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Oschatz Oschatzer Filzfabrik mit 100 Jahren noch quicklebendig
Region Oschatz Oschatzer Filzfabrik mit 100 Jahren noch quicklebendig
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16:40 12.02.2014

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Der größte Teil der 14 000 Quadratmeter großen Hallen ist mittlerweile vermietet.

"Wir haben deutlich mehr Flächen vermietet, als wir damals gedacht hatten", sagte gestern David Pfennig bei einem Presserundgang über das Gelände. Zusammen mit Jens Hönisch führt Pfennig die Geschäfte des Unternehmens "Alte Filzfabrik Oschatz", das insgesamt sechs Gesellschafter hat.

Die Idee, das riesige Betriebsgelände im November 2011 zu ersteigern, wurde aus der Not geboren. Pfennig suchte damals selbst eine Lagerfläche für sein Bauunternehmen. "Der Insolvenzverwalter hat mir einen Mietvertrag mit dreimonatiger Kündigungsfrist angeboten", erinnert sich der Oschatzer. Unter diesen Bedingungen in ein Lager zu investieren, sei unsinnig gewesen. Also nahm Pfennig die Sache selbst in die Hand.

Zu den reichlich 20 Mietern der Hallen zählen heute größere Unternehmen wie das Oschatzer Glasseidenwerk oder der Wurzener Anlagenbauer Cryotec - aber auch Handwerksbetriebe wie Trockenbaumeister Blaschke und Autocrew Fahrzeug Rische. Wenn die laufenden Umbauten abgeschlossen sind, werden etwa drei Viertel der überdachten Fläche vermietet sein.

Von der ursprünglichen Idee, Teile des Geländes zu verkaufen, ist das Unternehmen "Alte Filzfabrik Oschatz" inzwischen abgerückt. "Wir würden die Filetstücke verlieren und das Gelände zerstückeln", nennt Pfennig den Grund.

Reichlich zwei Jahre nach dem Start des Projektes haben die Geschäftsführer Pfennig und Hönisch nun auch die Muse, sich auf die Geschichte der Fabrik zu besinnen. Und die bietet in diesem Jahr einen besonderen Höhepunkt. In der "Filze", wie die Fabrik im Volksmund heißt, wurde wahrscheinlich im Jahr 1914 erstmals produziert. "Der 100. Geburtstag der Filzfabrik soll gebührend gefeiert werden", kündigt deshalb Anja Terpitz an, die mit ihrem Unternehmen Mediation & Marketing das Gelände vermarktet. Zu einem Tag der offenen Tür am 24. Mai sind eine historische Ausstellung, Rundgänge und Künstlerpräsentationen geplant. Für die Ausstellung werden noch Zeitdokumente gesucht (siehe Kasten).

Einer, der sich noch gut an die alten Zeiten erinnert, ist Wilfried Smyra. Von 1955 bis 1996 arbeitete der Oschatzer in der Filzfabrik: "Damals wurde viel für die Beschäftigten getan. Es gab ein Bad, eine Kegelbahn, einen Sportplatz und einen Waschstützpunkt mit drei Waschmaschinen."

Frank Hörügel

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