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Oschatzer Bücherwurm-Grundschule ermittelt ihre Lesekönige

Bildung Oschatzer Bücherwurm-Grundschule ermittelt ihre Lesekönige

Vor den Halbjahreszeugnissen bekommen einige Oschatzer Kinder noch eine Urkunde. Die besten Leser der Grundschule zum Bücherwurm treten am letzten Tag vor den Winterferien traditionell gegeneinander an. Doch wer glaubt, pro Jahrgang kann es nur einen Lesekönig geben, der wurde dieses Jahr eines besseren belehrt.

Die Zweitklässler Annika Bleich, Lesekönigin Charlotte Lucas, Tamina Rüster und Luca Fritsch (von links).

Quelle: Christian Kunze

Oschatz. Wer lesen kann, der ist klar im Vorteil. Das wissen die Jungen und Mädchen der Grundschule „Zum Bücherwurm“ und ermitteln deshalb seit einigen Jahren ihren Lesekönig in jeder Klassenstufe. Der letzte Tag vor den Winterferien ist stets für diesen Wettbewerb reserviert. Bevor die letzte Glocke die schulfreie Zeit einläutet, geben alle noch einmal alles.

Buchpreise für die besten Lesebeiträge

Schulleiterin Anke Wiesner und ihr Team bekommen dafür ordentlich Unterstützung. In der Jury sitzen die ehemaligen „Bücherwurm“-Lehrerinnen Christine Eichhorn und Brigitte Vogel, weiterhin gehören dem Gremium Diana Mann von der Stadtbibliothek Oschatz und Alexandra Roscher, Inhaberin der Buchhandlung in der Lutherstraße, an. Letztere stellt die Preise für die Oschatzer Superleser zur Verfügung. Die vier Frauen bewerten das Gelesene, vergeben Punkte auf Lautstärke, Betonung, flüssiges Lesen und Sinnerfassung der Texte. Letzteres wird mit einer Hand voll Fragen kontrolliert, die die Kinder nach dem Lesevortrag beantworten müssen – manchmal ist diese Leistung das Zünglein an der Waage.

Aus jeder der acht Klassen, die im „Bücherwurm“ unterrichtet werden, haben Lehrer und Mitschüler jeweils zwei Favoriten in die Lesearena entsandt. Im Speiseraum der Schule haben die besten Leser zwischen sieben und zehn Jahren am Freitagvormittag ihren großen Auftritt. Und, auch das ist Tradition, jeder Vorleser darf zur Unterstützung zwei Zuhörer aus seiner Klasse mitbringen. So haben alle, die antreten, auch ein entsprechendes Publikum. Nicht weniger gebannt als die Kleinen verfolgen die Lehrerinnen den Wettbewerb.

Auch Lesemuffel für das gedruckte Wort begeistert

Während jeweils aus zwei Jahrgängen Kinder vor der Jury bestehen, sind die übrigen Bücherwurm-Schüler in ihren Klassen und lesen Jüngeren aus ihren Lieblingsbüchern vor – auch dieses Ritual der Lesepatenschaften gehört zum Lesetag vor den Winterferien, war von Lehrerin Katrin Bönisch zu erfahren. „Alle geben sich hier große Mühe und schaffen es sogar, die Lesemuffel für das gedruckte Wort zu begeistern“, hat sie festgestellt. Die Grundschule in der Bahnhofstraße macht mit dieser Initiative ihrem Namen alle Ehre. So ist der Tag der Zeugnisausgabe mehr als nur der Ferienauftakt – für jeden, der hier ein und aus geht.

Die Texte, denen sich die Jungen und Mädchen der Klassen 1 bis 4 stellen, sind denn auch solche, die wirklich Lust darauf machen, mehr zu lesen. Süße Waffeln, tierische Zusammenarbeit, die Erlebnisse eine Mistkäfers und eine Reise auf den afrikanischen Kontinent gibt es beim diesjährigen Vorlesewettbewerb zu erleben. Da sage noch einmal jemand, lesen, das sei langweilig. Ist es eben nicht.

Jungen haben beim Lesewettbewerb die Nase vorn

Unter den 16 Schülern, die zum Vorlesen antreten, sind in diesem Jahr die Jungen mit neun zu sieben leicht in der Überzahl. Am Ende haben sie auch bei der Prämierung die Nase vorn. Und das, wo Lesen auch schon im Grundschulalter eher als eine Domäne des weiblichen Geschlechts gilt. Die große rot-goldene Lesekrone aus Plüsch tragen nach der Auswertung der Jury Konstantin Loki Lorenz (Klasse 1b), Charlotte Lucas (Klasse 2b), und Erik Müller (Klasse 3b). In der Klasse 4 gibt es im Finale des Wettlesens eine besondere Überraschung. Die Lesekrone teilen sich am Ende in diesem Jahrgang zwei Jungen. Vincent Queißer (Klasse 4a) und Kevin Leisker (Klasse 4b) haben beide die gleiche und zugleich beste Punktzahl erreicht.

Von Christian Kunze

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