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Oschatzer Blumenfest ist verblüht - bei Floristen keimt jedoch Hoffnung

Oschatzer Blumenfest ist verblüht - bei Floristen keimt jedoch Hoffnung

dieser Slogan der Großen Kreisstadt gilt nicht erst seit der 4. Sächsischen Landesgartenschau 2006. Nein, bereits seit 50 Jahren sorgt das Oschatzer Blumenfest für blühenden Momente.

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Der 50. Blumenball der Stadt Oschatz - musikalisch wurde die Tanzveranstaltung von der Mercurius-Band gestaltet.

Quelle: Dirk Hunger

Hier blüht Sachsen. In den zurückliegenden 25 Jahren wurde das Fest in der Stadthalle ausgestaltet von Kleingärtnern, Floristen und den Stadtgärtnern.

 

Nach einem halben Jahrhundert soll nun Schluss sein mit dem, was Generationen von Menschen erfreut hat. Das 50. Blumenfest am vergangenen Wochenende war das letzte dieser Art in Oschatz. OAZ sprach mit beteiligten Floristen über die Gründe, die Historie der Veranstaltungen und eine mögliche Neuauflage im Jahr 2017 - denn ganz verblüht ist die Idee vom Blumenfest noch ganz und gar nicht.

 

Waren es Anfangs über ein halbes Dutzend Blumengeschäfte, die zum Gelingen des Festes beitrugen, sind nun nur noch drei übrig. Sabine Müller von der Baum- und Rosenschule Müller bedauert, dass die Tradition nicht fortgeführt wird. "Aber in den letzten Jahren wurde es für uns wenige Akteure, die sich immer wieder eingebracht haben, immer schwieriger, das Ganze zu stemmen." Aufwand und Ergebnis stünden nicht mehr im Verhältnis. "Es war ein Schnitt notwendig", betont die Floristin. Wie geht es weiter mit dem Blumenfest nach der Kleinen Gartenschau, bei der sich die Floristen ebenfalls einbringen wollen? Diese Frage stellt auch sie sich. "Wenn es neue Akteure, Impulse und Ideen gibt, werden wir bei einem Neuanfang dabei sein", stellt sie in Aussicht.

 

"Die Rahmenbedingungen haben sich geändert", konstatiert Ute Zschage. Die Inhaberin von Blumen Liebender erinnert sich noch an die Blumenfeste zu DDR-Zeiten. "Damals war an vieles schwer ranzukommen, also auch an Blumen. Da war diese Veranstaltung ein Renner, die Karten sofort ausverkauft und jede Blüte ein Hingucker". Heute, da es bei Blumen wie bei allem anderen von jedem zu viel gäbe, sei es eine besondere Herausforderung, die Oschatzer "hinter dem Ofen vorzulocken". Besondere Ideen, die es zweifelsohne gäbe, bedürfen aber auch einer besonderen Finanzierung, so Zschage. "Nicht zuletzt aus finanziellen Gründen haben wir uns dafür entschieden, den einmaligen Veranstaltungshöhepunkt in Oschatz zum 50. Jubiläum noch einmal aufleben zu lassen. Die Rückmeldungen waren immer gut, doch um weiter zu machen wie bisher, brauchen wir mehr Leute im Boot", verdeutlicht Ute Zschage.

 

Katrin Friedel vom Geschäft Blumen Schmidt ist die dritte im Bunde und gerne bereit, auch künftig etwas abzugeben, damit das Blumenfest weiter blühen kann - trotz des zusätzlichen vier Tage umfassenden Aufwands, der dafür betrieben werden muss. "Doch weil es sich nicht mehr rechnete, sind wohl auch die Hälfte der einst beteiligten Oschatzer Floristen abgesprungen", sagt sie. Das Schaubinden, die Abendveranstaltungen, die Gespräche mit Stammbesuchern: All das würde sie vermissen, fände das Fest nicht mehr statt. "Es kommen viele Leute regelmäßig aus Meißen, Döbeln und Riesa zum Oschatzer Blumenfest. Ich wäre dafür, dass man dortige Fachgeschäfte mit einbezieht und eine Neuauflage wagt", sagt Friedel.

 

Jürgen Commichau von der Garten-sparte Oschatz-Nord, weitere treibende Kraft beim Blumenfest, war bis Redaktionsschluss nicht zu erreichen.

Christian Kunze

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