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Oschatz Oschatzer Collm-Klinik bangt ums ihre Palliativ-Betten
Region Oschatz Oschatzer Collm-Klinik bangt ums ihre Palliativ-Betten
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17:53 02.01.2012
In der Oschatzer Collm-Klinik wird um Schadensbegrenzung gekämpft. Die drei Palliativbetten müssen erhalten bleiben. Quelle: Dirk Hunger
Oschatz

Von Gabi Liebegall

Im Rahmen der Fortschreibung des Sächsischen Krankenhausplanes für die Jahre 2012/2013 hat es auch eine Anhörung für die Collm-Klinik Oschatz gegeben. Strittig ist die Aufnahme von drei Palliativbetten in den Plan. Das Sächsische Kabinett in Dresden will sich auf seiner Sitzung Mitte Januar mit dem neuen Krankenhausplan des Freistaates befassen. Dann könnte es auch um das "Aus" für diese drei Krankenhausbetten für die Palliativmedizin gehen. Unheilbar kranke Schmerzpatienten müssten an andere Orte verlegt werden. Mit einer patientenfreundlichen Versorgung von sterbenden Menschen hat dies nichts mehr zu tun.

Interims-Geschäftsführer Hans-Günter Sirrenberg geht in die Offensive, denn diese drei Betten will das Team auf keinen Fall aufgegeben. Das bedeute eine Beschneidung des Krankenhausprofils, wenn die Palliativmedizin nicht mehr finanziert würde.

Im Rahmen der Anhörung hat die Chefetage des Krankenhauses per Brief an das Sächsische Staatsministerium für Soziales und Verbraucherschutz, dem Staatsministerin Christine Clauß (CDU) vorsteht, die fachliche Notwendigkeit der drei Palliativbetten begründet.

Zum derzeitigen Bedarfsplan gehören 210 Betten, dazu zählen auch die drei Palliativbetten. Argumentiert wird unter anderem damit, dass sich die Palliativmedizin in der Collm-Klinik seit Jahren etabliert habe. Im Jahr 2011 hätten immerhin 27 Palliativpatienten versorgt werden können, 2011 seien es immerhin schon 40 Patienten gewesen.

"Zwei Fachärzte besitzen die abgeschlossene Zusatzausbildung Palliativmedizin. Drei Krankenschwestern haben den 160-Stunden-Kurs für diesen Bereich absolviert. Weitere vier Krankenschwestern mit der Spezialausbildung Schmerztherapie, Hospizhelfer und Sterbebegleitung ergänzen das Team."

"Für dringend erforderlich" hält das Team des Hospizdienstes "das Vorhalten von Palliativbetten", betont Romy Kuntzsch, Koordinatorin des Ökumenischen ambulanten Hospizdienstes.

Obwohl die Palliativversorgung im Elblandklinikum Riesa ausgebaut werden soll, dürften die drei Betten in Oschatz nicht aufgegeben werden. "Immerhin wollen die schwer kranken Menschen der Region in heimischer Umgebung versorgt werden. Es bestehen sehr gute Kontakte zwischen den hier angesiedelten Hausärzten, der Collm-Klinik und dem Hospizdienst, mit Hilfe dieses Netzes würden Schwersterkrankte aufgefangen und palliativ - mit ummantelnder Fürsorge - betreut. Pflegenden Angehörigen gibt diese regionale Struktur die notwendige Sicherheit zur Betreuung ihrer Angehörigen im häuslichen Umfeld", weiß Romy Kuntzsch. Sie und ihre freiwilligen Helfer wissen aus Erfahrung, was Palliativpatienten gut tut.

Der CDU-Landtagsabgeordnete und Umweltminister Frank Kupfer kennt die Ängste des Krankenhaus-Teams. Deshalb hat er das Gespräch mit Christine Clauß gesucht. "Ich habe ihr gegenüber argumentiert, warum die drei Palliativbetten für das Krankenhaus und Oschatz so wichtig sind und hoffe, dass das bei ihr auf offene Ohren stößt", sagte er.

Auch aus folgendem Grund plädiert der Hospizdienst für den Erhalt der drei Palliativbetten: Damit könne die Internistische Abteilung eine hochprofessionelle, perfekt funktionierende Betreuung Schwerstkranker und Sterbender in unserer Region gewährleisten. "Durch die gute Zusammenarbeit mit der Collm-Klinik kann die Betreuung durch den Hospizdienst bereits im Oschatzer Krankenhaus beginnen, wofür der Betroffene und die Angehörigen dankbar sind."

Der Kontakt könne dadurch in einer Phase hergestellt werden, wo für die Betroffenen und die Angehörigen viele Fragen offen sind und jede Hilfe dankbar angenommen wird.

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