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Oschatzer Bahnhof zu verkaufen

Oschatzer Bahnhof zu verkaufen

Der Oschatzer Bahnhof steht zum Verkauf, mal wieder. Mit einem Plakat an der Fassade des Empfangsgebäudes lockt die Main Asset Management Gesellschaft (MAM) potenzielle Käufer.

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Für ihre betrieblichen Zwecke benötigt die Deutsche Bahn AG das Oschatzer Empfangsgebäude schon lange nicht mehr. Deshalb ging es - wie Hunderte andere Bahnhöfe - in den letzten Jahren durch die Hände mehrerer Immobilienfirmen. Nun soll es wieder einmal verkauft werden.

Quelle: Sven Bartsch

Oschatz. Von Axel Kaminski

 

 

 

Bereits vor zwölf Jahren, als die Immobilie schon einmal veräußert werden sollte, zeigte sich Rechtsanwalt Albert Pfeilsticker interessiert. "Ich bot der Bahn damals eine D-Mark an und habe das später auf einen Euro zuzüglich der Mehrwertsteuer erhöht", erinnert Pfeilsticker. "Mehr kann man nicht bieten, wenn man das Gebäude als Dienstleistungszentrum nutzen möchte, weil einerseits ein hoher Reparaturstau besteht, andererseits aber als eine Miete kaum mehr als vier Euro pro Quadratmeter zu erzielen sind." Er werde sein Angebot erneuern, sagte er der OAZ auf Nachfrage.

Bei der MAM dürfte er damit auf ebenso viel Resonanz stoßen wie damals bei der Deutschen Bahn AG. Diese hatte mit der First Rail Property 2001 einen Rahmenvertrag über den Verkauf von 1016 Bahnhöfen abgeschlossen. Von dort sind nach einer teilweisen Rückabwicklung des Vertrages und einer Insolvenz der First Rail Property diese Immobilien bei der MAM angekommen. Zum Verkauf vorgesehene Bahnhöfe füllen nun seitenweise die Kataloge des Auktionshauses Karmann.

"Wir haben uns ausgebeten, dass der Oschatzer Bahnhof nicht im aktuellen Katalog steht, weil wir mit der MAM über den Kauf des Gebäudes verhandeln", sagt Gerhard J. Curth. Geschäftsleiter der Deutschen Regionaleisenbahn GmbH (DRE). "Das muss ich der Presse nicht sagen", ist der Kommentar, den sich Silke Freitag auf die Frage nach Interessenten am Oschatzer Bahnhof entlocken lässt. Der Preis sei Verhandlungssache. An Frau Freitag von der Delitzscher Niederlassung der MAM wird verwiesen, wer die auf dem Plakat am Bahnhof angegebene Telefonnummer anruft.

"Wir werden spätestens bis Ende des Monats eine Entscheidung haben - so oder so", ist sich der Geschäftsleiter der DRE sicher. Man verhandele schon seit zwei Jahren miteinander. Die Preisvorstellung der MAM, die für den Bahnhof vor geraumer Zeit noch 75 000 Euro haben wollte, seien für ihn nicht nachvollziehbar. Bei einem Erwerb durch die DRE könne er sich vorstellen, mit den bisher in Radebeul und Strehla ansässigen Teilen der Verwaltung hierher zu ziehen. Noch keine großen Gedanken habe er sich darüber gemacht, was passiert, wenn ein anderer Interessent kauft und der Reisestation der DRE den Mietvertrag kündigt. "Dann sind immer noch ein Umzug ins Stadtzentrum oder die Suche nach einem Ersatz direkt am Bahnhof möglich", skizziert Curth die Varianten für diesen Fall.

"Wir haben definitiv kein Interesse an dieser Immobilie", macht Lutz Haschke, Geschäftsführer der Döllnitzbahn GmbH (DBG), klar. Die DBG habe alle erforderlichen Büro- und Diensträume in Mügeln, leide da auch nicht an Platznot. "Für uns ist am Oschatzer Bahnhof nur der öffentliche Zugang zu den Gleisanlagen, auch zu denen unserer Schmalspurbahn wichtig", erklärt Haschke. Das sei durch die Art der öffentlichen Widmung der Bahnanlagen gegeben und würde sich durch einen Verkauf nicht ändern. Das ginge nur im Zuge einer Umwidmung und nicht von heute auf morgen.

-Standpunkt

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