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Oschatz Oschatzer Bahnhofstraße bis November Baustelle: Händler fürchten Umsatzeinbußen
Region Oschatz Oschatzer Bahnhofstraße bis November Baustelle: Händler fürchten Umsatzeinbußen
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09:14 24.08.2016
Katrin Becker ist mit ihrem Laden in der Bahnhofstraße betroffen, sie hofft weiter auf die Treue ihrer Kunden, auch wenn die Baumaschinen anrücken. Quelle: Foto: Dirk Hunger
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Oschatz

Die Bahnhofstraße ist derzeit eine Baustelle, der Verkehr rollt zwischen Lutherstraße und Friedensstraße nur einseitig. Der Grund: Der Wasserverband Döbeln-Oschatz lässt bis November eine neue Wasserleitung verlegen. Stephan Baillieu, Geschäftsführer des Verbandes, dazu: „Es handelt sich um die wichtigste Investition des Verbandes im Bereich der Trinkwasserleitungen im Oschatzer Raum.“ Rund 330 000 Euro investiert der Verband – gezwungenermaßen. Die Bahnhofstraße hat sich in diesem Bereich in den vergangenen Jahren als Risikofaktor erwiesen. Immer wieder gab es Wasserrohrbrüche an der Hauptleitung, Druckabfall in weiteren Versorgungsbereichen war die Folge. Der Verband verlegt nun Leitungen mit einem Durchmesser von 20 Zentimetern. In diesem Zusammenhang müssen Bewohner der Gartenstraße und Lutherstraße auch mit Bauarbeiten rechnen.

Die Händler in der Bahnhofstraße stehen der Maßnahme skeptisch gegenüber. Obwohl ihnen klar ist, dass die Trinkwasserversorgung wichtig ist, fürchten sie Umsatzeinbußen. „Wir leben von unserer Stammkundschaft und haben die gesamte Bauzeit geöffnet. Ich hoffe, dass unser Laden während des Baus gut erreichbar bleibt und dass die Bauarbeiten sich nicht zu sehr in die Länge ziehen“, sagt Katrin Becker, Inhaberin des Obstgeschäfts.

Auch der Lotto- und Zeitungsshop von Sylke Zeller auf der anderen Straßenseite ist während der Arbeiten geöffnet. Mitarbeiterin Cornelia Forwerk: „Unsere größten Befürchtungen sind, dass Kunden ausbleiben, weil sie nicht vor den Geschäften parken können.“ Sie hofft auf schnellen Baufortschritt

Im sozialen Netzwerk Facebook wird indes ein weiteres Problem diskutiert. „An sich wäre ein grundhafter Ausbau der Bahnhofstraße die richtige Maßnahme gewesen, weil die Fahrbahn auf dem Schwemmsand der jetzt kanalisierten Döllnitz errichtet wurde und heutigen Belastungen mit 40-Tonnen-LKWs nicht gewachsen ist“, postet Anwohner und Stadtrat Albert Pfeilsticker.

Isabel Siebert, Sprecherin des zuständigen Landesamtes für Straßenbau und Verkehr (Lasuv), erklärte, dass Lasuv und Stadt Oschatz sich einig seien, dass die Bahnhofstraße „auf großer Länge in Abschnitten mittelfristig grundhaft zu erneuern ist“. Einigkeit bestehe darüber hinaus, dass die laufende Vorplanung des Ausbaus der Linden- und Hangstraße in Merkwitz Vorrang habe. „Über eine Aufnahme der Bahnhofstraße in das Planungsprogramm kann daher derzeit noch nicht entschieden werden“, so Siebert.

Bernd Schmidt, Vertreter des Autoclub Europa in der Region Oschatz, findet klare Worte dafür: „Die Entscheidungsträger sollten von Fachleuten vor Ort auf das Problem aufmerksam gemacht werden. Das ist wahrscheinlich noch nicht eindringlich genug geschehen. Sonst wäre die Planung schon im Schubfach.“ Beginnend am Leipziger Platz bis zum Bahnhof sieht Schmidt Handlungsbedarf. „Die Breite der Straße erlaubt sicherlich sogar noch einen Radweg“, ergänzt er.

Von Hagen Rösner und Christian Kunze

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