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Oschatz Oschatzer Berufsschulzentrum mit viel Potenzial – aber ohne Schüler
Region Oschatz Oschatzer Berufsschulzentrum mit viel Potenzial – aber ohne Schüler
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16:25 07.12.2017
OBM Andreas Kretschmar und der Oschatzer Jugendstadtrat machen sich Sorgen um den Standort des BSZ. Quelle: Foto: Hagen Rösner
Oschatz

Wenn es um die Schulen in der Stadt Oschatz geht, das passiert es ab und zu, dass das Berufsschulzentrum (BSZ) vergessen wird. Dabei ist das BSZ in kreislicher Trägerschaft gleich an zwei Standorten in Oschatz vertreten – als Hauptstelle Am Zeugamt und als Nebenstelle in der Berufsschulstraße. Wie es derzeit um das BSZ in der Stadt Oschatz bestellt ist, darüber wollte sich bei der vergangenen Sitzung der Jugendstadtrat informieren. Der hatte seine Sitzung diesmal im Schulgebäude Am Zeugamt anberaumt, um nicht nur aktuelle Jugendthemen zu diskutieren, sondern auch um sich die Ausbildungseinrichtung anzusehen. Als Vertreter des Beruflichen Schulzentrums informierten die Lehrerin Beate Kramer und der Sozialarbeiter Thomas Foltan über die Situation am BSZ.

„Tatsächlich ist unsere Schule für Ortsunkundige beim ersten Mal schwer zu finden. Erst fährt man in der Nossener Straße aus der Stadt raus und dann wieder nach Oschatz rein“, schmunzelt die Lehrerin. Der Schulstandort wurde erst 2008 im Nachgang der letzten Kreisreform auf Vordermann gebracht. „Der Standort war für ganz viele Schüler konzipiert“, sagt Beate Kramer. Als sie 2004 an die Schule kam, lernten am Zeugamt über 1000 Schüler. „Derzeit haben wir aber nur noch 331 Schüler und 41 Lehrer“, so Kramer, die betont, dass die Zahlen sich im Jahrestakt auf Sinkflug begeben haben.

Dabei hat sich in den zurückliegenden Jahren auch das Ausbildungsspektrum erheblich verringert. So werden derzeit noch die schulischen Ausbildungen für kaufmännische Berufe angeboten. Außerdem ist die Ausbildung zum Bau- und Objektbeschichter, Sozialassistenten, Landwirtschafts- und Gartenbauwerker im Angebot. Wobei die Schülerzahlen auch hier weiter sinken und der Verlust der Landwirtschafts- und Gartenbauwerker zu befürchten ist. „In der Berufsausbildung sind unsere Klassen immer mehr dezimiert worden“, so Kramer.

Einen hohen Stellenwert nehmen die Vorbereitungsklassen wie BVJ (Berufsvorbereitungsjahr), BGJ (Berufsgrundbildungsjahr) oder BVB (Berufsvorbereitende Bildungsmaßnahme) ein. Hier handelt es sich vor allem um Jugendliche mit Defiziten, die keine Berufsausbildung wahrnehmen, aber der gesetzlichen Schulpflicht unterliegen. Im Gegensatz dazu bietet das BSZ auch eine gymnasiale Ausbildung an. „Etwa 120 Schüler nutzen die Möglichkeit, über diesen Weg ihr Abitur und die uneingeschränkte Hochschulreife zu erlangen. Schüler mit einem Realschulabschluss entscheiden sich für diesen dreijährigen Weg zum Abitur, welches absolut vollwertig ist“, berichtet Beate Kramer.

Von Hagen Rösner

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