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Oschatz Oschatzer Drachennest bietet Kids Zeitreise ins Mittelalter
Region Oschatz Oschatzer Drachennest bietet Kids Zeitreise ins Mittelalter
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17:12 03.07.2017
Die Jungs des Oschatzer Drachennest-Mittelaltercamps zeigen stolz ihr selbst Gefilztes. Quelle: Foto. Christian Kunze
Oschatz

„Jungs kommt her, wir brauchen kräftige Füße zum Lehmtreten“ – diese Aufforderung Frank Stiegers setzen Ruven Frase und Joschua Konetzke gleich um. Beim Mittelaltercamp des soziokulturellen Zentrums E-Werk gemeinsam mit dem Jugendhaus Sprungbrett dürfen die Grundschüler sich schmutzig machen und keiner meckert– so war das damals im Mittelalter. Der Bau eines Lehmofens gehörte zu den schwierigsten Aufgaben, die vor allem die Jungen hier zu bewältigen haben.

Mit 24 Jungen und Mädchen ist das Ferienangebot der beiden Träger ausgebucht. Eine Woche lang haben sie, mit Hilfe etlicher Erwachsener Ess- und Trinkgefäße getöpfert, Kleidung genäht, Schwerter geschnitzt und Essen gekocht. „Die Klamotten kratzen und es gibt jeden Tag Eintopf“, sagt Elsa Röber aus Wadewitz leicht genervt und schnippselt Gemüse für die nächste Suppe, die im Kessel über offenem Feuer gekocht wird. So war das damals im Mittelalter. Dennoch kommen alle jeden Tag wieder und reden daheim von nichts anderem mehr.

Diana Frase (14) ist mit ihren beiden jüngeren Brüdern da und gehört zu den ältesten Teilnehmern des Camps. Sie freut sich vor allem über die abwechslungsreichen Angebote und darüber, dass die Erwachsenen so locker sind. „Wir dürfen sie sogar duzen, das hätte ich nicht gedacht“, sagt sie. Sie freut sich, dass sie im Camp ihr Wissen über das Mittelalter vertiefen kann und bedauert, dass nach fünf Tagen schon alles vorbei ist. Dann muss sie sich auch wieder an ihren richtigen Nachnamen gewöhnen, denn während des Camps tragen alle, die mitmachen, der Epoche entsprechende Namen.

Für eine Woche ändert sich der Alltag derjenigen, die sich entschieden haben, auf Zeitreise zu gehen. Sie filzen mit Andrea Konopka, Töpfern mit Inge Stieger oder nähen sich zusammen mit Maria Walther vom Sprungbrett-Jugendhaus kleine Lavendel-Kissen. So hat jeder auch ein kleines Andenken an das Camp, das er mit nach Hause nehmen kann. War das damals auch so im Mittelalter?

Am vorletzten Tag ging es für die Bewohner des Drachennestes – so der demokratisch gewählte Name für das 1. Oschatzer Mittelaltercamp – nach Geithain. Im Museum übten sie sich im Armbrustschießen und erlebten eine historische Gerichtsverhandlung mit – so mancher war froh, das hinter sich zu haben.

Die Auswertung nach der Nachtwanderung und Übernachtung in Zelten am letzten Camptag fiel dann auch durchweg positiv aus. „Viele wollen nächstes Jahr wieder kommen“, resümiert Fachkraft Anja Kohlbach. Ideen für weitere Camps gibt es – neben einer Neuauflage des Mittelalters wurden unter anderem Wünsche nach Indianern und Wikingern laut.

Von Christian Kunze

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