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Oschatzer Experten empfehlen Tests für Autofahrer ab 75

Senioren Oschatzer Experten empfehlen Tests für Autofahrer ab 75

Der Altersdurchschnitt der Einwohner von Oschatz und Umgebung steigt. Damit erhöht sich auch die Gefahr, dass Auto fahrende Senioren zur Gefahr für andere Verkehrsteilnehmer werden. Die Experten der Verkehrswacht Oschatz bieten deshalb verschiedene Tests an und empfehlen die Teilnahem ab einem Alter von 75 Jahren.

Eine Verletzte wird nach einem Verkehrsunfall im Rettungswagen versorgt.

Quelle: Daniel Förster

Oschatz. Es ist erst wenige Tage her, als ein 84-jähriger Autofahrer ungebremst in eine Menschenmenge vor einem Straßencafé in Bad Säckingen in Baden-Württemberg raste. Er habe das Gaspedal mit der Bremse verwechselt, bedauerte der Mann. Die Folge: Zwei Menschen starben, mehrere wurden schwer verletzt. Und natürlich kommt dann auch wieder die Frage auf, wie wichtig es für ältere Autofahrer wäre, verschiedene Gesundheitschecks machen zu lassen oder vielleicht auch noch einmal ein paar Fahrstunden bei einem Fahrlehrer zu nehmen. Eventuell hätte so das Drama verhindert werden können. Dies wird auch bei der Oschatzer Verkehrswacht jedes Mal neu diskutiert, wenn es zu einem solchen Verkehrsunfall kommt.

Hierfür gäbe es aber keine Festlegung, sagt Henry Schomaker, ehemaliger Vorsitzender und immer noch aktives Mitglied der Verkehrswacht Oschatz. „Daher bieten wir für Senioren zwei bis drei Mal im Jahr einen Seniorentag an. Hier wird Blutdruck gemessen, es gibt Seh-, Hör- oder Reaktionstests und Verkehrsteilnehmerschulungen.“

Der Zuspruch bei diesen Angeboten sei gut, könnte jedoch noch ein wenig besser sein, wünscht sich der 64-Jährige. Da er selbst bereits das Seniorenalter erreicht hat, kann er die Bedenken durchaus nachempfinden. Dennoch empfiehlt er selbst, ab einem Alter von etwa 75 Jahren – oder auch schon eher – regelmäßig diese Tests zu machen, um die Sicherheit im Straßenverkehr zu gewährleisten.

Wichtig dabei sei, so Schomaker, dass diese Angebote kostenlos sind, um die Fahrer zu motivieren, daran teilzunehmen. Es sei zudem empfehlenswert, dass Kinder, die feststellen, dass der Vater oder die Mutter beginnt, im Straßenverkehr Schwierigkeiten zu bekommen, versuchen, auf das Elternteil einzuwirken. „Doch das ist natürlich immer ein heikles Thema. Wer gibt schon gerne seine Mobilität auf?“, sagt Schomaker.

„Das Thema ist seit geraumer Zeit Gesprächsthema bei den Gesetzesorganen, um zumindest einen Sehtest bei Senioren zu fördern. Die Umsetzung von Auffrischungsstunden in der Fahrschule erweist sich aber als schwierig“, sagt Fahrschullehrer Frank Boden, der zudem Vorsitzender der Verkehrswacht Oschatz ist. Damit meint er jedoch nicht das Angebot bei den Fahrschulen, sondern vielmehr bei den Fahrern selbst. „Dieser muss freiwillig zu uns kommen. Wir könnten ein paar Fahrstunden und Tipps für den Straßenverkehr geben. Doch das Angebot nehmen die wenigsten an. Wenn sie mehr als 30 Jahre lang Auto gefahren sind, sehen sie sich als guten Fahrer. Vorgeschrieben wird keinem was. Die Autofahrer sind selbst gefordert“, sagt der Vorsitzende des Fahrlehrerverbandes für den Kreisverband Torgau-Oschatz. Ihm selbst falle es jedoch auf, dass immer öfter ältere Bürger an Unfällen beteiligt sind. Zu ihm sei jedoch noch kein einziger aktiver Fahrer mit der Bitte gekommen, eine Testfahrt absolvieren zu können. „Ich denke, das wird auch keiner machen. Denn wer will sich schon eingestehen, den Anforderungen an den Straßenverkehr nicht mehr gerecht zu werden? Es kamen nur Fahrer, die eine gewisse Zeit nicht mehr gefahren sind, um sich noch einmal alles erklären zu lassen.“

Problematisch werde es in der Zukunft. Denn das Durchschnittsalter der Fahrer werde immer höher und die Anforderungen an den modernen Straßenverkehr würden weiter steigen, gibt der Fahrlehrer zu bedenken.

Von Kristin Engel

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