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Oschatzer Bäcker und Fleischer setzen auf saubere Hände

Grippewelle Oschatzer Bäcker und Fleischer setzen auf saubere Hände

Der Hals kratzt, die Nase läuft. Die Grippe ist in vollem Gange. Und die Ansteckungsgefahr lauert überall – auch beim Einkauf. Doch Oschatzer Bäckerei- und Fleischereifilialen wissen, wie die Übertragung von Krankheitserregern beim Kontakt mit Kunden und Lebensmitteln zu vermeiden ist.

Sabine Hammermüller und Auszubildender Kai Altermann desinfizieren ihre Hände wegen Grippeviren.

Quelle: Christian Kunze

Oschatz. Winterzeit ist Grippezeit. Um sich vor der echten Influenza zu schützen, haben sich in der Impfsaison 2017/2018 bereits 608 Personen im Landkreis Nordsachsen impfen lassen. Im Vergleich zur Saison 2016/2017 ein enormer Anstieg, da waren es nur 397 Personen. Mit dem Stand vom 7. Februar 2018 sind in diesem Jahr im Landkreis Nordsachsen bisher 417 Influenzaerkrankungen gemeldet worden. Die Ansteckungsgefahr lauert überall – auch beim täglichen Einkauf. Welche Maßnahmen die Betreiber von Bäckerei- und Fleischereifilialen beispielsweise ergreifen, um die Übertragung von Krankheitserregern beim Kontakt mit Kunden und Lebensmitteln zu vermeiden, erfragte OAZ vor Ort.

Taube setzt auf Reinigungsstrecken

Der Merkwitzer Bäckermeister Nils Taube setzt auf die Empfehlungen und Vorschriften der Berufsgenossenschaft für Nahrungsmittel und Gastronomie. Und die rät zu sogenannten Reinigungsstrecken. „Das kennt man auch von Tankstellen“, so Taube, „meine Mitarbeiter in den Filialen sind angehalten, sich regelmäßig die Hände zu reinigen. Mit Seife, Desinfektionsmittel und einem speziellen Reinigungsgel für die Haut“. Diese drei Komponenten böten einen deutlich wirksameren Schutz als Handschuhe. „Von denen rät die Genossenschaft ab. Und ich persönlich halte auch nicht viel davon.“ Handschuhe könne man nur kurz verwenden und müsse sie entsorgen, zudem sei in der Bäckerei meist damit zu rechnen, dass sich unter den Gummihandschuhen schnell Schweiß auf der Haut bildet. „Wir haben es einmal ausprobiert und nur schlechte Erfahrungen damit gemacht. Sie bieten keinen wirksamen Schutz und fördern beim Träger das Risiko der Hauterkrankungen. Und das will ich nicht“, so Taube. Er setzt auf das Händewaschen, „wie jeder andere daheim auch. Wer klebrige oder schmutzige Hände hat, der wäscht sie und versteckt sie nicht.“ Während der Grippezeit sei das Personal besonders zur Hygiene angehalten. Sie gelte aber auch zum Schutz vor anderen Viren.

Donat bevorzugt Handschuhe

„Was gefordert wird, das setzen wir um“, sagt Bäckermeister Frieder Donat aus Lampersdorf mit Blick auf die in Deutschland geltenden Vorschriften zur Vermeidung der Übertragung von Krankheitserregern im Nahrungsmittelhandwerk. Im Gegensatz zu Taube setzt er jedoch auf Handschuhe. „Das ist zwar aufwendig, aber es hat sich für uns bewährt“, begründet er diese Entscheidung für die Filialen. Die Angst vor der Übertragung von Grippeviren beim Brötchenkauf hält er für überzogen. „Das passiert wirklich nur bei großen Menschenansammlungen. In meiner Bäckerei hat sich noch niemand Grippe geholt.“ Wichtig sei in diesem Zusammenhang auch die Verantwortung der Angestellten. „Am besten beugt der vor, der die ersten Symptome ernst nimmt. Meine Mitarbeiter sind angehalten, sich bei ersten Krankheitsanzeichen sofort arbeitsunfähig schreiben zu lassen. Das gilt auch für Grippe und minimiert das Risiko“, sagt er. Deutlich gefährlicher sei die Ansteckungsgefahr beim Brötchenkauf im Supermarkt. „Der Kunde neigt dazu, sich aus den gefüllten Boxen mit Backwaren die schönsten auszusuchen – und nimmt dafür mehrere in die Hände, um zu begutachten.“ Und selbst auf den bereitgestellten Zangen zum Entnehmen sammelten sich nach der hundertsten Benutzung garantiert die Viren – und der Weg zu Übertragung sei frei.

Hygienische Vorschriften nicht nur in der Grippezeit

„Bei uns muss immer auf die Hygiene geachtet werden. Da ist es ganz egal, ob Grippezeit ist oder nicht. Die hygienischen Vorschriften bestehen nicht nur in der Grippezeit“, sagt Thomas Fischer, Geschäftsführer der Oschatzer Fleischwaren GmbH und betont, dass dies immer ein sensibles Thema sei. „Unsere Mitarbeiter wurden belehrt, dass immer wieder die Hände gewaschen werden müssen. Und daran wird sich auch gehalten. Von Einweghandschuhen rät die Hygiene ab. Da diese ebenso die Keime übertragen können. Deshalb ist Waschen das A und O“, verdeutlicht Fischer noch einmal.

Marktfleischerei wird regelmäßig überprüft

Das bestätigt auch Josef Müller von der Marktfleischerei Müller in Oschatz. „Wir arbeiten immer sauber und korrekt. Wir werden regelmäßig überprüft. Bei uns gibt es keine Beanstandung. Wir achten sehr auf Hygiene.“ Um einer Erkältung entgegenzuwirken, hat Josef Müller einen guten Tipp: Rindfleisch und Rinderknochen – gekauft von Handwerksbetrieben der Fleischereien – kochen und die Rinderkraftbrühe zu sich nehmen. „Das war schon bei unseren Groß- und Urgroßeltern ein gutes Heilmittel und ist es auch heute noch.“

Von Christian Kunze und Kristin Engel

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