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Oschatzer Carneval Club schickt den Wilden Robert auf die Strecke

Einmaliger FaschingsumZug Oschatzer Carneval Club schickt den Wilden Robert auf die Strecke

Der FaschingsumZug des Oschatzer Carnevalclub ist endgültig in der Spur. Am Wochenende startete die dritte Auflage dieser einmaligen wie närrischen Veranstaltung auf schmaler Spur. Der Wilde Robert dampfte diesmal zwischen Oschatz und Nehbitzschen.

Manfred Kobylka von den Mannschatzer Karnevalisten reiste als Clown im Zug mit Jutta Lange mit. Sie waren der Meinung, dass eine solche großartige Faschingsveranstaltung mehr gefördert werden sollte

Quelle: Bärbel Schumann

Oschatz/Mügeln. Bei der Drittauflage scheint endgültig klar zu sein: Beim Oschatzer Carneval Club wird es keinen Stadtumzug mehr geben, dafür aber den einmaligen „FaschingsumZug“ auf schmaler Spur. Mit Döllnitzbahn und Förderverein als Partner sowie mit Unterstützung vieler Helfer und anderer Faschingsvereine aus der Region ist dieser seit dem ersten Versuch vor drei Jahren eine gefragte Veranstaltung geworden. „Es dauerte gerade mal eineinhalb Tage, da waren alle Karten schon verkauft“, erzählt OCC-Präsidentin Angelika Leopold. Zudem wurden mehr Wagen als sonst üblich an die Lok gehängt, damit möglichst viele kleine und große Narren mitfahren konnten. Das blieb nicht folgenlos: 25 zusätzliche Karten konnten angeboten werden. Zudem fuhr der Zug nur bis Nebitzschen statt bis Glossen auf den Bahnhof. „2016 gab es in Glossen beim Aussteigen einen Unfall. Da dort der Bahnsteig nicht so lang wie der Zug heute ist, wird eine Station zuvor rein aus versicherungstechnischen Gründen kehrt gemacht“, erklärt die Präsidentin.

Geile Gugge im Wilden Robert

Wer jedoch eine der Karten für diese einzigartige Veranstaltung ergattern oder an den Haltepunkten des „Wilden Robert“ auf der Strecke von Mügeln nach Oschatz und zurück sowie von Mügeln bis Nebitzschen mitfeiern konnte, der ist angetan. „Wir haben schon zum zweiten Mal keine Karten für den Zug ergattern können. Aber trotzdem sind wir gekommen und die Stimmung ist genial“, erklärt Claudia Schilling. Gemeinsam mit ihrem Partner André und den beiden Kindern vergnügen sich die Oschatzer auf dem Bahnhof Mügeln, wo gerade der mit Wimpeln reich geschmückte „Wilde Robert“ mit den Faschingsfans eingefahren ist. Musiker der Geilen Gugge aus Belgern, Clowns, Fliegenpilze, Königinnen, Mäuse und andere Figuren sowie Mitreisende mit lustigen Kopfbedeckungen strömen aus dem Zug. Auch Karnevalisten anderer Vereine sind darunter, die den OCC unterstützen. Zudem sind die Tänzer des Oschatzer Fechtvereins und die Line Dancer aus Casabra dabei. Es ist Mittagszeit und alle sind hungrig. Doch dafür haben die Organisatoren vorgesorgt. War zur Premiere nur in Mügeln ein Imbiss im Angebot, so gibt es inzwischen auch an den Stopps mit Programangeboten ein solches Angebot. „Wir entwickeln uns weiter, benötigen dafür aber viele Helfer. Nur gut, dass wir die nicht nur in unseren eigenen Reihen haben“, so Leopold.

Bombastische Stimmung beim Zwischenhalt

Inzwischen hat sich auf dem Platz eine große Menschentraube gebildet. Das Programm wird auf der zur Bühne umfunktionierten Rampe am Güterschuppen zunächst von den Gardetänzern des DCV geboten. Unterdessen haben die Musiker der Geilen Gugge aus Belgern ihre Instrumente in die Hände genommen, warten auf ihr Startzeichen. Die Stimmung ist bombastisch, es wird mitgesungen und geschunkelt. Mittendrin sind die Stammtischschwestern aus Naundorf. Alle tragen lila-farbene Perücken und haben beste Laune. Ihre Männer seien daheim, heute ist Frauenaktion angesagt.

Zeremonienmeister Günter Staffe beobachtet das Geschehen. Er ist froh, dass der besondere „FaschingsumZug“ so gut ankommt. „Wir stoßen an Grenzen. Die Nachfrage wird immer größer. Aber: Wir wollen, dass diese einmalige Fahrt auch etwas Besonderes bleibt.“ Deshalb, so plaudert er etwas aus der Nähkiste, gäbe es Überlegungen, eine solche Faschingsfahrt zum Auftakt der Session am 11. November zu organisieren. „Das fällt diesmal auf ein Wochenende“, so Staffe. Zudem gibt es Überlegungen, einen Faschingszug am späten Nachmittag zu starten und in Oschatz zum Beispiel am E-Werk enden zu lassen, kombinierbar mit Faschingstanz für die Jugend.

Fernsehen ist dabei

Erstmals wurde der „FaschingsumZug“ von einem Kamerateam des MDR begleitet. Mal sehen, ob nun vielleicht künftig bei der Berichterstattung von besonderen Faschingsveranstaltungen Mügeln vor Wittichenau, Eilenburg, Pegau oder Groitzsch rangieren wird. Zu hoffen bleibt es, denn solch einen „FaschingsumZug“ dürfte es deutschlandweit nicht noch einmal geben. Oder weiß es jemand besser?

Von Bärbel Schumann

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