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Oschatzer CDU-Stadtverband will mit neuer Initiative Wohnungsleerstand verringern

Kommunales Oschatzer CDU-Stadtverband will mit neuer Initiative Wohnungsleerstand verringern

Rund 40 Prozent des innerstädtischen Wohnraums in Oschatz stehen leer, ergab eine Analyse des Städteplaners Prof. Dr. Holger Schmidt von der Uni Kaiserslautern. Mit Schmidts Hilfe will der CDU-Stadtverband Oschatz-Liebsschützberg die Situation verbessern. Wie genau, das erklärt Fraktionschef Dietmar Schurig im Interview.

Wohnraum im Oschatzer Stadtzentrum ist vorhanden – aber zum Teil in sehr schlechtem Zustand.

Quelle: Günther Hunger

Oschatz. Ein großer Teil innerstädtischen Wohnraums ist ungenutzt, unsaniert und wenig attraktiv. Dagegen möchte der CDU-Stadtverband gemeinsam mit der Stadtratsfraktion vorgehen – mit fachkundiger Hilfe. OAZ sprach dazu mit Fraktionschef Dietmar Schurig, der bereits mehrere unansehnliche Immobilien im Stadtgebiet saniert und daraus Wohn- und Geschäftshäuser gemacht hat.

Was wollen Sie mit Ihrer Initiative erreichen?

Unser Ansatz ist es, den bestehenden Wohnungsleerstand vor allem in der historischen Innenstadt zu beseitigen, zumindest aber zu reduzieren. Wenn Menschen im Zentrum wohnen, egal ob Alt oder Jung, kaufen sie auch in den Geschäften ein. Wir benötigen dafür attraktive, moderne, individuelle Wohnungen, die von den Menschen angenommen werden. Die Oschatzer Wohnstätten GmbH leistet hier bereits einen wichtigen Beitrag. Der wesentliche Anteil innerstädtischer Gebäude ist jedoch in privater Hand. Diese Eigentümer möchten wir gezielt ansprechen.

Was hat den Stadtverband und die Stadtratsfraktion dazu veranlasst?

Wir sind auf die Analyse zum Wohnungsleerstand im Landkreis Nordsachsen und die daraus resultierenden Ratschläge des Stadtplaners Prof. Dr. Holger Schmidt von der Technischen Universität Kaiserslautern aufmerksam geworden. Diese zeigt auf, dass mehr als 40 Prozent der innerstädtischen Wohnungen leer stehen, auch in Oschatz. Wir haben Holger Schmidt für einen thematischen Abend in Oschatz und einen Rundgang durch das Stadtzentrum gewinnen können.

Wir haben doch eine wunderschöne historische Innenstadt...

Richtig, die sanierten Straßen, Plätze und Fassaden werden von vielen gelobt. Aber das ist nur der erste Blick. Auf den zweiten Blick sieht man, dass bei vielen Gebäuden nur die Hülle erneuert, bei weiteren Häusern gar nichts getan wurde. Die maroden Immobilien sehen nicht nur schlimm aus, sondern stellen teilweise eine Gefahr für die öffentliche Sicherheit dar. Wenn sie in einer geschlossenen Bebauung stehen, gefährden sie Nachbargrundstücke, sind Dach und Dachentwässerung defekt, durchfeuchten sie. All das hat Wertminderung für jene und daneben liegende Häuser zur Folge.

Welche Zielgruppe möchten Sie ansprechen?

Ich denke in erster Linie an private Hauseigentümer, aber auch jene, die ein Haus in der Stadt erwerben wollen – Handwerker, Gewerbetreibende, sonstige Investoren oder junge Familien, die nicht unbedingt ein Eigenheim auf der grünen Wiese errichten möchten. Die Eigentümer sollten bei der Sanierung als gleichberechtigte wirtschaftliche Partner betrachtet werden – ich möchte in diesem Zusammenhang die untere Bauaufsichtsbehörde der Stadt hervorheben. Ebenfalls unverzichtbar sind ortsansässige Immobilienmakler, die Kontakte zu verkaufswilligen Eigentümern haben.

Warum sollten diese Gruppen innerstädtische Immobilien erwerben?

Neben den bereits genannten Vorteilen gibt es Förderprogramme, auf die wir gemeinsam mit der Stadtverwaltung und Prof. Dr. Schmidt aufmerksam machen wollen. Ferner winken steuerliche Vorteile. So können beispielsweise Handwerker und Gewerbetreibende ohne eine gesetzliche Rentenversicherung mit dem Erwerb und der Sanierung einer Immobilie und spätere Mieteinnahmen eine alternative Altersversorgung aufbauen. Junge Familien haben die Möglichkeit, Investitionen in Baudenkmäler steuerlich geltend zu machen und den Staat bei der Finanzierung zu beteiligen.

Das Sanierungsgebiet in der historischen Altstadt wurde durch einen Beschluss des Stadtrates aufgehoben, mit dieser Entscheidung fallen auch die steuerlichen Vorteile weg...

Ja, das stimmt – und es war aus meiner Sicht ein Fehler, das Gebiet so frühzeitig aufzuheben. Aber nun gilt es, andere Fördertöpfe anzuzapfen. Welche dies sind, erfahren Interessierte bei unserer Informationsveranstaltung.

Steht dieses Vorhaben nicht in Konkurrenz zu anderen Initiativen, etwa der Werbegemeinschaft oder der Oschatzer Gilde?

Diese Initiativen sind gut und richtig. Wir wollen ein weiterer Baustein zur Belebung und Entwicklung der Stadt sein. Einkaufsmöglichkeiten, Veranstaltungen, gute Wohnsubstanz, Kinderbetreuung, Schulen und Bad gemeinsam bilden eine Kombination, die auch für Menschen interessant ist, die in Leipzig arbeiten.

Von Christian Kunze

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