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Oschatzer Bücherwürmer lesen alles

Kultur Oschatzer Bücherwürmer lesen alles

„Entschuldigung, lesen Sie noch?“, fragen Buchhändlerin Alexandra Roscher und Bibliothekarin Eleonore Reichel seit Anfang des Jahres. Jüngst gaben sie Lesern und Autoren die Chance, Literatur vorzustellen und sich darüber auszutauschen. Nach zweieinhalb kurzweiligen Stunden war man sich einig: Schreiben kann therapeutisch sein und fiktive Welten sind realer als man glaubt.

Alexandra Roscher (mit Buch) und Eleonore Reichel (2.von links) laden zur Leserunde ein.

Quelle: Dirk Hunger

Oschatz. „Das Leben ist schöner, wenn man solche Bücher hat“, sagt Anja Seidel über „David Copperfield“ von Charles Dickens. Den Roman stellte sie am Dienstagabend in der Stadtbibliothek vor. Zur zweiten Auflage von „Entschuldigung, lesen Sie noch?“ gaben zehn Mutige Lesetipps – und kamen ins Gespräch. Lesen verbindet, auch wenn es nicht um die schönen Seiten des Lebens geht.

So stieß Katharina Geißler aus Oschatz mit „Robert Enke – ein allzu kurzes Leben“ eine Diskussion über Depressionen an. An denen litt Torwart Enke, der sich 2009 im Alter von 32 Jahren das Leben nahm. Dass man mit Literatur Stimmungstiefs überwinden kann, sei es durch lesen oder selbst schreiben, kam ebenso zur Sprache wie die Forderung, dass mehr unternommen werden müsse, um depressiven Menschen zu helfen.

Jene, die Rahmenbedingungen für solche Hilfen schaffen, sitzen im Deutschen Bundestag. „Das Hohe Haus“ wurde ebenso vorgestellt. Der im Februar verstorbene Publizist Roger Willemsen berichtet über die 22 Sitzungswochen, die er im Wahljahr 2013 auf der Besuchertribüne des Parlaments verbracht hat.

Angesichts manch politischer Entscheidung wünscht man sich in eine andere Welt. Utopien findet man zuhauf zwischen Buchdeckeln. Beispiele stellten Günter Ihm, Lina Krüger und Resi Klammt vor. Ihms Favorit, DDR-Science-Fiction-Autor Gert Prokopp, schickt einen Kommissar in einer düsteren Zukunftsvision auf Verbrecherjagd. Die Kurzgeschichten im Band „Wer stiehlt schon Unterschenkel?“ sind 40 Jahre alt. „Und dennoch findet sich vieles darin, was heute Realität ist“, urteilt Ihm. Zwei Generationen später ziehen alternative Geschichtsschreibung nach 1945 oder die herrschenden Verhältnisse nach einem fiktiven vierten Weltkrieg junge Leserinnen in ihren Bann – ein Beweis dafür, dass einem um die Zukunft des Buches nicht Bange sein muss.

Damit es Literatur gibt, braucht es Autoren. Zwei von ihnen brachten selbst verfasste Texte zu Gehör. Annett Winkler arbeitet an ihrem Romandebüt. Im ersten Kapitel schildert sie den Auftakt einer Pilgerreise, der Dank ihrer mitreisenden Schwester unterhaltsam ist – denn oberste Priorität räumt jene beim Pilgern vor allem dem richtigen Make up ein. Glaubt man Hartmut Finger, dann sind Esel beim Pilgern ideale Begleiter. Seine Sympathie für die Tiere schildert er in einer kurzweiligen, heiteren Erzählung.

Der nächste Lesetreff findet am 20. September statt. Auch dann möchte Anja Seidel wieder dabei sein – und den Oschatzer Lesern Terry Pratchetts satirische Scheibenwelt-Romane vorstellen.

Von Christian Kunze

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