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Oschatz Oschatzer Busschule steht Pate für Modellprojekt
Region Oschatz Oschatzer Busschule steht Pate für Modellprojekt
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00:33 10.05.2018
Paul (l.) und Richard aus der Kita„Unter dem Regenbogen“ lauschen Andreas Krusche vom Polizeirevier Oschatz. Ein Video der Busschule gibt es auf www.lvz.de Quelle: Foto: Christian Kunze
Oschatz/Collm-Region

Der kleine Ben und seine Freunde stehen Schlange an der Eingangstür eines Linienbusses am Oschatzer Busbahnhof – wie in der Eisdiele muss jeder warten, bis er dran ist. Bevor Ben jedoch als erster einsteigen darf, gibt Andreas Neumann ihm und den anderen Wartenden Hinweise und stellt Fragen. Wer die Antwort darauf weiß, ruft sie nicht einfach so heraus – sondern meldet sich. „Ihr habt alle einen Ich weiß-etwas-Finger, also nutzt ihn auch“, so der Disponent der Omnibusverkehrsgesellschaft Heideland zu den Kindern der Tagesstätten „Unterm Regenbogen und „Am Holländer“ aus Oschatz.

Kooperation seit Jahren erfolgreich

Andreas Neumann ist zugleich Vorstandsmitglied der Oschatzer Verkehrswacht. Diese Personalunion ist nicht ganz unerheblich für den Erfolg der Aktion. Die Verkehrswacht bietet die Busschule schon seit knapp einem Jahrzehnt im gesamten Altkreis Oschatz an. Im Mai nehmen wieder über 300 Kinder aus 30 Kindertagesstätten der Collm-Region teil. Praxisnah und kindgerecht werden die Vorschüler an den Alltag an und im Bus herangeführt – von der Fahrkarte über technische Fragen bis hin zum richtigen Verhalten an der Haltestelle und während der Fahrt. „Wir machen es uns zur Aufgabe, den angehenden Schulkindern frühzeitig Hinweise für den Schulweg zu erteilen. Unseren Bus können die Kinder anfassen, sich hinein setzen und echte Situationen nachempfinden“, erklärt Joachim Hoffmann, Geschäftsführer der Omnibus-Verkehrsgesellschaft „Heideland“ (OVH) sein Engagement.

Ebenfalls mit dabei in Oschatz ist regelmäßig ein Vertreter des Polizeireviers. Andreas Krusche, unter anderem zuständig für Prävention, ist für die meisten Steppkes kein Unbekannter. Dieses Vertrauen und der Wiedererkennungswert sorgen dafür, dass sich seine Worte besonders stark bei der Zielgruppe einprägen. Krusche berät indes längst nicht mehr nur Kinder und Erzieherinnen oder Lehrer. Auch Busfahrer profitieren inzwischen von der Arbeit des Polizeibeamten. „Die Nachfrage nach Beratung in Sachen Deeskalation steigt. Denn immer mehr Busfahrer sehen sich Anfeindungen und Angriffen von Schülern – schon im Grundschulalter – ausgesetzt“, sagt er.

Verkehrsverbund sieht Oschatz als Vorreiter

Nach dem Oschatzer Vorbild initiiert der Mitteldeutsche Verkehrsverbund (MDV) jetzt ein Projekt für alle Beförderungsunternehmen in seinem Zuständigkeitsgebiet. „Mit einem Lehrmodul für Erzieher und einem Praxistraining für Vorschulgruppen gehen die Busunternehmen und wir in Kindergärten und proben die Teilnahme am Straßenverkehr“, sagt MDV-Geschäftsführer. In Oschatz funktioniere das aufgrund der Kooperation zwischen der OVH und der örtlichen Verkehrswacht bereits ausgezeichnet. „Das soll Schule machen. Wir stellen den Einrichtungen Material für die verkehrliche Früherziehung zur Verfügung. Das Praxistraining führen die Busunternehmen durch. Wenn das Pilotprojekt erfolgreich ist, wird es jährlich mit dem nächsten Jahrgang der Kitas wiederholt“, so Lehmann. Ziele des Pilotprojekts sind die Erhöhung der Verkehrssicherheit und weniger Ängste bei Schulanfängern vor der ersten Fahrt mit dem Schulbus.

Andreas Neumann, Disponent der Omnibusverkehrsgesellschaft Heideland und Mitglied der Verkehrswacht Oschatz, übt mit den Kindern der Tagesstätten "Unterm Regenbogen" und "Am Holländer" das richtige Verhalten am und im Bus. Quelle: Christian Kunze

Zu den Materialien für das Kitapersonal gehört ein Mal- und Bastelbuch – ohne Text und Schrift. Es enthält wichtige Informationen zum Thema und dient der individuellen theoretischen Vor- und Nachbereitung. So können Kinder darin etwa das Verhalten der abgebildeten Personen in unterschiedlichen Situationen des Straßenverkehrs bewerten – mit Hilfe von Smileystickern.

Von Christian Kunze

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