschatz seien.

Quelle: Christian Kunze

Neuer Name wäre nicht besser

Andreas Görl knüpft an das Votum des Aufsichtsrates die Hoffnung, dass die Einwohner nun ihres dazu tun, dass das neue Bad mit altem Namen angenommen wird: „Jetzt liegt es an den Oschatzern, das Bad am Leben zu erhalten. Es hat definitiv eine Chance verdient, auch wenn sich viele Leute nach dem Umbau erstmal daran gewöhnen müssen“, meint er. Bernd Schmidt, Vorsitzender des Sportvereins Fortschritt Oschatz wertet „eine Entscheidung der Vernunft“ und meint, dass eine Vermarktung des neuen Konzepts mit keinem der drei ursprünglichen Favoriten einfacher gewesen wäre als mit dem bestehenden Namen.

Von Christian Kunze

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